Kantonales Schwingfest
Stoppt der Stargast die starken Thurgauer?

Am Sonntag messen sich auf dem Amriswiler Tellenfeld rund 140 Schwinger am Thurgauer Kantonalen Schwingfest 2021. Zu den Gästen gehört auch Damian Ott, der Überraschungssieger vom Weissenstein. Der Anlass ist seit Pandemiebeginn das erste Schwingfest, das wieder mit Zuschauern stattfindet, wenn auch mit einer beschränkten Anzahl.

Marianne Bühler und Matthias Hafen
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Damian Ott, der Überraschungssieger auf dem Weissenstein, gehört am Sonntag in Amriswil zu den grössten Herausforderern der Thurgauer.

Damian Ott, der Überraschungssieger auf dem Weissenstein, gehört am Sonntag in Amriswil zu den grössten Herausforderern der Thurgauer.

Marcel Bieri/Keystone (17. Juni 2021)

Was eigentlich als Sommerschwingfest vom Schwingerverband Oberthurgau geplant war, hat sich coronabedingt zum Thurgauer Kantonalen Schwingfest entwickelt. Zusammen mit dem Kantonalverband wurde in Amriswil ein Anlass auf die Beine gestellt, der ursprünglich 2020 und in Dussnang hätte stattfinden sollen. Das Thurgauer Kantonale Schwingfest in diesem Jahr ist das erste Schwingfest seit Beginn der Pandemie, das wieder mit Besucherinnen und Besuchern durchgeführt wird (nicht als Pilotprojekt). Da die Begrenzung bei 1000 Personen liegt, ist für den Eintritt weder ein Covid-Zertifikat nötig, noch muss auf den Zuschauerrängen unter Einhaltung der üblichen Hygieneregeln eine Maske getragen werden. Einzig bei den Verpflegungsständen im Innenbereich ist eine Maske gefordert. Zudem herrscht eine Sitzpflicht beim Essen. Aufgrund der beschränkten Anzahl Zuschauer in der Arena wird der Wettkampf auch im Internet unter www.schwingen-live.ch übertragen.

Im Fokus sind in Amriswil die starken Thurgauer, die mit fünf Eidgenossen vertreten sind. Um Samuel Giger (Ottoberg) und Domenic Schneider (Friltschen) kommt man nicht herum, wenn es um die Nennung der Favoriten geht. Aber auch die anderen Eidgenossen haben Potenzial. Tobias Krähenbühl (Wetzikon) hat heuer einen Kranz am Südwestschweizerischen erkämpft. Mit den Routiniers Beni Notz (Güttingen) und Stefan Burkhalter (Homburg) ist immer zu rechnen.

Die Affeltranger Schwinger Pirmin (Zweiter von links) und This Kolb (Dritter von links) posieren mit der Familie anlässlich der SRF-Sendung «Donnschtig-Jass-Family».

Die Affeltranger Schwinger Pirmin (Zweiter von links) und This Kolb (Dritter von links) posieren mit der Familie anlässlich der SRF-Sendung «Donnschtig-Jass-Family».

Andrea Stalder (17. August 2020)

Kolb-Brüder wollen gute Form bestätigen

Auch die weiteren Thurgauer haben schon mehrfach auf sich aufmerksam gemacht. Die Brüder This und Pirmin Kolb aus Affeltrangen sind in diesem Jahr schon beide kranzgeschmückt nach Hause gefahren – für This war es am Appenzeller Kantonalen gar der erste Kranz in seiner Karriere. Aber auch Marco Oettli (Bussnang) überzeugte heuer mit guten Gängen. Mit Mario Schneider (Schönenberg an der Thur) und Michael Steiner (Amlikon-Bissegg) haben die Ottenberger noch weitere Kranzanwärter im Teilnehmerfeld.

Die Unterthurgauer stellen mit David Dumelin (Hüttlingen) einen aufstrebenden Teilverbandskranzer. Sein Sieg gegen Marcel Bieri auf dem Weissenstein hat ihm vor einer Woche den ersten Bergkranz seiner Karriere eingebracht. Auch sein Teamkollege Rico Ammann aus Häuslenen ist für eine Überraschung gut.

Weissenstein-Gewinner und ein paar starke Zürcher

Fragt sich, wer die starken Thurgauer stoppen soll. Da gibt es einige Gäste, die das vorhaben. Allen voran der 21-jährige Damian Ott (Dreien), der vor Wochenfrist überraschend das Bergfest auf dem Weissenstein für sich entschieden hat. Werner Schlegel (Hemberg) hat in dieser Saison mit dem Gewinn des Appenzeller Kantonalen auf seine starke Form aufmerksam gemacht. Die Appenzeller sind unter anderem mit Eidgenosse Martin Hersche vertreten. Aus dem Zürcher Verband sind mit Shane Dändliker, Samir Leuppi, Marco Nägeli und Roman Schnurrenberger ebenfalls potenzielle Kranzgewinner dabei.

Selbst eine Thurgauer Überraschung ist in Amriswil nicht abwegig – vielleicht mit dem ersten Kranzgewinn des Oberthurgauers Fabrice Thiemann? Seine aufsteigende Form lässt hoffen. Auch Klubkamerad Paul Straub wäre ein Exploit zu gönnen. Der Hinterthurgauer Gregor Imhof (Balterswil) gehört ebenfalls zu den potenziellen Neukranzern. Am Schaffhauser Kantonalen hat er den letzten Gang um das begehrte Eichenlaub verloren. Weiter darf man auf die Leistungen von Aaron Kieser (Märstetten), Lukas Keller (Braunau), Thomas Burkhalter (Homburg/Sohn von Eidgenosse Stefan Burkhalter), Lars Hugelshofer (Schönholzerswilen), Fabian Rieser (Buch b. Frauenfeld) und Remo Lüönd (Zuben) gespannt sein.

Wichtiger Hinweis: Am Sonntag gibt es keine Tageskasse. Wer als Zuschauer dabei sein will, muss sich zwecks Contact-Tracing zwingend im Vorfeld bei einem der Thurgauer Unterverbände melden.