Kesswil
Primarschulgemeinde Dozwil-Kesswil schreibt dank hohen Nachsteuern schwarze Zahlen

Die Rechnung für das Jahr 2020 schliesst mit einem Plus von 181'000 Franken ab. Die Steuereingänge liegen weit über den Erwartungen. Doch das dürfte in dieser Art einmalig gewesen sein.

Markus Schoch
Merken
Drucken
Teilen
Schulanlage in Dozwil.

Schulanlage in Dozwil.

Bild: PD

Schulpfleger Adrian Gut sprach am Mittwochabend an der Versammlung der Primarschulgemeinde von einem «sehr erfreulichen Abschluss». Die Rechnung für das Jahr 2020 weist einen Ertragsüberschuss von 181'000 Franken aus. 170'000 Franken gehen in den Erneuerungfonds Bauten, der jetzt mit 1,22 Millionen Franken gefüllt ist. Die restlichen 11'000 Franken werden aufs Eigenkapital übertragen.

Grund für das gute Ergebnis sind höhere Steuererträge im Umfang von 422'000 Franken, und zwar hauptsächlich Nachsteuern aus (sehr viel) früheren Jahren im Umfang von rund 500'000 Franken, was einmalig bleiben dürfte, sagte Gut. Dazu kommen weit höher als erwartet eingegangene Grundstückgewinnsteuern (fast 114'000 Franken statt 25'000 wie budgetiert). Gleichzeitig hatten die Verantwortlichen auch die Ausgaben im Griff. «Es gab Einsparungen», sagte Gut vor 27 Schulbürgern in der Kesswiler Mehrzweckhalle.

Kehrseite des guten Ergebnisses: Die Schulgemeinde erhielt nicht wie erhofft 70'000 Franken aus dem kantonalen Finanzausgleich, sondern musste im letzten Jahr fast 204'000 Franken nach Frauenfeld überweisen. Gut geht davon aus, dass die Primarschulgemeinde in den nächsten Jahren ein Nettozahler bleibt. Auch wenn sich gemäss Finanzplan der Steuerertrag wieder auf dem tieferem Niveau der Vorjahre einpendeln sollte.

Steuerfuss im Moment kein Thema

Das Budget fürs Jahr 2021 rechnet mit einem Minus von 175'000 Franken. Die Erfahrung zeige, dass das Ergebnis am Schluss besser sei, sagte Gut. Am Steuerfuss von aktuell 60 Prozent will die Behörde gemäss Gut nicht rütteln, auch wenn er gemäss Berechnungen in den nächsten Jahren bei 64 bis 65 Prozent liegen müsste. Gut sagte:

«Das Eigenkapital erlaubt uns, den Steuerfuss zu halten.»

Die Schülerzahlen sind in den letzten Jahren leicht gesunken und sollen sich in naher Zukunft bei rund 140 einpendeln, sagte Schulpräsident Christian Rumpf. Wenn er sich die vielen Kinderwagen vor Augen führe, denen er beim Spazieren begegne, mache er sich keine Sorgen, dass die Prognosen auch eintreffen würden, meinte er mit einem Augenzwinkern.

Schulpräsident Christian Rumpf.

Schulpräsident Christian Rumpf.

Bild: PD

Aufbau der Schulsozialarbeit

Rumpf informierte die Schulbürger darüber, dass die Schulgemeinden im Kreis einen Schulsozialarbeiter oder eine Schulsozialarbeiterin mit einem Pensum von 80 Prozent anstellen wollen, wobei auch ein Job-Sharing-Modell mit zwei 40 Prozent-Pensen denkbar sei. Das Angebot soll von Interventionen bis hin zu Präventionsmassnahmen reichen.

Schliesslich verabschiedete Rumpf Behördenmitglied Armin Löw, der für die Liegenschaften zuständig ist und auf Ende der laufenden Amtsperiode seinen Rücktritt eingereicht hatte. Und er begrüsste dessen Nachfolger Andrija Pendic, der am 7. März gewählt worden war.