Kommentar
Bei der Schulpräsidentenwahl in Amriswil war die Aussensicht nicht gefragt

Andreas Müller positionierte sich als jemand, der kein Schulinsider sei und so eine andere Sicht einbringe. Dieses Argument kam jedoch beim Wahlvolk nicht an.

Manuel Nagel
Manuel Nagel
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Andreas Müller und Michael Stäheli-Engel kandidierten für das Amt des Schulpräsidenten in Amriswil. Die Wählerinnen und Wähler entschieden sich deutlich für Michael Stäheli.

Andreas Müller und Michael Stäheli-Engel kandidierten für das Amt des Schulpräsidenten in Amriswil. Die Wählerinnen und Wähler entschieden sich deutlich für Michael Stäheli.

Bilder: Donato Caspari und Manuel Nagel

Das Resultat ist deutlich. Michael Stäheli-Engel holt 64,6 Prozent aller gültigen Stimmen, auf seinen Kontrahenten Andreas Müller entfallen 33,1 Prozent. Überraschend ist der Wahlsieg Stähelis nicht, denn nach den Hearings durch die Ortsparteien stellten sich FDP und SP hinter ihn, SVP und Grüne beschlossen Stimmfreigabe.

Manuel NagelRedaktor für Amriswilund Stv. Leiter Ressort Region Ost

Manuel Nagel
Redaktor für Amriswil
und Stv. Leiter Ressort Region Ost

Bild: Donato Caspari

Michael Stäheli überzeugte bei den Partien besonders durch sein fachliches Wissen. Er ist aktuell als Schulevaluator beim Amt für Volksschule tätig und beurteilt die Qualität der Thurgauer Schulen. Andreas Müller erkannte früh, dass er seinem Herausforderer in diesem Bereich nicht das Wasser reichen kann. Er positionierte sich deshalb als einer, der die Aussensicht in die Schule hinein trage und kein Insider sei. Offensichtlich verfing dieses Argument nicht oder zu wenig. Denn auch ein Outsider dürfte nach einiger Zeit im Amt selbst zum Insider werden – und der Effekt dieser Aussensicht ist bald verpufft.