Jobtausch: In Weinfelden sind Jugendliche mittwochs als Lehrer unterwegs

Das Primarschulzentrum Paul Reinhart führt das Programm «Husi und Sport» weiter. Es ist ein grosser Erfolg. Sowohl bei den Kindern als auch bei ihren Lehrpersonen kommt das Projekt gut an.

Mario Testa
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Die Junior-Coaches in ihren türkisfarbenen Pullis begrüssen die Primarschüler zur neuen «Husi und Sport»-Saison.

Die Junior-Coaches in ihren türkisfarbenen Pullis begrüssen die Primarschüler zur neuen «Husi und Sport»-Saison.

Bild: Mario Testa (Weinfelden, 26. Oktober 2020)

Das Projekt «Husi und Sport» läuft gut. Letztes Jahr hat es das Primarschulzentrum Paul Reinhart eingeführt, dieses Jahr evaluiert, für gut befunden und deshalb auch weitergezogen. Die Idee ist, dass Primarschüler am freien Mittwochnachmittag freiwillig in die Schule gehen können, dort zuerst ihre Hausaufgaben erledigen und dann gemeinsam Sport treiben. Begleitet und betreut werden sie dabei von Sekundarschülern, nur eine erwachsene Person ist jeweils zusätzlich vor Ort.

Jenny Wienrich, Schulsozialarbeiterin und Projektleiterin «Husi und Sport».

Jenny Wienrich, Schulsozialarbeiterin und Projektleiterin «Husi und Sport».

Bild: Mario Testa

«Wir haben das Angebot vor einem Jahr eingeführt und zwischenzeitlich analysiert, wie es gelaufen ist», sagt Projektleiterin Jenny Wienrich. Sie ist Schulsozialarbeiterin im «Paul-Reinhart» und sehr angetan vom Projekt. Es habe auch von Lehrpersonen tolle Rückmeldungen gegeben.

«Die Schüler, welche bei ‹Husi und Sport› teilnehmen, sind motivierter, auch sonst ihre Hausaufgaben zu erledigen. Dazu haben sich einige Kinder auch mehr geöffnet gegenüber ihren Kameraden und den Lehrpersonen.»

Die Kinder seien auch selbstständiger und organisierter geworden. «Zudem gefällt den Primarschülern das Angebot einfach gut. Gerade die Kinder, die sonst kein Mittwochnachmittags-Programm haben, kommen gern. Da gibt es einen harten Kern von Stammgästen.»

Sekundarschüler sind in der Verantwortung

Das Angebot soll auch für neu dazustossende Kinder niederschwellig sein. «Sie können einfach vorbeikommen am Mittwochnachmittag. So sind es mal 12, mal bis zu 40 Kinder.» Das Programm wird so auch unter den neusten Coronamassnahmen weitergeführt.

Auf der anderen Seite im Zimmer im Erdgeschoss des Paul-Reinhart-Schulzentrums stehen jeweils fünf Sekundarschülerinnnen und -schüler, eingekleidet in türkisen Junior-Coach-Pullis. Die allermeisten von ihnen waren auch schon im vergangenen Jahr mit dabei.

Die 3.-Sekundarschüler Nick und Anthea sind Junior-Coaches und schon im zweiten Jahr dabei.

Die 3.-Sekundarschüler Nick und Anthea sind Junior-Coaches und schon im zweiten Jahr dabei.

Bild: Mario Testa

«Ich schaffe einfach sehr gern mit Kindern. Sie kommen gerne vorbei und finden es ein tolles Angebot, dass wir ihnen bei den Aufgaben helfen», sagt Anthea, eine der Junior-Choaches. Ihr Kollege Nick, der mit dem Taschengeld auf ein Töffli spart, sagt:

«Ich erkläre gerne und arbeite gern mit Kindern. Die Kinder sind auch fleissig - und besonders mögen sie den Sport.»

Auch seitens der Projektleiterin gibt es Lob für die Jugendlichen. «Ich war sehr erstaunt, wie schnell sie im vergangenen Jahr die Verantwortung übernommen haben und selbstständig alles vorbereitet haben. Die Husi, die Sportstunde und den Zvieri.» Die Junior-Coaches verdienen sich mit ihrem Einsatz ein Taschengeld von 20 Franken pro Einsatztag.