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Knatsch in der SVP Arbon

Heute nominiert die SVP ihre Kandidaten für die kommenden Wahlen. Dies hat einen bitteren Beigeschmack: Stadtparlamentarier Reto Gmür und offenbar auch Präsidentin Astrid Straub werfen wegen interner Querelen den Bettel hin.
Annina Flaig
Vertreter des Nein-Komitees zur Vorlage "Lebensraum Altstadt" im Sommer an einer Medienorientierung: Astrid Straub (ganz links) und Reto Gmür (zweiter von rechts) haben an vorderster Front gegen die Vorlage gekämpft. (Archivbild: Andrea Stalder)

Vertreter des Nein-Komitees zur Vorlage "Lebensraum Altstadt" im Sommer an einer Medienorientierung: Astrid Straub (ganz links) und Reto Gmür (zweiter von rechts) haben an vorderster Front gegen die Vorlage gekämpft. (Archivbild: Andrea Stalder)

Gerade noch hat die SVP triumphiert. Am 23. September gewann sie die Abstimmung «Lebensraum Altstadt» gegen den Stadtrat und alle anderen Ortsparteien, welche sich für die Vorlage ausgesprochen hatten. Der 2.7-Millionen-Kredit wurde abgelehnt. Sowie es die grosse Mehrheit der SVP wollte.

Doch jetzt wird deutlich welch hohen Preis die Partei für diesen Sieg bezahlt: Der Vorstand ist zerstritten. Wie diese Zeitung aus zuverlässigen Quellen weiss, nehmen Reto Gmür und Astrid Straub den Hut. Im Vorfeld der Abstimmung waren es allen voran diese beiden sowie Heinz Gygax, der ebenfalls für die SVP im Parlament sitzt, welche die Voralge öffentlich bekämpft haben. Dass Kantonsrat Andrea Vonlanthen und Stadtrat Konrad Brühwiler sich auf die Gegenseite schlugen, wurde überhaupt nicht goutiert (unsere Zeitung berichtete).

Die Personaldecke ist dünn

Offenbar wächst kein Gras über die Sache, auch zwei Monate nach der Abstimmung nicht. Im Gegenteil: Gmür bestätigt, dass er sich von seinen politischen Ämtern im Parlament und als Mitglied der Sekundarschulbehörde zurückzieht. Er hat dies merkwürdigerweise vor Ausgang der Abstimmung kommuniziert, wie er präzisiert.

Es gibt Stimmen, die sagen, dass er die Sache zu emotional anstatt sachlich angegangen sei. Er selbst will seinen Rücktritt gegenüber dieser Zeitung nicht kommentieren. «Die Gründe zu meinem Entscheid werde ich nur Journalisten meines Vertrauens nennen», lässt er per E-Mail verlauten.

Astrid Straub hüllt sich in Schweigen. Sie will nicht bestätigen, dass sie sich an der Hauptversammlung, die voraussichtlich im Frühling stattfinden wird, als Präsidentin nicht mehr zur Wahl stellt. Ebenfalls unbeantwortet bleibt die Frage, ob sie heute Abend bekanntgibt, dass sie auch aus dem Parlament zurücktritt. Sie stellt aber in Aussicht, dass sie nach der Nominationsversammlung gerne ein Statement abgeben wird. Für die SVP wären die beiden Rücktritte herbe Schläge, denn die Personaldecke ist dünn.

Straub findet im Vorstand zu wenig Unterstützung

Astrid Straub kandidierte vor vier Jahren für den Stadtrat. Gemäss unseren Quellen wollte sie 2019 wieder für die SVP antreten, hat im Vorstand aber keine Unterstützung gefunden. Dies könnte nach den Querelen um die Altstadt-Abstimmung der Tropfen gewesen sein, der für sie das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Zwar wurde Straub bei den Stadtratswahlen vor vier Jahren deutlich nicht gewählt. Dennoch könnte ihre Kandidatur den einigermassen sicheren Sitz von Konrad Brühwiler gefährden. Dieser will bekanntlich nochmals kandidieren.

«Es geht um Zwischenmenschliches»

Immerhin ein Vorstandsmitglied ist bereit, zur aktuellen Krisensituation eine Stellungnahme abzugeben. «Ja, wir haben Probleme», sagt Fraktionspräsident Roland Schöni. Die Details will er nicht kommentieren, stellt sie aber auch nicht in Abrede. Es gehe um Zwischenmenschliches und die Befindlichkeiten einzelner Vorstandsmitglieder.

«Es ist bedauerlich, dass wir auf diese Weise kurz vor den Wahlen wertvolle Kräfte verpuffen.» Schöni hat die Geschicke der SVP vor Straub während zehn Jahren geleitet und sagt: «Es wäre schade, wenn sie nach nur zwei Jahren wieder aufhört.»

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