Kein Fantastical
«Das Risiko ist zu gross»: Kreuzlinger Seenachtfest findet trotz umfangreicher Lockerungen definitiv nicht statt

Ab Samstag gibt es für Veranstaltungen mit Covid-Zertifikat keine Beschränkungen mehr. Dennoch verzichten das OK des Kreuzlinger Seenachtfest Fantastical auf eine Durchführung Mitte August.

Rahel Haag
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Das Kreuzlinger Seenachtfest Fantastical fällt in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge ins Wasser – trotz der angekündigten Lockerungen.

Das Kreuzlinger Seenachtfest Fantastical fällt in diesem Jahr zum zweiten Mal in Folge ins Wasser – trotz der angekündigten Lockerungen.

Bild: Andrea Stalder
(11. August 2019)

7 Wochen, 1 Tag, 2 Stunden, 8 Minuten und 46 Sekunden – der Countdown auf der Website des Kreuzlinger Seenachtfests Fantastical läuft noch. Doch er wird ins Leere laufen. Daran ändern auch die umfangreichen Lockerungen nichts, die der Bundesrat am Mittwochnachmittag angekündigt hat. Geschäftsführer Thomas Gut sagt:

«Natürlich ist uns der Gedanke durch den Kopf geschossen, das Fantastical doch noch durchzuführen.»
Thomas Gut, Geschäftsführer Fantastical.

Thomas Gut, Geschäftsführer Fantastical.

Bild: PD

Vor einem Monat hatte das OK das Seenachtfest nach 2020 auch für 2021 abgesagt. «Diese Entscheidung haben wir bis zum letztmöglichen Zeitpunkt hinausgezögert», sagt Gut. Und an dieser würden sie nun festhalten. «Wir sind überzeugt, dass das Seenachtfest dieses Jahr nicht rentabel umsetzbar ist.» Das Risiko sei schlicht zu gross. Immerhin seien sie ein Verein, die Mitglieder arbeiteten ehrenamtlich. Allein die Absage habe einen Verlust von rund 40'000 Franken zur Folge.

Hinzu käme die knapp bemessene Vorlaufzeit. Das Fantastical innert sieben Wochen auf die Beine stellen zu wollen, bezeichnet Gut als «Weitsprung aus dem Stand» von dem nicht nur der Verein, sondern auch Partner wie die Kantonspolizei Thurgau und deren Seepolizei betroffen gewesen wären.

Kontrollen am Eingang wären möglich gewesen

Dass die Besucherinnen und Besucher ein Covid-Zertifikat hätten vorweisen müssen, sieht Gut nicht als grosses Problem. Sie könnten das Gelände jeweils gut gegen aussen abriegeln.

«Wir hätten am Eingang zuverlässig kontrollieren können.»

Logistisch wäre dies allerdings zur Herausforderung geworden. «Wir hätten doppelt so viel Personal gebraucht», sagt Gut, «was wiederum Auswirkungen auf die Kosten gehabt hätte.»

Zudem ist sich Gut nicht sicher, ob die Akzeptanz für Grossanlässe in der Bevölkerung tatsächlich gegeben ist. Die Coronakrise habe Spuren hinterlassen.

«Wir dürfen nicht so tun, als ob nie etwas gewesen wäre.»

Die Pandemie und die beiden «Totalausfälle» hätten ihnen zugesetzt und zu denken gegeben. «Klar sind wir lieber Löwen als Lämmchen», sagt er, «doch, wir wollen nicht einfach das Konzept von 2019 aus der Schublade holen und weitermachen wie bisher.» Stattdessen wollten sie den Event für das kommende Jahr ganz neu denken. Gut ist überzeugt:

«Corona kann auch eine Chance sein.»