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Kantonsschüler stellen Nationalrats-Kandidaten auf den Prüfstand

Auf Einladung der Kanti Romanshorn diskutierten zwei Politikerinnen und vier Politiker über die gleichgeschlechtliche Ehe, den Vaterschaftsurlaub, die Flugticketabgabe und anderes mehr.
Didi Feuerle, Sandra Stadler, Marina Bruggmann, Reto Ammann, Anders Stokholm und Manuel Strupler stellten sich den Fragen von Lea Müller und Lea Tuttlies. (Bild: PD)

Didi Feuerle, Sandra Stadler, Marina Bruggmann, Reto Ammann, Anders Stokholm und Manuel Strupler stellten sich den Fragen von Lea Müller und Lea Tuttlies. (Bild: PD)

(red) Den Höhepunkt vor den Herbstferien bildete an der Kantonsschule Romanshorn die politische Runde mit Didi Feuerle (GP, Stadtrat Arbon), Sandra Stadler (CVP, Gemeinderätin Güttingen), Marina Bruggmann (SP, Gemeinde- und Kantonsrätin), Reto Ammann (GLP, Kantonsrat), Anders Stokholm (FDP, Stadtpräsident und Kantonsrat) und Manuel Strupler (SVP, Kantonsrat), die kürzlich stattfand. Die Moderatorinnen Lea Müller und Lea Tuttlies eröffneten das Podium – zu dem mehrere Klassen sowie weitere Interessierte eingeladen waren – mit einer Vorstellungsrunde der Politikerinnen und Politiker.

Diese präsentieren jeweils ihre künftige Vision für die Schweiz, wobei folgende Begriffe fielen: offen, tolerant, gesellschaftlich liberal, gleichberechtigt, mutig, frei, weitsichtig, vernetzt, innovativ, nachhaltig, eigenverantwortlich, kompromiss- und konsensfähig. Konsens zwischen den Teilnehmern herrschte über weite Strecken der Diskussion, vor allem was die gesetzliche Regelung der gleichgeschlechtlichen Ehe betraf.

Jede und jeder soll nach seiner Façon glücklich werden

Die Zeit sei reif und es sei ein wichtiger Schritt, der die Veränderungen in der Gesellschaft spiegle, meinten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Während vor 21 Jahren die Trauung eines homosexuellen Paars, welche Stokholm als damals reformierter Pfarrer vorgenommen hatte, medialen Aufruhr erzeugte, sei es nun selbstverständlich, dass jede und jeder nach seiner Façon glücklich werden dürfe, sagte Stadler. Feuerle ging sogar noch weiter und deklarierte den Ist-Zustand als staatliche Diskriminierung, worauf Strupler dazu aufrief, den Wert der Familie im traditionellen, konservativen Sinne nicht komplett zu negieren.

Das Thema Diskriminierung schwang bei den Themen «Vaterschaftsurlaub» und «Lohngleichheit» mit. Dass das Parlament die Initiative, den Vaterschaftsurlaub auf vier Wochen auszudehnen, abgelehnt und stattdessen auf zwei Wochen veranschlagt hat, bedauerte Bruggmann. Sie sprach sich im Sinne der Gleichberechtigung für eine Elternzeit aus, was in der Runde auf Anklang stiess. Stokholm verwies gar auf die einjährige Elternzeit in Dänemark und war überzeugt, dass ein solches Modell in der Schweiz wirtschaftlich finanzierbar wäre.

Die meisten gegen Quotenregelung

Strupler gab zu bedenken, dass dadurch aus unternehmerischer Sicht organisatorische Probleme entständen, da Mitarbeitende nicht verlässlich verfügbar wären. Die Elternzeit sei aber auch zentral, um die Frauen wieder besser in der Berufswelt zu positionieren, sagte Bruggmann. Frauen um die 30 würden teils nicht eingestellt, da der Arbeitgeber eine Schwangerschaft und somit eine Auszeit befürchte. Danach fehle es häufig an Erfahrung, was auch den Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern erkläre. Dennoch hielten die Politikerinnen und Politiker eine Quotenregelung mehrheitlich für unwürdig.

Stadler, Ammann und Feuerle appellierten an die Frauen, zu fordern, sich mehr zuzumuten, Verantwortung und Führungspositionen zu übernehmen – so wie das die beiden Moderatorinnen vorbildlich für das Podium getan haben. Vorbildlich sei es auch, wie die Jugendlichen Verantwortung für die Umwelt tragen und auf die Strasse gehen, um sich Gehör zu verschaffen, sagte Bruggmann. Stadler erachtete die Sensibilisierung in der Bevölkerung hinsichtlich der Flugticketabgabe ebenfalls als wichtig, warnte aber vor Schnellschüssen.

Appell an Selbstverantwortung

Während Feuerle sich sogar für Verbote von Kurzstreckenflügen erwärmen konnte, sprachen sich die anderen lediglich für eine Lenkungsmassnahme (dem vom Ständerat lancierten CO2-Gesetz) aus. Ein Markteingriff hätte gemäss Ammann weitreichende Folgen, da zum einen der Wirtschaftsstandort und zum anderen auch die Völkerverbindung (die kulturelle Vernetzung) gefährdet wären.

Einig waren sich die Teilnehmenden aber, dass sich alle selbst mehr einschränken und umsichtig mit den Ressourcen umgehen sollten. Nach der Diskussion zu den vier Themenbereichen öffneten die beiden Moderatorinnen die Runde und bezogen das Publikum ein. Die Möglichkeit wurde von den Schülerinnen und Schülern gerne ergriffen. Sie stellten weitere Fragen zum Klimawandel, zur Konzerninitiative, zur Militärpflicht bei Frauen, zur Legalisierung von Cannabis und zur AHV. Nach über zwei Stunden schlossen Lea Müller und Lea Tuttlies das Podium mit Dankesworten.

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