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Klimawandel sorgt bei einem Podium in Roggwil für rote Köpfe

An einer Diskussionsrunde am Montag im Schloss Roggwil beklagte sich Verena Herzog über den «Klimahype». Der Grüne Didi Feuerle bezeichnete die SVP-Nationalrätin als «Bremsklotz» in den Bemühungen um einen Wandel in der Klimapolitik.
Christof Lampart
Diskutierten im Schloss Roggwil: Dominik Diezi (CVP), Marina Bruggmann (SP), Didi Feuerle (Grüne), Nationalrätin Verena Herzog (SVP), Moderator David Angst, Viktor Gschwend (FDP) und Nationalrat Hansjörg Brunner (FDP). (Bild: Christof Lampart)

Diskutierten im Schloss Roggwil: Dominik Diezi (CVP), Marina Bruggmann (SP), Didi Feuerle (Grüne), Nationalrätin Verena Herzog (SVP), Moderator David Angst, Viktor Gschwend (FDP) und Nationalrat Hansjörg Brunner (FDP). (Bild: Christof Lampart)

Vor über 40 Personen stellten sich Dominik Diezi (CVP), Marina Bruggmann (SP), Didi Feuerle (Grüne), Viktor Gschwend (FDP) sowie Nationalrätin Verena Herzog (SVP) und Nationalrat Hansjörg Brunner (FDP) den Fragen von David Angst, dem Chefredaktor der «Thurgauer Zeitung». Bei der Sicherung der Sozialwerke sah Hansjörg Brunner eines der Probleme im Umwandlungssatz bei der obligatorischen beruflichen Vorsorge, der mit 6,8 Prozent nach wie vor zu hoch sei.

«Wir müssen da auf sechs Prozent runter, sonst können wir die Sozialwerke auf Dauer nicht erhalten.»

Marina Bruggmann bekannte, dass sie dafür sei, dass man über eine Rentenaltererhöhung zumindest nachdenke. «Grundsätzlich lehnen wir so etwas strikt ab. Wenn, dann muss man auch wissen, was das für viele heisst, welche schon mit 55 Jahren Sozialbezüger und nicht mehr in den Arbeitsprozess integrierbar sind», sagte die SP-Frau. Für Brunner war klar: «Ohne das Rentenalter 65/65 geht es gar nicht. Wir müssen jetzt vielmehr über 66/67 reden. Und als Gewerbler sage ich: Das Dümmste, was ein Gewerbler heute tun könnte, ist, einen 55-jährigen Mitarbeiter zu entlassen, denn gerade diese Leute haben ein grosses Wissen».

Rahmenabkommen: Kind nicht mit dem Bad ausschütten

Beim Rahmenabkommen mit der EU betonte der ehemalige Richter Diezi, dass die Akzeptanz des Europäischen Gerichtshofes ein «Schönheitsfehler» sei, den die Schweiz sicherlich nicht so in einen Vertrag aufgenommen hätte, wenn sie ihn selbst hätte diktieren können. Doch alles in allem sei die EU für die Schweiz als Partner zu wichtig, als dass man das Rahmenabkommen scheitern lassen könnte. «Wenn das für die EU ein entscheidender Punkt ist, dann müssen wir darauf eingehen», sagte Diezi.

Bruggmann beharrte darauf, dass beim Lohnschutz Nachverhandlungen nötig seien. Brunner freute sich, über die SVP-Kündigungsinitiative abstimmen zu können, denn «wenn sie mit 60, 70 Prozent abgelehnt wird, hat der Bundesrat einen klaren Auftrag, die Verhandlungen aufzunehmen».

Herzog beklagt «Klimahype»

Verena Herzog erklärte bezüglich Klimawandel, dass aktuell ein «Klimahype» herrsche, der «stark von den Medien getragen wird. Da haben wir es von der SVP nicht so einfach, aber wir stellen uns der Diskussion». Herzog betonte, dass es bis heute nicht nachgewiesen sei, dass der Klimawandel menschengemacht sei. Hingegen würden massiv höhere Energiepreise garantiert die Wirtschaft schädigen.

Solche Aussagen kamen bei Didi Feuerle, der Herzog mehrfach als «Bremsklotz» in den Bemühungen um einen längst überfälligen Wandel in der Klimapolitik bezeichnete, nicht gut an. Dass die Schweiz nur im globalen Verbund den Klimawandel bekämpfen solle, könne er schon gar nicht mehr hören:

«Ich dachte und handelte schon grün, als Greta Thunberg noch gar nicht auf der Welt war».

Als er vor 30 Jahren so geredet habe, wie viele es heute tun, habe es geheissen: «Man kann den Umweltschutz auch übertreiben». Viktor Gschwend räumte ein, dass zwei Herzen in seiner Brust schlagen: «Als Gärtner, dem die Biodiversität sehr wichtig ist, bin ich sehr froh, dass der Protest existiert. Als Gewerbler, der das Öl für seine Gewächshäuser und Benzin für seine fünf Firmenautos braucht, tun mir die Preisauswirkungen natürlich weh».

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