Kinder gehen ohne Eltern ins Kino

Diese Woche hat der Verein Zauberlaterne die Saison eröffnet. Er bringt Filme dem jungen Publikum nahe.

Annika Wepfer
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Moderatoren und Schauspieler stellen den Kindern spielerisch den anschliessenden Film und dessen Besonderheiten vor. (Bild: Annika Wepfer)

Moderatoren und Schauspieler stellen den Kindern spielerisch den anschliessenden Film und dessen Besonderheiten vor. (Bild: Annika Wepfer)

Die Eingangshalle des Liberty Cinema Weinfelden war am Dienstagnachmittag voll mit Kindern. Sechs- bis Zwölfjährige belagerten die Essenstheke des Kinos. «Ich will Popcorn», ruft ein Kind zu seiner Mami. Die Kinder wirken sehr aufgeregt. Denn es ist wieder Zeit für die Zauberlaterne. Und das bedeutet für die Kleinen Kinobesuche ohne Eltern.

Der Verein Zauberlaterne sorgt dafür, dass Kinder im Primarschulalter spielerisch und pädagogisch die Geschichte der Filme und des Kinos kennen lernen. Die Saison dauert von September, bis Juni und umfasst neun Vorstellungen.

Kinder auf dem Weg zur Selbstständigkeit

Hastig verabschieden sich die Kinder von ihren Eltern und stürmen die Treppe zum Kinosaal hoch. Alle wollen sich den besten Platz sichern. «Die Kinder haben grossen Spass und die Eltern wissen, dass ihre Kinder von unseren Kinomamis gut betreut werden», erzählt die Vizepräsidentin Andrea Erat.

Die sogenannten Kinomamis sind während der ganzen Vorstellung für die Kinder verantwortlich. Vor jedem Film reden und diskutieren Moderatoren und Schauspieler zusammen mit den Kindern über den Film und dessen Besonderheiten.

Fünf Frauen, ein Ziel

1992 wurde der gemeinnützige Verein Zauberlaterne gegründet. Er soll ein Filmklub für Kinder im Primarschulalter sein. Den Klub gibt es inzwischen schon weltweit und er ist sehr erfolgreich. Zu den Kindergartennachmittagen hat der Verein auch Wettbewerbe anzubieten.

«Der ganze Vorstand wechselte vergangenes Jahr. Wir waren fünf Hausfrauen, die sich für die Kinder einsetzen wollten, kannten uns untereinander aber nicht», sagt Präsidentin Sandra Ita. «Mittlerweile sind wir ein sehr gutes Team. Wir arbeiten gemeinnützig, aber der Lohn, den wir bekommen, sind die leuchtenden Kinderaugen.»