Kein Öl mehr in der Aach bei Romanshorn

Dafür ist ein neues Problem aufgetaucht. Es zu lösen, dürfte schwierig sein.

Markus Schoch
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Die Aach bei der Mündung im Bereich des Hafens.

Die Aach bei der Mündung im Bereich des Hafens.

Reto Martin

Die Suche war beschwerlich und langwierig. Doch der Aufwand hat sich gelohnt. Die Quelle der Verschmutzung ist gefunden. Und der Kanton hat dafür gesorgt, dass unmittelbar nichts mehr passieren kann. «Ich bin froh», sagt Marcel Meier vom Pikettdienst im Amt für Umwelt (Afu).

Seit Jahren fliesst Öl in die Aach. Jetzt weiss man endlich, woher es kommt und wie es seinen Weg in den Fluss fand. Es sind Altlasten im Boden im Bereich des Romanshorner Werkhofes, wo früher eine Giesserei stand, wie aufwendige Abklärungen des Kantons ergeben haben.

Das Problem ist gelöst

In die Aach gelangte das Öl über eine kaputte Regenwasserleitung, die bis zum Bahndamm reicht und in die das Öl sickern konnte. «Wir haben sie abgehängt», sagt Meier. Es scheint so zu sein, dass damit das Problem gelöst ist. Jedenfalls ruft seither niemand mehr bei ihm und seinen Kollegen in Frauenfeld an wegen einer Ölspur im Fluss, was früher fast täglich passierte.

Alle anderen Zuleitungen sind offenbar sauber. Zumindest ist es jene, die das Afu ebenfalls in Verdacht hatte, problematische Rückstände in die Aach zu spülen. «Wir haben dort nichts gefunden», sagt Meier.

Muss der Standort saniert werden?

Für ihn sei die Sache damit abgeschlossen. Am Zug sind jetzt andere. Zum einen die Stadt, die eine neue Regenwasserleitung im betreffenden Gebiet verlegen muss. Und zum anderen die Bodenfachleute im Amt für Umwelt, die der Frage nachgehen dürften, ob die Altlast saniert werden muss oder nicht. Noch bis vor kurzem sahen sie keinen Handlungsbedarf. «Es ist alles offen», sagt Meier.

In der Ölsperre blieb viel Abfall hängen.

In der Ölsperre blieb viel Abfall hängen.

(Bild: Donato Caspari)

Ungelöst ist ein anderes Problem, auf das der Kanton zufällig gestossen ist. In der Ölsperre, die er gelegt hatte, blieb enorm viel Abfall hängen: Flaschen, Büchsen, Verpackungen und anderes mehr.

Jemand deponierte seinen Abfall in einem Loch

Sekundarschüler aus Romanshorn und Salmsach sammelten Ende Jahr im Rahmen eines Sozialprojektes innert kurzer Zeit 80 Kilogramm Müll, den sie am Ufer der Aach fanden, die in den Bodensee mündet. Sie seien erschrocken ob der grossen Menge, schreiben sie in einem Bericht, der kürzlich im Mitteilungsblatt der Schule erschienen ist. «Der traurigste Fund war ein Loch, in dem offenbar jemand seine privaten Abfälle entsorgte», heisst es dort weiter.

Abfall, den die Sekschüler an der Aach einsammelten.

Abfall, den die Sekschüler an der Aach einsammelten.

(Bild: PD)

Etwas dagegen zu tun, sei schwierig, sagt Meier. Er sei froh, dass er sich nicht darum kümmern müsse.