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Jugendliche fordern an einer Klima-Diskussion in Romanshorn: «Wir müssen heute handeln.»

Schmelzende Gletscher erhitzen die Gemüter und treiben die Jugend auf die Strasse. An einem Podium machten die einen Druck auf die Politik. Andere setzen auf Innovation und Wissens-Transfer.
Max Eichenberger
Diskutierten auf dem Podium: Nina Schneider, Lutien Leenders, Celine Pfister und Moderator Markus Bösch. (Bild: Max Eichenberger)

Diskutierten auf dem Podium: Nina Schneider, Lutien Leenders, Celine Pfister und Moderator Markus Bösch. (Bild: Max Eichenberger)

«Wir können nicht einfach ins Bundeshaus hineinlaufen und sagen: so, ändert das jetzt! Wir müssen an die Menschen herankommen, damit sie sich bewegen», umschreibt Kanti-Schülerin Lutien Leenders ihre Motivation, auf die Strasse zu gehen.

Sie gehört dem Komitee «Klimastreik Thurgau» an und redet vor allem jenen ins Gewissen, die am Klima-Podium in der Kanti-Aula, das von den Ortsparteien CVP, SP, EVP und federführend den Grünen veranstaltet worden ist, nicht unter den Zuhörern sind.

«Zuerst dachte ich, das ist cool, auf die Strasse zu gehen. Doch es ist viel mehr als das.»

Lutien Leenders will der Klimaerwärmung etwas entgegensetzen, die Leute aufrütteln und die politisch Handelnden in die ökologische Verantwortung nehmen.

«Jetzt hört man uns nicht zu»

«Man hat immer gesagt, die Jugend mache nichts. Und jetzt, da wir uns aufraffen, das grosse Klimaproblem bewusst zu machen und konsequente Abhilfe fordern, hört man uns nicht zu. Dabei ist die Klimasituation so, dass wir handeln müssen. Heute – und nicht morgen.» Damit das anvisierte Ziel erreicht wird, die Treibhausgasemissionen auf null zu reduzieren, bis 2050.

Mit dem Klimastreik ist die Jugend plötzlich ein Player in der Diskussion: ein eben doch unüberhörbarer. Die Kanti-Schülerin ist eines der Gesichter dieser Bewegung, redegewandt und erfrischend gibt sie sich auf dem Podium. Sie geisselt die Konzerne, die zu 70 Prozent das Problem seien, fordert zu Verhaltensänderungen auf, einen weniger verschwenderischen Lebensstil zu pflegen, aber auch politisch mehr als blosse Bekenntnisse: wirkungsvolle Massnahmen, die CO₂-Emissionen einzudämmen.

Gletscher-Initiative fordert Spurwechsel

Solche Instrumente fordert die Gletscher-Initiative, die Celine Pfister vom Initiativkomittee vorstellt. Das Ziel: über gesetzliche Instrumente die Treibhausgasemissionen bis 2050 schrittweise und sozialverträglich auf null reduzieren. «Nicht, indem wir effzienter auf dem falschen Weg voranschreiten, sondern die Spur wechseln.» Lenkungsabgaben, Emissionszertifikate, Regulation und Subventionen seien mögliche Instrumente. Die Initiative setzt auch auf Innovations- und Technologieförderung.

Vor den rund 50 Besuchern hatten die beiden Frauen fast ein Heimspiel: «Kompliment, macht weiter so!», tönt es aus dem Plenum. Oder: «Wir können nicht nur auf Selbstbeschränkung hoffen. Es besteht die Möglichkeit der Regulation, wenn der politische Wille da ist. Die Zeit verlangt es.» Dabei sei auch der Mensch als Gewohnheitstier gefragt, sein Verhalten zu ändern, den Kaufrausch zu zügeln, nicht auf jedes irrwitzige Angebot (18-Franken-Flug nach London) einzutreten.

Umweltbewusstsein muss sich auszahlen

Die Globalisierung könne man ebensowenig aufhalten wie Mobilitäts- und Konsumbedürfnisse negieren, räumt FDP-Kantonsrat Daniel Eugster ein.

«Wir müssen aber innovativ sein und auch auf die Kostenwahrheit pochen.»

Umweltbewusstes Handeln müsse sich rechnen, der Wissenstransfer sei wichtig. Selber produziert Eugster in seinem Betrieb mehr Energie als dieser benötigt. Eine Palette von Handlungsmöglichkeiten böte sich im Kleinen, verweist Moderator Markus Bösch auf das geplante faltbare Solarzellendach über der Kläranlage. Mit dem Aufbau von Humus könnte auch die Landwirtschaft beitragen, CO2 zu absorbieren.

«Stelle ein Umdenken fest»

Gemeindeleiterin Gabi Zimmermann berichtet von ihren Erfahrungen mit dem Umweltmanagement «Grüner Güggel»: «Wir konnten damit Erfolge erzielen und erstaunlicherweise auch Kosten sparen.»

Dass auch die Hochschule St. Gallen als Wirtschafts-Uni die Umweltrelevanz wirtschaftlichen Handelns im Fokus hat, zeigt die Doktorandin Nina Schneider auf: «Sei einigen Jahren stelle ich punkto Nachhaltigkeit ein Umdenken fest.»

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