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Knatsch um das Infocenter Arbon: Auch Roggwil wirft den Bettel hin

Es sieht nicht gut aus fürs Arboner Infocenter. Eine Gemeinde nach der anderen wirft den Bettel hin. Nun hat mit Roggwil die letzte noch verbleibende Gemeinde ihre Leistungsvereinbarung mit dem Trägerverein gekündigt. Das Aus des Infocenters steht kurz bevor.
Tanja von Arx

Zuerst hat Arbon seine Leistungsvereinbarung gekündigt, das Ziel: Die Beiträge von 75000 auf 25000 Franken jährlich kürzen. Dann ist Steinach vorsorglich nachgezogen, womit dem Trägerverein Arbon Tourismus weitere 7000 Franken pro Jahr fehlen. Egnach hat es Steinach gleich getan, somit fehlen jährlich weitere 9000 Franken. Und wie jetzt bekannt wird, zieht Roggwil ebenfalls die Reissleine.

Für die Geschäftsstelle von Arbon Tourismus herrschen keine rosigen Zeiten. (Bild: Tanja von Arx)

Für die Geschäftsstelle von Arbon Tourismus herrschen keine rosigen Zeiten. (Bild: Tanja von Arx)

Für die Gemeinde ist vieles unklar

«Wir wissen noch nicht, wie es weitergeht», sagt Gemeindepräsident Gallus Hasler. Zur Zeit würden Verhandlungen zwischen den Verantwortlichen des Infocenters und der Stadt Arbon respektive Thurgau Tourismus laufen, und zwar zu einem überregionalen Pilotprojekt (siehe Kasten). «Vorsorglich haben wir die Leistungsvereinbarung über 7000 Franken pro Jahr gekündigt.» Man warte aber auf einen neuen Vertrag.

«Wir sind nicht negativ eingestellt, bisher haben wir die Beiträge auch aus Solidarität geleistet.»

Hasler sagt, dass Roggwil denn eher «das Mauerblümchen» sei, was den Tourismus in der Region anbelange. «Wir haben wenige Restaurationsbetriebe, keinen Seeanstoss, keine Durchgangswege und auch der Seeradweg führt nicht durchs Dorf.»

Eine Institution seit zwei Jahrzehnten

(tva) Das Infocenter in der Altstadt gibt es seit zwanzig Jahren. Drei Angestellte bieten Stadt- und Sonderführungen an, etwa für das Saurer Museum, organisieren den Oster- und Christkindlimarkt sowie vier weitere Flohmis. Badi-Abos und Tickets für Anlässe wie den Lälleobig, das Summerdays oder das Sinfonische Orchester werden verkauft, auch Tageskarten rund um die Gemeinde. Die Geschäftsstelle von Arbon Tourismus ist Anlaufstelle für Tagestouristen und die Arboner selbst, etwa bei Ausflugstipps oder Erläuterungen zu Schiffs- respektive SBB-Fahrplänen. Die Stadt hat ihre Leistungsvereinbarung auf nächsten Januar gekündigt. Laut Stadtpräsident Andreas Balg fliessen neu Beiträge von ungefähr 50000 Franken jährlich an ein regionales Pilotprojekt von Thurgau Tourismus. «Die Mittel im Oberthurgau sollen adäquat und nutzbringend verteilt werden.» Seiner Ansicht nach zahlt sich diese Investition aus, denn es flössen summa summarum mehr Mittel wieder zurück. Laut Adrian Braunwalder, Leiter Produktmanagement und Gästeinformation bei Thurgau Tourismus, soll über den Versuchsbetrieb ein zukunftsträchtiger Prototyp entwickelt werden. Für Arbon seien statt wie bisher nur einer drei Tourismus-Standorte angedacht. «Neben einer Kooperation mit Arbon Tourismus wird auch eine mit den Betreibern des Kiosks am Hafen und des Möhl-Museums angestrebt.»

Gallus Hasler, Gemeindepräsident von Roggwil. (Bild: Max Eichenberger)

Gallus Hasler, Gemeindepräsident von Roggwil. (Bild: Max Eichenberger)

Kaspar Hug, Präsident von Arbon Tourismus, bestätigt auf Anfrage: «Wir stehen in Verhandlungen.» Zuerst mit Thurgau Tourismus, denn es gelte, die Rahmenbedingungen zu klären. «Dann gehen wir auf die Stadt zu. Und entsprechend werden wir anschliessend die Gespräche mit den Aussengemeinden aufnehmen – step by step», sagt Hug mit Blick auf den Verteilschlüssel. Bis Ende Jahr sei der Betrieb noch gesichert.

«Auf Januar 2020 müssen wir aber eine Lösung finden, denn so können wir den Laden nicht offenhalten.»

Jetzt liegt es am neuen Stadtrat

Es läuft darauf hinaus, dass der neue Stadtrat sich des Dossiers annehmen muss. Die Behörde wechselt per 1. Juni komplett. So ähnlich hatte Hug das im Vorfeld auch kommuniziert, allerdings im Gegensatz zu heute über einen öffentlichen Streit mit Stadtpräsident Andreas Balg (unsere Zeitung berichtete). «Die finalen Details müssen abgeklärt werden», sagt Hug. Die Zukunft des Infocenters sei noch offen.

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