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Kantonsschule Romanshorn: Schüler dreht Film über den Atomausstieg der Schweiz

Für seine selbstständige längerfristige Arbeit wagte sich Kantonsschüler Max Slongo an ein brisantes Thema: Der Ausstieg der Schweiz aus der Atomkraft.
Valentina Thurnherr
Die Arbeit am Film hat Max Slongo sehr viel Spass gemacht. (Bild: PD)

Die Arbeit am Film hat Max Slongo sehr viel Spass gemacht. (Bild: PD)

«Ich war etwa 10 Jahre alt, als sich die Nuklearkatastrophe in Fukushima ereignete. Das hat mich sehr bewegt und mich seither begleitet», sagt Max Slongo. Er habe es immer irgendwo im Hinterkopf gehabt und als es darum ging ein Thema für die Die selbstständige längerfristige Arbeit (SLA) auszuwählen, nutzte er die Gelegenheit tiefer ins Thema einzutauchen. Die SLA wird von den Kantonsschülern im zweiten Jahr erarbeitet. Die Schüler sollen so lernen wie sie ein Thema vertieft bearbeiten können und ihr Wissen fachgerecht anwenden. Slongo sollte einen Dokumentarfilm einreichen.

Befürworter der Energie wollten sich nicht äussern

Für seinen Film konnte Slongo einige wichtige Leute gewinnen. «Es war überraschend einfach die Leute zu überzeugen mitzumachen», sagt der Kantischüler. Er habe unverbindlich angefragt und viele seien sofort bereit gewesen mitzumachen. «Ich war selbst erstaunt wie viele damit einverstanden waren.» So konnte er zum Beispiel mit Toni Kappeler Mitglied des grossen Rates Thurgau, Stefan Klute, Leiter des Rückbaus Mühleberg und Marianne Zünd, Leiterin Medien und Politik des Bundesamtes für Energie, ein Interview führen. Den prominentesten Interviewpartner besuchte Slongo im hintersten Jura: Helmut Hubacher, ehemaliger Präsident der Sozialdemokratischen Partei (SP) Schweiz. Hubacher konnte einen Einblick geben in die 1950er Jahre, in denen man noch glaubte die Atomkraft sei nicht nur billig, sondern auch sauber. Für den Ex-Politiker selbst sei das Kapitel Atomenergie geschlossen. Weniger erfreulich für das Projekt war, dass Slongo keine Befürworter der Atomenergie vor die Kamera bekam. «Ich wollte eigentlich auch ihnen Raum geben. Ich habe mehrmals angefragt, wurde aber immer wieder an andere Zuständige verwiesen.» Am Ende sei alles irgendwie im Sand verlaufen und niemand von den Befürwortern habe sich mehr bei ihm gemeldet.

Erste Erfahrungen dank Studentensender

Slongo reiste zusammen mit verschiedenen Kollegen durch die Schweiz, um Antworten auf seine Fragen zu bekommen. «Wir waren insgesamt acht Tage unterwegs für die Dreharbeiten», sagt Slongo. Er habe es aber weniger als Arbeit angesehen, da es viel Spass gemacht habe. «Vor allem wenn wir abends nach Hause gekommen sind und uns die Aufnahmen anschauten, das war grossartig.» Für sein Projekt konnte er das Video-Equipment des Studentensenders campusTV Kreuzlingen verwenden, wo er selbst auch arbeitet. «Ich durfte beim Sender erste Interview-Erfahrungen sammeln.» Deshalb habe er keine Probleme mit fremden Leuten zu sprechen. Dem 17-jährigen, der das Schwerpunktfach Wirtschaft und Recht belegt, ist eine beeindruckende Reportage gelungen. Detailliert beleuchtet er die Vor- und Nachteile der Atomenergie, wobei Letztere überwiegen. Er habe auf seiner Reise durch das Land viele interessante Meinungen einfangen und so diverse Standpunkte nachvollziehen können. «Dennoch ist nach fast fünfzig Jahren Kernkraftwerk Beznau kein Ende in Sicht und der rasche Atomausstieg der Schweiz bleibt wohl bis auf Weiteres eine wunderschöne Lüge», so Slongos Schlussfolgerung am Ende des Films.

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