Klima-Quiz mit dem Professor: In Kreuzlingen wird die Erderwärmung den Laien verständlich gemacht

Der Landschlachter Physiker und FDP-Kantonsratskandidat Gerd Ganteför erklärt den Klimawandel; und das mit Humor

Urs Brüschweiler
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Gerd Ganteför zeigt, wann die Menschen begannen Öl und Kohle zu verbrennen. Bild: Urs Brüschweiler

Gerd Ganteför zeigt, wann die Menschen begannen Öl und Kohle zu verbrennen. Bild: Urs Brüschweiler

(Bild: Urs Brüschweiler)

«Ich bin ja wirklich kein Grüner», sagt Gerd Ganteför. Radfahren und Veganerwerden sind nicht seine Rezepte gegen den Klimawandel.

«Wir müssen mit grösseren Kanonen schiessen.»

Globale Probleme müssten global angegangen werden.

Der gebürtige Leipziger wohnt in Landschlacht und ist Experimentalphysiker an der Uni Konstanz. Auch an der Pädagogischen Hochschule in Kreuzlingen hat er einen Lehrauftrag. Wie kein Zweiter bringt er sein Wissen unterhaltsam und mit einer gehörigen Prise Humor unter die Leute. Mit seinen Büchern und seinem Youtube-Kanal begeistert er auch Laien für die Naturwissenschaft.

Und er kandidiert für die FDP des Bezirks Kreuzlingen für den Kantonsrat. Die Partei, die das Umwelt-Thema für sich entdeckt hat, lud am Dienstagabend ins Trösch zu einem Vortrag mit Ganteför. Das Ansinnen: Das Klima und den Klimawandel verstehen.

Die Fakten sind eindeutig

Der Professor wurde den Erwartungen gerecht. Langweilig wurde niemanden unter den rund 50 Gästen, aber sie alle wurden im Laufe des Abends klüger. Mit einem Quiz – alle Besucher erhielten ein Gerät zur Liveabstimmung – hielt er sein Publikum fortwährend und erfolgreich bei der Stange.

Ganz der Wissenschafter präsentierte er die Fakten schonungslos aber unaufgeregt.

«Seit 1980 geht die Konzentration von Kohlendioxid in der Atmosphäre steil nach oben. Es gibt keine Diskussion, das sind wir. Und wir haben ein Problem.»

Alle Bemühungen der letzten Jahre, den Treibhauseffekt einzudämmen, hauten bislang nicht hin. Im Gegenteil, das in der Atmosphäre gemessene CO2 stieg zuletzt noch rekordverdächtig an.

«Die Emissionen nehmen nicht nur weiter zu, sondern es wird immer mehr.»

Es gebe aber auch gute Nachrichten: «Unser Planet ergrünt, weil es wärmer wird.»

Möglichkeiten mit der Erderwärmung umzugehen gibt es: Damit leben, den CO2-Ausstoss um die Hälfte reduzieren oder den Planeten aufforsten. Doch Folgen und Wege aus der Krise werden erst am 4. Februar, 19 Uhr im Trösch besprochen. Es wird an dem Abend eine Podiumsdiskussion stattfinden. Teilnehmer sind neben Gerd Ganteför (FDP), Nina Schläfli (SP) und Peter Dransfeld (Grüne).

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