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Quiz

«Keine Wertschätzung fürs Produkt»: Bauernfamilie aus Illhart kämpft gegen Food Waste und verkauft zu grosse Rüebli

Familie Aschmann erlebt auf ihrem Bauernhof fast täglich, dass einwandfreies Gemüse auf dem Kompost landet. Um gegen Food Waste anzukämpfen, verkaufen sie nun ihre unförmigen Rüebli direkt ab Hof. Testen Sie Ihr Wissen rund ums Gemüse im Quiz.
Sabrina Bächi
Lea und Peter Aschmann vom Birkenhof in Illhart bieten diesen Samstag auf ihrem Hof ihr marktuntaugliches Gemüse an. (Bild: Donato Caspari)

Lea und Peter Aschmann vom Birkenhof in Illhart bieten diesen Samstag auf ihrem Hof ihr marktuntaugliches Gemüse an. (Bild: Donato Caspari)

Zu klein, zu dick oder zu viele Beine: Rund die Hälfte der Rüebli entspricht nicht der Norm. Das weiss auch Familie Aschmann. Auf ihrem Biobauernhof pflanzt sie das orange Gemüse an. Das meiste davon landet aber nicht in dem Laden beim Konsumenten, sondern in dem Kuhfutter, auf dem Feld oder in der Biogasanlage.

Frage 1 / 10

Testen Sie Ihr Wissen rund um Schweizer Gemüsesorten

Welches Gemüse hat im April Saison?

Zuckerhut
Peperoni
Kefen
Kohlrabi
Broccoli

«Wir finden, es kann nicht sein, dass wir Produkte, die eigentlich gut sind, wegwerfen müssen», sagt Lea Aschmann, die auf dem Familienbetrieb im Büro arbeitet. Die Qualitätsstandards der Grossverteiler sind klar. Das Gemüse muss in ihre Norm passen. Die Natur lässt sich jedoch nicht normieren. Je nach Anbaubedingungen unterscheiden sich Qualität, Form und Grösse. Deshalb findet einwandfreie Ware manchmal den Weg zum Detailhandel nicht.

Doch diese Ware einfach wegzuwerfen, kann die Bauernfamilie nicht vertreten, weshalb sie nun an drei Samstagen einen Direktverkauf ihres Gemüses, welches als nicht mehr marktfähig gilt, organisiert.

Am Samstag Nachmittag zwischen 13 und 17 Uhr findet er zum ersten Mal statt. «Wir haben bisher sehr positive Rückmeldungen auf diese Idee erhalten», sagt Aschmann. Ein Mitarbeiter habe diesen Verkauf vorgeschlagen. Wichtig ist ihnen, dass die Kunden ihre eigenen Gebinde oder Körbe mitbringen.

«Wir wollen nicht, dass wir Plastiksäcke brauchen, das gehört ja auch zum ökologischen Gedanken.»

Erscheinungsbild ist ein Knackpunkt

Urs Müller, Leiter Obst, Gemüse, Beeren vom BBZ Arenenberg, bestätigt die teilweise hohe Restmenge, die nicht an die Grossverteiler geliefert werden kann. «Rüebli sind ein schwieriges Gemüse. Der Boden und die Bewässerung müssen stimmen und es darf nicht zu viele Steine in der Erde haben», sagt Müller.

Urs Müller, Leiter Obst, Gemüse, Beeren im BBZ Arenenberg. (Bild: Nana do Carmo)

Urs Müller, Leiter Obst, Gemüse, Beeren im BBZ Arenenberg. (Bild: Nana do Carmo)

Auch bei den Gurken sei die Erscheinungsform ein Knackpunkt und beim Salat könne es vorkommen, dass wegen Läusen ganze Paletten wieder an den Produzenten zurückgeschickt werden und schliesslich in der Biogasanlage landen. «Findet der Kontrolleur bei einem Salatkopf Läuse, geht das ganze Palette zurück», sagt Müller.

Konsument verhält sich homogen

Auch wenn er die Normen nicht nur gut findet und Grossverteiler auch wegen ihrer Ansicht, der Kunde wolle ja nur schönes Gemüse, kritisiert, muss er doch eines zugeben:

«Es hat sich gezeigt, dass sich der Konsument ziemlich homogen verhält: Krumme Rüebli oder unschöne Äpfel werden nicht gekauft.»

Gäbe es eine Unterversorgung bei einem Gemüse, würde die Toleranz zunehmen. Doch Unterversorgungen können mit Import wettgemacht werden. Was ihn richtiggehend wütend macht: «Ich beobachte immer wieder, dass Leute Gemüse und Früchte wegwerfen. Die Wertschätzung den Produkten gegenüber ist nicht mehr da.»

Deshalb sei es auch falsch, nur die Grossverteiler wie Migros, Coop, Aldi oder Lidl zu kritisieren. Auf der anderen Seite gebe es aber durchaus Kunden, die auch mal ein krummes Rüebli kaufen würden.

Gemüse für Fertigprodukte

Pascal Egger, Leiter Einkauf bei Gemüse Egger in Wertbühl, bestätigt ebenfalls, dass das Thema Food Waste derzeit gross sei. Auch bei ihnen lande mal Gemüse in der Biogasanlage. Allerdings eher wegen qualitativer Mängel. «Wir bringen unser Gemüse eigentlich immer irgendwie weg», sagt Egger.

Allerdings hätten sie beispielsweise keine Rüebli. Und Salate seien tendenziell einfacher zu verkaufen. «Wir können das, was der Grossverteiler nicht will, an Produzenten für Fertigprodukte oder an Gastrobetriebe weiter geben.» Auch zu grosse Kartoffeln seien kein Problem.

«Gerade grosse Härdöpfel mögen die Betriebe, aus denen gibt es schöne Pommes frites.»

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