Kesswil
Donnergrollen, Platzregen und zum Schluss viel Schlamm: Hammerballer lassen sich von den Wetterkapriolen nicht beirren

Auf der Badwiese in Kesswil trug der örtliche Turnverein am Samstag zum fünften Mal die Schweizer Meisterschaft in der Randsportart aus. Bei den Männern hatte der TV Neuwilen die Nase vorne, bei den Damen der DTV Oberaach.

Trudi Krieg
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Die Spieler müssen auch bei schwierigen Bodenverhältnissen versuchen, den Bällen auszuweichen.

Die Spieler müssen auch bei schwierigen Bodenverhältnissen versuchen, den Bällen auszuweichen.

Bild: Trudi Krieg

Hammerball spielte man im Seedorf schon vor Jahrzehnten, erinnerte sich ein älterer Kesswiler. Der Turnverein gab der mit Völkerball vergleichbaren Sportart verbindliche Regeln und rief 2017 die Schweizer Meisterschaft ins Leben, welche letzten Samstag zum fünften Mal durchgeführt wurde.

Hammerball

Drei Bälle, sechs Spieler, ein Ziel

Hammerball ist eine nicht-olympische Sportart, die Ausdauer, Geschick und Schnelligkeit erfordert. Es spielen zwei Teams mit insgesamt drei Volleybällen gegeneinander und versuchen dabei mit Bällen, die sechs Gegner auf der anderen Seite zu treffen, um diese so aus dem Spielfeld zu schicken. Ziel ist es, alle Mitglieder des gegnerischen Teams aus dem Spielfeld zu werfen oder innerhalb von fünf Minuten mehr Spieler auf dem Feld zu haben als das gegnerische Team.

Donnergrollen und Platzregen begleiteten am Morgen die Mitglieder vom TV Kesswil beim Aufstellen der Infrastruktur auf der Badwiese. Das ganze Gelände musste abgesperrt werden, damit niemand Zugang hatte, ausser durch den Eingang, wo strenge Covid-19-Zertifikat-Kontrollen durchgeführt wurden. Zum Programm des TV Kesswil gehören zwar wöchentliche Hammerballspiele, aber der Verein konnte am Samstag keine Mannschaft stellen, weil die Mitglieder anderweitig im Einsatz standen.

Über 50 Teams kämpften um Ruhm und Ehre

Das Teilnehmerfeld war nochmals grösser als zuletzt und umfasste 51 Mannschaften (davon 22 Damenteams). Dabei waren viele neue Teams dabei: Sie kamen aus Bern, Basel, Zürich, dem Aargau, Ausserrhoden, St.Gallen und dem Thurgau. Die Durchführung der Schweizer Meisterschaft sei nur dank der treuen Sponsoren und dem Entgegenkommen der Gemeinde möglich, sagte OK-Präsident Joey Geering.

Das Wetter spielte lange mit. Angespornt von den Zuschauern überhörten die Spieler und Spielerinnen die ersten Donnergrollen. Schliesslich entlud sich das angekündigte Sommergewitter mit voller Wucht. Die Wiese wurde zum Schlammfeld – wie schon im letzten Jahr. Gegen 19.15 Uhr konnten die Finalspiele durchgeführt werden.

Egnacher verlieren beide Finalspiele

Bei den Herren machten der TV Neuwilen 1 und der STV Neukirch-Egnach 1 den Sieg unter sich aus, wobei Neuwilen das bessere Ende hatte. Bronze holte sich das Team vom TV Wolfhalden.

Bei den Damen spielten der DTV Oberaach und der DTV Neukirch-Egnach um Gold. Neukirch-Egnach gewann die beiden letzten Austragungen 2019 und 2020 und hätte somit bei einem dritten Sieg in Folge den Pokal behalten können. Das Triple gelang ihnen aber nicht. Der DTV Oberaach machte den Egnacherinnen einen Strich durch die Rechnung und holte den Titel. Dritter wurde die Damenriege Bettwiesen.

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