Katholiken von Bischofszell und Sitterdorf wählten erstmals eine gemeinsame Kirchenvorsteherschaft

Die konstituierende Versammlung der neuen katholischen Kirchgemeinde wählte die Organe, bewilligte einen Kredit und sagte Ja zum Budget. Die Abstimmung über den Gemeindenamen fiel deutlich aus.

Georg Stelzner
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Die Behörde der neuen Katholischen Kirchgemeinde Bischofszell: Christian Hinder, Corinna Pasche (Kirchenpflege), Daniel Schilling, Thomas Diethelm (Kirchenpräsidium), Andreas Scheiwiler, Anita Hinder und Ueli Beyer.Bild: Georg Stelzner

Die Behörde der neuen Katholischen Kirchgemeinde Bischofszell: Christian Hinder, Corinna Pasche (Kirchenpflege), Daniel Schilling, Thomas Diethelm (Kirchenpräsidium), Andreas Scheiwiler, Anita Hinder und Ueli Beyer.Bild: Georg Stelzner

Thomas Diethelm, Präsident der neuen Kirchgemeinde, verbarg seine Freude über die grosse Zustimmung zu sämtlichen Anträgen und Wahlvorschlägen am Ende nicht. Er wertete es als ausserordentliches Zeichen des Vertrauens.

Fünf Monate, nachdem die Katholischen Kirchgemeinden Bischofszell und Sitterdorf den Vereinigungsvertrag genehmigt hatten, fanden sich am Donnerstagabend 105 Stimm- berechtigte im Bürgersaal des Bischofszeller Rathauses ein, um an der ersten Gemeindeversammlung teilzunehmen.

Einen Namen hatte die neue Kirchgemeinde zu Versammlungsbeginn noch nicht. Das Kuriosum war darauf zurückzuführen, dass am 21. Juni in Bischofszell und Sitterdorf kein einheitliches Votum zustande gekommen war. Bei der Urnenabstimmung im Rathaus setzte sich nun «Bischofszell» gegen «Bischofsberg» mit 79:25 Stimmen durch.

Beleuchtung weist gravierende Mängel auf

Die Wahl der Organe der neuen Katholischen Kirchgemeinde Bischofszell fand ebenfalls geheim statt und bescherte allen Kandidierenden ein glänzendes Ergebnis (siehe Kasten). Die meisten Gewählten hatten sich bereits in den beiden bisherigen Kirchgemeinden engagiert. «Das ist sehr wertvoll», stellte Diethelm fest.

Das Kreditbegehren von 190'000 Franken für die Erneuerung der Lichtanlage und der Elektroverteilung in der Stiftskirche St. Pelagius begründete Diethelm nicht nur mit materiellen Unzulänglichkeiten und den fehlenden Möglichkeiten, die Beleuchtung zu variieren.

Kirche muss für junge Leute attraktiv sein

Der Präsident verwies auch auf die negativen Folgen schlechter Rahmenbedingungen. Man brauche kirchliche Gebäude, die belebt und auch für Jugendliche attraktiv sind, betonte Diethelm. Ins selbe Horn stiess der Kirchenpräsident bei der Vorstellung des Budgets durch Corinna Pasche.

Diethelm betonte dabei auch die Notwendigkeit, in eine attraktive Gemeindekatechese sowie eine zeitgemässe Jugendarbeit zu investieren. Diethelm fasste seine Überlegungen so zusammen: «Wir müssen alles dafür tun, dass Menschen sich durch die Kirche angesprochen fühlen. Nur dann sind sie bereit, sich für die Kirche zu engagieren. Mit einem Budget für die Zukunft unserer Kirche vor Ort können wir dafür ein Zeichen setzen.»

Sanierungsbedürftiger Kirchturm in Sitterdorf

Die Kirchbürger schienen diese Einschätzung zu teilen, hiessen sie das auf einem Steuerfuss von 24 Prozent basierende Budget doch ohne Gegenstimmen gut. Die gleiche Einhelligkeit hatte sich zuvor schon bei der Abstimmung über den Kreditantrag gezeigt. Die nötigen Arbeiten sollen bis zum Advent 2019 abgeschlossen sein.

Mit der Sanierung des 56 Jahre alten Sitterdorfer Kirchturms kündigt sich ein nächstes Projekt an. Die Kirchenvorsteherschaft holt Offerten ein, damit im Frühjahr 2019 über einen Kreditantrag abgestimmt werden kann.