Arboner Kiosk-Dieb: Sieben Monate nach Einbruch sitzt er in Untersuchungshaft

Im April quetschte sich ein schlanker Einbrecher durch ein Fenster in den «Städtli-Kiosk». Die Aufnahme der Überwachungskamera spricht Bände.

Miguel Lo Bartolo
Drucken
Teilen
Der schlanke Einbrecher verschaffte sich durch das eingeschlagene Fenster Zugang zum «Städtli-Kiosk»

Der schlanke Einbrecher verschaffte sich durch das eingeschlagene Fenster Zugang zum «Städtli-Kiosk»

(Bild: Donato Caspari)

Für den Kiosk-Betreiber Markus Hauser war es ein Schock: Als er am 29. April seinen Laden betrat, bemerkte er sofort, dass etwas nicht stimmte. Ein Fenster war eingeschlagen, die Theke fast leergeräumt. Dass sich jemand durch das schmale Fenster Zugang zum Kiosk verschaffen konnte, schien Hauser unmöglich, bis er sich die Aufnahmen der Überwachungskamera ansah. Auf diesen war ein erwachsener Mann mit Kapuzenpullover sichtbar.

Marco Breu, Oberstaatsanwalt und Medienverantwortlicher der Staatsanwaltschaft Thurgau, teilte kürzlich mit, dass ein Tatverdächtiger in diesem Fall festgenommen werden konnte. Er befände sich zurzeit noch in Untersuchungshaft.

«Zum aktuellen Zeitpunkt können aufgrund der hängigen Strafuntersuchung keine weiteren Angaben gemacht werden.»

Es gelte wie immer die Unschuldsvermutung.

Zwei männliche Täter

Der Überfall ereignete sich nachts um 2 Uhr. Noch ist unklar, wer alles am Einbruch beteiligt war. Allerdings: Auf dem Überwachungsvideo konnte Hauser zwei erwachsene Männer erkennen. Einer quetscht sich durch das eingeschlagene Fenster, zwischen Heizrohren und Scherben, in den Laden. Der andere wartete draussen und nimmt jeweils die Waren entgegen, die sein Komplize hinter der Theke entwendet.

Unter dem Diebesgut befinden sich unter anderem Glückslose, Zigaretten der Marke Marlboro sowie Kleingeld und Euro-Noten im Gesamtwert von über 4000 Franken. Da Hauser die Zigarettenstangen in einem abgeriegelten Schrank aufbewahrt, reissen sich die Täter einzelne Packungen unter den Nagel. Der Eindringling scheint es dabei überhaupt nicht eilig zu haben. Gemäss Überwachungsvideo ist er ganze 20 Minuten am Tatort.

Der Bandit löst schliesslich den Alarm aus, als er sich in den gesicherten vorderen Teil des Ladens begibt. Er wird hektisch und versucht durch das Fenster zu entwischen. Diesmal muss er sich von seinem Komplizen helfen lassen. Bei der Flucht schneidet er sich an den Scherben der eingeschlagenen Fensterscheibe. Er ist somit nicht nur gut auf dem Überwachungsvideo zu erkennen, er hinterlässt auch noch Blutspuren am Tatort. Die Verschwiegenheit der Staatsanwaltschaft lässt die Frage offen, ob er es war, der festgenommen wurde, oder einer seiner Komplizen.

«Ich hatte den Fall schon abgeschrieben»

Markus Hauser, Betreiber des «Städtli-Kiosk»

Markus Hauser, Betreiber des
«Städtli-Kiosk»

(Bild: Reto Martin)

Markus Hauser ist überrascht, als ihn die «Thurgauer Zeitung» über den Stand der Ermittlungen unterrichtet. «Ich hatte den Fall schon abgeschrieben», sagt Hauser. Immerhin liege der Einbruch schon über sieben Monate zurück. Es sei zwar erfreulich, dass mittlerweile ein Tatverdächtiger festgenommen werden konnte. Hauser hätte sich nichtsdestotrotz schnellere Ergebnisse erhofft, zumal diverse erdrückende Beweismittel sichergestellt werden konnten.

«Ich wusste nicht, dass in der Sache überhaupt noch ermittelt wird.»

Die Alarmanlage habe Hauser inzwischen ersetzt. Das Fenster wolle er aber sicherheitshalber noch mit einem kleinen Gitter schützen.

Einbrecher in Arbon war wohl ein Schlangenmensch

Durch ein winziges Fenster verschaffte sich jemand am Montag Zugang in den Städtli-Kiosk in Arbon. Mit Hilfe seines Komplizen entwendete er ausgewählte Zigaretten und Glückslose im Wert von 3500 Franken.
Jana Grütter