Kick it like Luana: Eine Bergerin auf dem Weg an die Fussball-Spitze

Die 14-Jährige aus Berg ist auf dem Weg zur Fussball-Elite. Ihr Ziel: Die Damenmannschaft des VfL Wolfsburg.

Janine Bollhalder
Drucken
Teilen
Luana Bürge träumt von einer Karriere im VfL Wolfsburg. (Bild: Reto Martin)

Luana Bürge träumt von einer Karriere im VfL Wolfsburg. (Bild: Reto Martin)

In zwei Wochen beginnt das Training wieder für sie: Nachwuchs-Fussballspielerin Luana Bürge ist auf dem Weg an die Spitze. Ihr Ziel sind die Wölfe, die Damenmannschaft des VfL Wolfsburg. «Das ist eine der besten Frauenmannschaften in Europa», sagt sie.

Die 14-Jährige geniesst momentan ihre Sommer- und Fussballferien. Normalerweise hat sie einen Match pro Woche. Dafür trainiert sie sechsmal pro Woche. «Reiten war auch mal eines meiner Hobbys. Aber dann habe ich mich entscheiden müssen», sagt sie. Fussball habe gewonnen. «Ich liebe den Mannschaftssport und bewege mich gerne.»

Ein Mädchen unter 24 Jungs

Als Vierjährige hat Luana angefangen, Fussball zu spielen. «Eigentlich war sie damals noch zu jung zum Spielen», sagt ihre Mutter Franziska Bürge. Dank dem Einsatz von Fritz Küng, dem Platzwart des Sportclub Berg, habe sie dann aber mit den Bambini mitspielen dürfen.

Im Alter von sieben Jahren wechselte Luana dann ins Damenfussballteam Uzwil und spielte gleichzeitig im SC Berg. «Allerdings hat sie eine grössere Herausforderung gesucht», sagt Bürge. Deshalb wechselte die damals Achtjährige nach einem erfolgreichen Sichtungstraining zum FC Zürich. Dort spielt sie noch heute.

Es macht Luana Bürge nichts aus, nur mit Jungs Fussball zu spielen. (Bild: Reto Martin)

Es macht Luana Bürge nichts aus, nur mit Jungs Fussball zu spielen. (Bild: Reto Martin)

In der Mannschaft des FCZ spielt Luana ausschliesslich mit Jungs, die ein Jahr jünger sind als sie. «Mädchen, die mit Buben trainieren, sind viel schneller und kräftiger», sagt Bürge, die am liebsten als Innenverteidigerin spielt. Buben werde nämlich mehr gefordert, erklärt sie.

Auch in der Sportschule trainiert Luana hauptsächlich mit männlichen Teamkameraden. Nur ein anderes Mädchen gäbe es neben ihr. «Aber das macht mir nichts, die Buben sind nett und akzeptieren mich.»

Luana nimmt nach den Sommerferien die zweite Oberstufe in Angriff. Sie besucht die Sportschule Bürglen. «Diese Schule erleichtert die Kompatibilität von Schule und Training ungemein», sagt Franziska Bürge. Sie und ihr Mann stehen voll hinter dem Hobby ihrer Tochter und scheuen auch nicht davor zurück, Luana immer zu ihren Spielen zu begleiten.

«Wir haben Luana und ihren Bruder oft zu Fussballmatchs nach St. Gallen mitgenommen, als sie noch klein waren», sagt Franziska Bürge. Sie vermutet, dass diese Kindheitserlebnisse Luanas Liebe zum Fussball erklären. Das Mädchen mit den braunen Haaren lacht, sie nehme das Fussballspielen aber etwas ernster als ihr Bruder.

Vor Verletzungen sei sie bisher verschont geblieben. Sollte es aber nicht klappen mit der Profikarriere, möchte sie Lehrerin werden. «Vielleicht auch Sportlehrerin», sagt sie.

Mädchen bleiben am Ball

Silvia Heeb vom Vorstand des Thurgauer Fussballverbands (TFV) engagiert sich für den Mädchen- und Frauenförderung. Um Interessierten den Fussballsport näherzubringen, hat der TFV den Girls Day ins Leben gerufen. An diesem Tag sollen Mädchen im Alter von 9 bis 13 Jahren für das Fussballspielen begeistert werden.

Die ersten beiden Girls Days in Aadorf und Berg waren ein Erfolg, Heeb spricht von einem positiven Feedback. Der Girls Day diesen Jahres wird am 22. September in Frauenfeld stattfinden, gleichzeitig mit dem TKB-Junioren-Tag. Die Teilnehmerinnen werden vom TFV eingeladen. Silvia Heeb unterstützt jungen Spielerinnen und deren Eltern auch nebst dem Girls Day, denn sie ist davon überzeugt, dass auch Mädchen hochgesteckte Karriereziele im Fussball erreichen können. (jab)

Der Thurgauer Traum vom Glitzer auf Eis

Livia Kaiser besitzt als einzige Eiskunstläuferin im Thurgau die Talentcard N. In der kommenden Saison startet sie im Schweizerischen Junioren-Nationalteam.
Janine Bollhalder

Märwiler Bub tanzt seinen Traum

Der elfjährige Arjan Steurer ist bereits ein nationaler Leistungssportler. Er träumt von einer Karriere als Tänzer. Trotzdem steht er seiner Tanzpartnerin noch ab und zu auf die Füsse.
Janine Bollhalder