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Kanton entscheidet im Streit:
Hotel Metropol in Arbon steht nicht unter Schutz

Etappensieg für die HRS: Das Departement für Bau und Umwelt stützt den Entscheid des Stadtrates, das seit Jahren leer stehende Gebäude nicht unter Schutz zu stellen. Der Thurgauer Heimatschutz hatte rekurriert. Über einen allfälligen Weiterzug beschliesst er am Freitag.
Max Eichenberger
Seit langem geschlossen und mit Brettern vernagelt: Das Hotel Metropol. (Bild: Max Eichenberger)

Seit langem geschlossen und mit Brettern vernagelt: Das Hotel Metropol. (Bild: Max Eichenberger)

Die zweite Saison schon fahren die Velotouristen auf dem Bodensee-Radweg am bretterverschlagenen Hotel vorbei. Seit Jahren steht der Komplex leer. HRS will die Parzelle neu überbauen. Ihr Projekt «Riva» sieht zwei 40 Meter hohe Wohntürme über einem Sockelgeschoss vor. Darin sind eine Gastronomie und ein Saal geplant. Darüber sind zudem zwölf Hotelzimmer geplant. Damit käme HRS den Wünschen der Stadt Arbon entgegen. Doch während HRS auf Saurer WerkZwei ein Baufeld nach dem anderen planmässig für Investoren überbaut, stockt es beim «Filetstück» am See. Der Grund: die emotionale Streitfrage um Erhalt oder Abriss des 1962 erbauten Hotels Metropol.

Zwei Gutachten kamen zu gegenteiligen Ergebnissen. Daraufhin hatte ein Obergutachten zwar explizit das «Metropol» als Schutzobjekt taxiert, die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes nach einer unumgänglichen, aufwendigen Sanierung sowie bautechnischen und konzeptionellen Ertüchtigung allerdings als nicht gegeben beurteilt. Die Parteien – HRS und Thurgauer Heimatschutz (THS) – sowie die Stadt hatten sich dabei auf einen anerkannten Experten verständigt. Der Ball liegt seither beim Kanton, der sich Zeit liess.

HRS sieht sich bestätigt – Heimatschutz ist enttäuscht

Jetzt hat das Departement Bau und Umwelt (DBU) nach einer Gesamtabwägung den längst erwarteten Entscheid gefällt und die stadträtliche Beurteilung geschützt: Danach wird das «Metropol» nicht unter Schutz gestellt. Und die Forderung des Heimatschutzes nach einer neuerlichen Beurteilung durch die Eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission wird abgewiesen. De facto könnte diese höchstens das Ergebnis des Obergutachtens bestätigen. «Dieses haben wir nie in Frage gestellt», betont HRS-Entwickler Michael Breitenmoser. Eine wirtschaftliche Nutzung sei aber bei einem Erhalt nicht möglich. «Wir sind froh, dass das DBU als Rekursinstanz unsere Überlegungen als richtig und vernünftig beurteilt hat.»

Visualisierung des Neubau-Projektes mit dem Namen «Riva». (Bild: PD)

Visualisierung des Neubau-Projektes mit dem Namen «Riva». (Bild: PD)

Einen Freipass für HRS bedeutet der DBU-Entscheid allerdings noch lange nicht. Zum einen läuft eine Rekursfrist. Der Heimatschutz kündigte schon früher an, dass er allenfalls Beschwerde beim Thurgauer Verwaltungsgericht einlegen werde. Nächste Instanz wäre dann das Bundesgericht.

Enttäuscht vom DBU-Entscheid zeigt sich Heimatschutz-Geschäftsführer Gianni Christen: «Beim Kanton werden die wirtschaftlichen Interessen ganz offensichtlich höher gewichtet als die denkmalpflegerischen Argumente, die einfach beiseitegeschoben worden sind.» Die Wirtschaftlichkeit hänge von verschiedenen Faktoren ab. «HRS will aber einfach eine höhere Rendite durchdrücken.»

Kein Abbruch des «Metropol» auf Vorrat

Von einem für HRS positiven Ausgang des Rekursverfahrens abgesehen: Einem Abbruch des Hotels könnte die Bewilligungsinstanz zudem erst stattgeben, wenn ein baubewilligtes HRS-Hotelprojekt im Saurer WerkZwei vorliegt. Auch für HRS-Entwickler Michael Breitenmoser ist klar: «Einen Abbruch auf Vorrat gibt es nicht.» Breitenmoser bekräftigt das 2015 von CEO Martin Kull abgegebene Versprechen, im WerkZwei ein Hotel zu realisieren und damit einem Wunsch der Stadt zu entsprechen – falls HRS am See das Projekt «Riva» wie geplant umsetzen kann. Nur so könne ein neues Hotel querfinanziert werden. Testplanungen liefen bereits, sagt Breitenmoser: auf dem Baufeld «B» unmittelbar neben dem ursprünglich vorgesehenen Standort.

So hatte sich die HRS ein Hotel im WerkZwei einst vorgestellt. (Bild: PD)

So hatte sich die HRS ein Hotel im WerkZwei einst vorgestellt. (Bild: PD)

Dort wiederum, neben dem Hamel, wird der Bau im selben Volumen wie einst geplant hochgezogen - ohne das zunächst darin vorgesehene Hotel WekZwei. Dieses hätte ein Drittel des Volumens beansprucht. Jetzt gibt es teilweise neue Nutzungen. Das Gebäude sehe sonst gleich aus, sagt Breitenmoser. «Da absehbar ist, dass sich die Verfahren Metropol/Riva noch jahrelang erstrecken wird, wäre eine Brache neben dem Hamel weder in unserem noch im Sinne der Stadt.» Vorgesehen ist im Erdgeschoss ein Gewerbeanteil. Die Genossenschaft Baufreunde Zürich, für die HRS das bereits bewilligte Projekt erstellt, sieht im Eck statt der Hotel-Lobby eine Restaurant-Bar vor. Zudem besteht die Option, für die Primarschulgemeinde einen Kindergarten zu integrieren.

«Die Wohntürme werden in der geplanten Dimension wahrscheinlich nie kommen»

Beim «Riva»-Projekt steht HRS vor einer weiteren hohen Hürde: So unterliegt der Gestaltungsplan dem fakultativen Referendum. «Die Wohntürme in der geplanten Dimension werden wahrscheinlich nie kommen», zeigt sich Gianni Christen fast schon überzeugt. Stadtrat Peter Gubser (Ressort Bau) sieht das ähnlich: «Nötig wäre eine Umzonung. Und ich glaube nicht, dass die Arboner einer solchen zustimmen würden.»

Stadtpräsident Andreas Balg ist froh, dass das DBU den Nichtunterschutzstellungs-Endscheid des Stadtrates stützt. Das dürfte die Situation etwas entspannen und lasse die weitere Entwicklung offen, sieht Balg einen Spielraum zwischen dem jetzigen «Riva»-Projekt und möglichen Alternativen. Zur Frage einer Redimensionierung wollte HRS keine Stellung nehmen.

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