Klingende Röhren für die Barfüssler von Wuppenau

Vor einem Jahr wurde das Klangspiel am Wuppenauer Barfussweg entwendet. Nun hat es der Waldverein ersetzt.

Christoph Heer
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Konstrukteur Adrian Gilgen und Waldverein-Präsident Hanspeter Gantenbein präsentieren das neue Klangspiel.

Konstrukteur Adrian Gilgen und Waldverein-Präsident Hanspeter Gantenbein präsentieren das neue Klangspiel.

(Bild: Christoph Heer)

Plötzlich war es weg. Seitens des Waldvereins Wuppenau, der sich um die Pflege des Barfusswegs kümmert, war es kein Schock, als Mitglieder vor Jahresfrist bemerkt hatten, dass das Klangspiel abmontiert und gestohlen wurde. Vielmehr sei man enttäuscht gewesen, dass jemand auch nur auf die Idee gekommen war, eine derartig tolle Anfertigung – notabene stets in Fronarbeit errichtet und gepflegt – zu stehlen.

«Zuerst fragten wir uns, ob jemand aus dem Verein das Klangspiel abmontiert hatte, um es zu renovieren», sagt Waldverein-Präsident Hanspeter Gantenbein. Doch so sei es nicht gewesen, auch im weiteren Umkreis des Standortes hätten die Vereinsmitglieder wir keine Klangröhren gefunden.

«So war schnell klar, dass ein Dieb am Werk gewesen sein muss.»

Gross war die Enttäuschung, riesig das Unverständnis. Doch dann kam Adrian Gilgen ins Spiel.

30 Stunden Röhren schleifen und montieren

Der Metallbaukonstrukteur hat in 30-stündiger Fronarbeit ein neues Klangelement geschaffen. Er freut sich als Waldvereinsmitglied darüber, dass der Barfussweg wieder komplett ist. «Der Bau des Klangspiels birgt schon einige Raffinessen in sich. So entscheidet Millimeter bei der Länge der Chromstahlröhren, welche Töne diese schlussendlich von sich geben.» Gilgen erklärt, dass er anhand einer App, die Röhre mit den richtigen Tönen gestimmt hat.

Adrian Gilgen, im Greutensberg aufgewachsen und heute in Amriswil wohnhaft, konnte es anfänglich auch gar nicht glauben, dass das originale Klangspiel entwendet wurde.

«Ich war empört. Das ist unnötig und einfach schade. Denn der Barfussweg, als Gesamtes, erfreut so viele Menschen.»

Alle Vereinsmitglieder schauten, pflegten und hegten den Weg und die Posten mit viel Herzblut. «Es ist für uns alle mehr als nur ein Hobby, welches wir innerhalb des Waldvereins ausleben.» Es sei der Zusammenhalt und die Freundschaften, das Generationenübergreifende und der Einsatz im Naherholungsgebiet, was die Waldverein-Mitglieder verbinde.

Ausflugsziel für grosse und kleine Barfüssler

Der Barfussweg geht in diesem Jahr in seine 13. Saison und auch heuer wird, trotz Coronakrise, mit weit über 10000 Besuchern gerechnet. Hanspeter Gantenbein beobachtet immer wieder Wanderer, Familien, Jogger und hofft, dass baldmöglichst wieder Normalität einkehrt. «Denn diese familienfreundliche Barfusswanderung macht doch in Gruppen noch viel mehr Spass», sagt er.

Den Wuppenauer Barfussweg nehmen jährlich an die 15000 Personen unter die Füsse. Er ist für grosse und kleine Barfüssler geeignet. «Dieser Weg ist eine tolle Ausflugsidee für Familien, Sportler oder Schulklassen. Man kann Barfuss über Kunststoffscherben, Tannenzapfen, Holzschnitzel oder Steine gehen, tief einsinken an der Sumpfstelle oder auch im Bach. Dazu gibt es Grillstellen, Rastplätze, Gleichgewichtsübungen und vieles mehr. Auch ein Biotop gibt es unterwegs zu bestaunen. Und seit kurzem steht nun auch wieder ein Klangspiel zur Verfügung. «Das freut uns sehr», sagt Hanspeter Gantenbein.

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Christoph Heer