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Kanton kündigt Mietverhältnis für Arboner Durchgangsheim

Das Heim an der Romanshornerstrasse wird aufgelöst. Die Evangelische Kirchgemeinde als Eigentümerin der Liegenschaft hat schon Pläne für die künftige Nutzung.
Valentina Thurnherr
Hier werden Asylsuchende künftig nicht mehr ein und aus gehen. (Bild: Andrea Stalder, 17. Juni 2017)

Hier werden Asylsuchende künftig nicht mehr ein und aus gehen. (Bild: Andrea Stalder, 17. Juni 2017)

«Der Kanton hat den Mietvertrag per 31. Januar 2019 gekündigt», sagte Robert Schwarzer, Präsident der Evangelischen Kirchgemeinde Arbon, an der Kirchgemeindeversammlung von gestern. Grund sei eine Neustrukturierung im Asylbereich und die gesunkene Anzahl an Asylbewerbern. «Wir beabsichtigen, das gesamte Areal mit einer Fläche von rund 7500 Quadratmetern zur Abgabe im Baurecht auszuschreiben.» Wie es künftig genutzt werde, sei noch offen. Er versicherte aber, es werde eine Lösung angestrebt, die mit den Zielen der Kirchgemeinde vereinbar sei. «Darüber, was schliesslich gemacht wird, werden zu gegebener Zeit unsere Kirchbürger entscheiden.» Bevor der Beschluss zum Baurecht fiel, prüfte die Kirchgemeinde noch andere Möglichkeiten. «Wir haben die Führung eines Hospizes abgeklärt. Aber finanziell ist das leider nicht machbar», sagt Schwarzer. Nicht realisierbar sind ausserdem: Alterswohnungen mit Pflegeteil, Generationenhaus, Lehrlings- und Studentenwohnheim und eine Jugendherberge. «Könnte unsere Kirchgemeinde finanziell ein grösseres Engagement eingehen, hätten wir besser gleich das damalige Alters- und Pflegeheim saniert», sagt Schwarzer.

Hohe Investitionen wären nötig gewesen

Bis Ende 2016 hatte die Evangelische Kirchgemeinde an der Romanshornerstrasse ein Alters- und Pflegeheim geführt. Ende 2016 lief die Betriebsbewilligung seitens des Gesundheitsamtes aus baulichen Gründen ab. Hohe Investitionen wären nötig gewesen, um die Auflagen erfüllen zu können. Ab Januar 2017 nahm die Peregrina-Stiftung im Auftrag des Kantons ein Durchgangsheim mit 50 Plätzen in Betrieb. Der jährliche Mietzins beträgt 114000 Franken. Die Asylsuchenden verweilen in der Regel ein halbes Jahr im Heim, ehe sie auf die 80 Gemeinden im Thurgau aufgeteilt werden. Die Grünflächen hinter dem Haus stellte die Kirchgemeinde Familiengärtnern und dem Hilfswerk der evangelischen Kirchen Schweiz (Heks) für dessen Projekt «Neue Gärten» zur Verfügung. Ziel des Projekts ist die Integration von Migranten verschiedener Nationalitäten in die Schweizer Gesellschaft.

Ein Verkauf ist derzeit kein Thema

Es ist offen, wie es mit den Pflanzgärten weiter geht. Robert Schwarzer sagt auch, dass sich schon einige Interessenten gemeldet haben. «Der Standort ist sehr gut gelegen, solche Bauflächen gibt es nicht mehr viele in Arbon.» Vorerst werde das Gelände im Baurecht ausgeschrieben. Ein Verkauf ist zur Zeit kein Thema.

Die Pachtgärten sollen bleiben

Eine Kirchbürgerin sprach sich an der Kirchgemeindeversammlung dagegen aus, dass ausgerechnet auf dem Familiengarten-Areal weiterer Wohnungsbau betrieben werde, wo doch der Leerwohnungsbestand in Arbon eh schon hoch sei. Die Pachtgärten sollten bleiben. Das alte Pflegeheim müsste als günstige Adresse für Velotouristen oder als Jugendherberge umgenutzt werden, ergänzte ein weiterer Votant. Markus Schoch sprach sich ebenfalls für die Nutzung als Gartenparzellen statt einer Überbauung im Baurecht aus. Im Rosengarten gebe es eine Anzahl leerer Wohnungen, die überhaupt noch nie vermietet werden konnten. Röbi Schwarzer wartete mit Zahlen auf. Der Familiengärtnerverein hatte das grosse Areal seit Jahrzehnten für 1000 Franken im Jahr auf sicher. Derzeit steige das Interesse für die Parzellen wieder an. Der Kirchenpräsident nahm den Wunsch auf, neben der Ausschreibung der ganzen Liegenschaft zu publizieren, dass das ehemalige Pflegeheim auch als Einzelobjekt angeboten werde. Die Rechnung 2017 wurde einstimmig angenommen. (hz)

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