Der Altnauer Hafenkiosk-Betreiber bangt um seine Existenz – eine Petition fordert den Erhalt des beliebten aber auch umstrittenen Treffpunkts

Die Gemeinde plant beim Gasthauses Krone am Seeufer ein neues Gastronomiegebäude zu erstellen. Der Kiosk im Hafengebäude hätte dann ausgedient, fürchtet dessen Betreiber.

Martina Eggenberger
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Das Altnauer Hafengebäude mit dem integrierten Badikiosk.

Das Altnauer Hafengebäude mit dem integrierten Badikiosk.

(Bild: Andrea Stalder)

Seit gut einer Woche liegt die Unterschriftensammlung beim Kiosk am Altnauer Hafen auf. Rund 200 Personen haben bereits unterzeichnet. Das schöne Spätsommerwetter hat sicherlich zum raschen Sammelerfolg beigetragen. Der Badeplatz war gut besucht, die Kinder haben eifrig Glace gekauft, die Erwachsenen gönnten sich einen Kafi oder ein Feierabendbier nach dem unverhofften Septemberbad im See.

Der Kioskbetreiber bangt allerdings um seine Existenz – und das liegt nicht am Umsatz. Er fürchtet, dass sein Geschäft geschlossen wird, wenn die Gemeinde bei der «Krone» ein neues Gastronomiegebäude erstellt und den Altbau zu einem Wohnhaus umfunktioniert. An diesen Plänen arbeitet die Gemeinde Altnau bekanntlich schon lange. Die Abstimmung für den entsprechenden Baukredit soll im November stattfinden, eine Information seitens des Gemeinderates demnächst erfolgen.

Im Petitionstext heisst es:

«Mit Erstaunen haben wir erfahren, dass unser geliebter Hafenkiosk im Rahmen der Neukonzeption Hafen Altnau/Umbau Krone geschlossen werden soll.»

Der Kiosk sei ein Ort der Entspannung und Musse. Badegäste könnten dort ungezwungen etwas konsumieren, selbst in Bikini und Badehose. «Der Kiosk ist für die Anlage Hafen Altnau eine Schnittstelle von Badeplatz, Hafen und Hotel Krone, der nicht verloren gehen darf.» Der Initiant der Unterschriftensammlung möchte sich nicht öffentlich zur Angelegenheit äussern. Es ist im Dorf ein offenes Geheimnis, dass der Kiosk nicht nur Fans, sondern auch Gegner hat. Das liegt in der Natur der Sache. Der Kiosk war anfangs im Hafenprojekt gar nicht vorgesehen. Und es gibt Hafennutzer, die gerne auf die Immissionen verzichten würden.

Hans FeuzGemeindepräsident Altnau

Hans Feuz
Gemeindepräsident Altnau

(Bild: PD)

Der Altnauer Gemeindepräsident Hans Feuz sagt denn auch, er erhalte ebenso viele positive wie negative Rückmeldungen zum Kioskbetrieb. Fakt sei: Der Mietvertrag für den Kiosk laufe immer nur ein Jahr. Er könne also eigentlich jährlich gekündigt werden. Gemietet wird er von den «Krone»-Pächtern, die hierfür wiederum einen Dritten eingesetzt haben.

Mit der Inbetriebnahme des neuen Restaurants werde es bei der «Krone» einen Pächterwechsel geben. In Verhandlungen mit dem neuen Pächter werde sich entscheiden, ob der Kiosk weitergeführt werde. Theoretisch sei das möglich, betont Gemeindepräsident Hans Feuz. Man habe aber auch beim neuen Restaurant-Pavillon mit Biergarten eine Aussenausgabe-Stelle vorgesehen.

Der Gemeindepräsident wiederholt:

«Am Ende entscheidet der neue Pächter, wie er es will und welche Abläufe und Angebote für ihn Sinn machen.»

Der Gemeinderat hingegen überprüfe lediglich, was im Hafenareal unter Berücksichtigung aller Interessen «zumutbar» sei.