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Zwei Jahre nach Olympia-Bronze: Heidi Diethelm zieht Karriereende in Betracht

Noch vor der WM Anfang September in Südkorea will sich Pistolenschützin Heidi Diethelm Gerber entscheiden, ob sie Ende Saison zurücktritt oder bis zu den Olympischen Spielen 2020 weitermacht.
Urs Huwyler
Jahrelang prägte Heidi Diethelm den Schweizer Schiesssport auf internationalem Topniveau. Damit könnte bald Schluss sein. (Bild: Urs Huwyler)

Jahrelang prägte Heidi Diethelm den Schweizer Schiesssport auf internationalem Topniveau. Damit könnte bald Schluss sein. (Bild: Urs Huwyler)

«Nein, die Resultate spielen keine Rolle», antwortet Pistolenschützin Heidi Diethelm Gerber auf die Frage, ob sich das Abschneiden an der WM in Changwon auf ihr sportliche Zukunft auswirken werde. «Ich werde mich vor der WM entscheiden, ob und wie es weitergeht», sagt die 49-jährige Märstetterin, die an den Olympischen Spielen 2016 in Rio mit ihrer Bronzemedaille das ganze Land verzückt hatte. Derzeit Diethelm allein in den Bergen und macht sich nach Ende der Weltcup-Phase Gedanken, ob und wie es mit ihrer internationalen Karriere weitergehen soll.

Dass sich die Thurgauerin zwischen den Olympischen Spielen 2016 und 2020 mit einem allfälligen Rücktritt beschäftigt, überrascht. Zumal sie in den vier Weltcup 2018 (jeweils Doppelstart 10 m/25 m) dreimal im Final der besten acht stand und damit ihr Minimalziel erreicht hatte. Zweimal wurde sie Achte, einmal Siebte. «Die Resultate gehen in Ordnung, obwohl ich mir mehr erhofft hatte», sagt Diethelm. Für jeden andern Schweizer Schiesssportler, ob Pistole oder Gewehr, wären die Platzierungen ein Grund zu jubeln.

«Manchmal stehe ich mir selbst im Weg»

Doch Diethelm beurteilte ihre Leistungen seit jeher kritisch. Es habe in der laufenden Saison Phasen innerhalb der Wettkämpfe gegeben, mit denen sie zufrieden sei. Aber auch andere. «Bisher fehlt die Konstanz. Um vorne dabei zu sein, muss ich im Präzisions- und Schnellfeuer-Teil punktemässig vorne dabei sein.» Bei der Verunsicherung handelt es sich weitgehend um die Spätfolgen des Olympia-Erfolgs. Auf die Spiele in Rio 2016 konnte sie sich nach ihren Vorstellungen und Bedürfnissen vorbereiten, 2017 war dies wegen der vielen Termine und Erwartungen an ihre Person kaum möglich. Auch nicht, weil die vom Naturell her eher harmoniebedürftige zweifache Europameisterin bei Anfragen kaum einmal Nein sagt. Manchmal, so Diethelm, stehe sie sich selbst im Weg.

Diethelm, muss überzeugt sein, im Hinblick auf Olympia 2020 in Tokio nochmals die zeit- und belastungsintensive Struktur von vor vier Jahren aufbauen zu können. Bestünden daran Zweifel, wäre dies für die Sympathieträgerin wohl gleichbedeutend mit dem Karriereende. «In meiner Biografie fehlen wegen des späten Einstiegs in den Spitzensport rund 40 Jahre Erfahrung», sagt sie. «Das lässt sich nicht wegdiskutieren und damit muss ich klar kommen.» Die Märstetterin stieg als gefestigte Persönlichkeit in die Szene ein und schaffte es an die Weltspitze, weil sie ihren eigenen Weg ging.

Für zwei weitere «Diethelm-Jahre» spricht, dass sie mit dem bisherigen Privatteam weitermachen kann, technisch auf höchstem Niveau schiesst und materialtechnisch keine Probleme hat. Die Hardware stimme, jetzt gelte es die Software vom Hals an aufwärts upzudaten, sagt Diethelm. «Ich muss im Kopf wieder frei werden, die Gedanken ordnen. Vor drei Jahren schoss ich technisch unsauberer, aber unbelasteter und die Resultate fielen höher aus. Das führt zu einer Verunsicherung. Daran arbeite ich.»

An der WM noch eine Rechnung offen

Kehrt Diethelm von den Bergen zurück, steht ihre Entscheidung fest. Unabhängig davon gilt die Konzentration dann der WM in Südkorea. Dort hat die Thurgauerin eine Rechnung offen, schoss sie doch an Welttitelkämpfen bisher am Ziel vorbei. Eine WM-Medaille wäre ideal, um zurückzutreten – aber auch, um die Olympia-Vorbereitung mit der Jagd auf einen Quotenplatz motiviert anzugehen.

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