Klimagipfel in Romanshorn: Eine kleine Gruppe will mit gutem Beispiel voran gehen

Was kann ich tun, damit sich etwas verändert? Am Samstag tauschten über ein Dutzend Einwohner Ideen aus.

Barbara Hettich
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Initiantin Claudia Itten (zweite von rechts) sitzt am Tisch mit Teilnehmern des Klimagipfels in der «sichtbar».

Initiantin Claudia Itten (zweite von rechts) sitzt am Tisch mit Teilnehmern des Klimagipfels in der «sichtbar».

(Bild: Barbara Hettich)

Der Klimawandel ist in aller Munde, doch was kann der Einzelne dagegen tun? Man kann seinen ökologischen Fussabdruck verkleinern und gerade auch dadurch ganz viel Spass am Leben haben. Dies zeigten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer am zweiten Klimagipfel am Samstagmorgen in der «Sichtbar» eindrücklich auf.

Alex und Claudia Itten hatten dazu eingeladen, und die bunt zusammengewürfelte, altersdurchmischte Gruppe diskutierte engagiert, wie man ein Umdenken in der Bevölkerung und insbesondere in der Politik beschleunigen kann. Mit einem Video-Clip, in dem unter anderem verständlich erklärt wurde, welche unterschiedlichen Auswirkungen eine CO2Abgabe gegenüber einer CO2-Steuer hat, leitete Alex Itten eine angeregte Diskussion ein.

Anreize für umweltschonendes Verhalten schaffen

Die Teilnehmer waren sich einig: Es braucht eine umfassende und gerechte CO2-Bepreisung, diese schade der Wirtschaft nicht, sondern belohne all jene, die sich für das Klima einsetzen. CO2-Emmissionen sollten sich im Preis der Produkte widerspiegeln und müssten für Konsumenten verständlich sichtbar werden. Ein Teilnehmer sagte:

«Ich habe nicht den ganzen Tag Zeit, das Kleingedruckte auf den Verpackungen zu vergleichen.»

Umweltschonendes Verhalten müsse einen finanziellen Anreiz haben. «Wenn wir bei der Kanti-Reise das Flugzeug nicht benutzen, dann sollten wir dafür belohnt werden», meinte ein anderer. Die Teilnehmer des Romanshorner Klimagipfels wollen nicht nur reden, sie wollen auch handeln. Die Zettel-Aktion «Häsch gwüsst…» möchten sie weiter verbreiten, um die Menschen in ihrem Umfeld zu informieren und zum Nachdenken zu animieren.

Radikales Umdenken nötig

Man will nicht moralisieren, sondern mit positiven Beispielen aufzeigen, wie viel Spass, Lebensfreude und Hoffnung ein Umdenken mit sich bringen kann. Im Wort «Klimagipfel» ist im übertragenen Sinn auch das Ziel beinhaltet, ein besseres Klima in der Stadt Romanshorn und untereinander zu schaffen. 

Die Initianten des Klimagipfels sind überzeugt, dass der Klimawandel ein radikales Umdenken erfordert. Sie stellen sich aber auf einen sehr langen Veränderungsprozess ein und möchten dazu einen Raum schaffen, in welchem sich Betroffene im kleinen Rahmen austauschen und Unklarheiten besprechen können. Ein Wunsch ist auch, dass das Beispiel Schule macht im Kanton. Es gibt tatsächlich bereits erste Interessenten, die das Format auch gerne übernehmen würden.

Am nächsten Klimagipfel am 18. Januar, 10.00 Uhr, in der «Sichtbar» an der Alleestrasse in Romanshorn werden die Teilnehmer auch darüber diskutieren, was man am 15. Mai zum grossen Klimagipfel organisieren könnte: Es soll nicht nur die Klimajugend streiken.

Klimanotstand

Der Stadtrat will demnächst entscheiden

Die von Mittelschülern gegründete «Klimagruppe Romanshorn» hat im September bei der Stadt eine Petition eingereicht, die verlangt, dass diese den Klimanotstand ausruft. Die Bittschrift haben 426 Personen unterschrieben. Der Stadtrat hat eine Antwort bis Ende Jahr in Aussicht gestellt. Das Thema Umweltschutz habe einen hohen Stellenwert in Romanshorn, hiess es von Seiten der Stadt bei der Übergabe der Petition. (mso)

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