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Kamera aus in der Kreuzlinger Bodensee-Arena

Das Schweizer Fernsehen produziert künftig keine Sendungen mehr in der Eis- und Eventhalle in Kreuzlingen. Das hat die SRG SSR als eine Massnahme ihres Sparprogramms bekannt gegeben.
Nicole D’Orazio
Aussenansicht der Bodensee-Arena. (Bild: Reto Martin)

Aussenansicht der Bodensee-Arena. (Bild: Reto Martin)

Nun ist es offiziell. Das Schweizer Fernsehen wird künftig keine Sendungen mehr in der Bodensee-Arena in Kreuzlingen produzieren. «Auf Show-Produktionen in Kreuzlingen wird künftig verzichtet, zu Gunsten von weniger aufwendigen Produktionen im Studio Leutschenbach», heisst es in der gestrigen Medienmitteilung zum Reformprogramm der SRG SSR. 100 Millionen Franken sollen insgesamt eingespart werden. Innerhalb von vier Jahren werden 250 Vollzeitstellen abgebaut.

Die Verantwortlichen haben es geahnt

In Kreuzlingen hat man mit dem happigen Einschnitt für die Event- und Eishalle rechnen müssen. «Wir haben eine Reduktion geahnt und erwartet. Ein gänzlicher Verzicht war zu befürchten», sagt Dorena Raggenbass, Stadträtin Departement Gesellschaft und Verwaltungsrätin der Bodensee-Arena. «Nun ist eben der Entscheid da.» Sie hat auch erst per Medienmitteilung von der definitiven Massnahme erfahren.

Bereits im Mai hatte Raggenbass zusammen mit Matthias Mölleney, dem Verwaltungsratspräsidenten der Bodensee-Arena, die Öffentlichkeit über den möglichen Schritt des SRF informiert (unsere Zeitung berichtete). Sie sagten damals auch, dass aus dem geplanten langfristigen Vertrag, in dem sich das Fernsehen für acht Jahre in der Bodensee-Arena einmieten wollte, wohl nichts mehr wird. Mölleney sprach im Mai von einem wahrscheinlichen Vertragsende per April 2019. «Das war der letzte Stand. Ab wann genau nun das SRF nicht mehr zu uns kommt, kann ich nicht sagen», sagt er. «Ab sofort müssen wir allerdings selber planen. Wir haben vom Fernsehen noch keine Daten, auch nicht für dieses Jahr.» Das bedeute, dass sie nun versuchen werden, die Halle anders zu füllen. «Das SRF hat nun nicht mehr erste Priorität. Ist die Halle frei und es soll aber eine Sendung produziert werden, ist es natürlich willkommen.»

Suche nach anderen Einnahmequellen

«Im Vorstand haben wir uns mit der Variante, dass das Schweizer Fernsehen nicht mehr aus Kreuzlingen sendet, natürlich schon auseinandergesetzt», sagt Dorena Raggenbass. Die Geschäftsleitung habe deswegen seit einem halben Jahr den Auftrag, darzulegen, wie man den Verlust der SRF-Einnahmen aktiv wettmachen könnte. Das ist auch nötig, denn das Fernsehen hat der Bodensee-Arena gemäss Mölleney jährlich zwischen 300000 und 400000 Franken eingebracht. Im Mai hatte er gesagt, dass für die Bodensee-Arena wahrscheinlich eine Durststrecke folgt. Man werde auf die Zuschüsse der Stadt angewiesen sein, hiess es. Die Stadt Kreuzlingen zahlt jährlich einen Betriebsbeitrag von 400000 Franken an die Eis- und Eventhalle. Zudem übernimmt sie eine Defizitgarantie in der Höhe von 100000 Franken.

Am Mittwoch trifft sich der Verwaltungsrat zu einer Sitzung. Die sei sowieso geplant gewesen, sagt Mölleney. «Wir werden die strategischen Alternativen besprechen.» Die Arbeit der durchgeführten Betriebsanalyse würde dabei helfen, meint Raggenbass. «Das ist eine gute Basis.»

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