Eishockey
Jetzt schon Rivale des HC Thurgau: Trainer Christian Weber muss den EHC Basel zurück in die Swiss League führen

Der EHC Basel, Thurgaus erster Sparringpartner in der Saison 2021/22, spielt eigentlich in der falschen Liga. Wenn die drittklassigen Nordwestschweizer am Freitagabend um 20 Uhr in der Güttingersreuti gastieren, präsentieren sie ein Kader, das mit dem HCT mithalten müsste. Und nicht nur das.

Matthias Hafen aus Basel
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Trainer Christian Weber findet in Basel ideale Bedingungen vor, um künftig wieder in der Swiss League mitmischen zu können.

Trainer Christian Weber findet in Basel ideale Bedingungen vor, um künftig wieder in der Swiss League mitmischen zu können.

Mario Gaccioli

Was dem HC Thurgau blüht, zeigte sich in diesem Sommer. Anton Ranov, ein Wunschtransfer, wurde dem Swiss-League-Klub aus Weinfelden weggeschnappt – vom unterklassigen EHC Basel. Der HCT sagt, das Geld habe entschieden. Basel verneint. Doch eines ist klar: Mit seinen Ambitionen ist der EHC Basel schon heute ein Konkurrent für manchen Swiss-League-Klub. Die Basler wollen rauf. Für sie gibt es keine Alternative. Auf dem Eis bremste sie zuletzt Corona aus. Eine Promotion am grünen Tisch – wie im Jahr 2000 – unterband der Verband Swiss Ice Hockey. Angeblich, um Klagen zu verhindern.

So spielt der EHC Basel ein fünftes Jahr in der drittklassigen MySports League. Das Letzte, wie Trainer Christian Weber hofft. Der 57-jährige Dübendorfer, Eishockeyexperte beim Schweizer Fernsehen und von 2013 bis 2016 Headcoach des HC Thurgau, muss die Mannschaft zurück ins nationale Schaufenster führen. Dazu stellte er in den vergangenen Monaten mit dem vollamtlichen Sportchef Olivier Schäublin ein Kader zusammen, «das mit zwei guten Ausländern schon heute in der Swiss League bestehen könnte», wie Weber sagt.

Der EHC Basel (schwarz) will mit einem Ensemble aus langjährigen NLB-Spielern zurück in die zweithöchste Spielklasse.

Der EHC Basel (schwarz) will mit einem Ensemble aus langjährigen NLB-Spielern zurück in die zweithöchste Spielklasse.

Christoph Perren (Basel, 25. Februar 2020)

Mit den hohen Zielen ist Basel wieder attraktiv

Die Goalies Tim Guggisberg und Fabio Haller, Verteidiger Patrick Zubler sowie die Stürmer Eric Himelfarb, Alban Rexha und Diego Schwarzenbach vereinen alleine die Erfahrung aus fast 1800 NLB-Spielen. Und ist der EHC Basel erst mal oben, wird das Potenzial massiv grösser sein als bei Thurgau. Das zeigt sich schon bei einem Gang durch die Katakomben der St.-Jakob-Arena, wo noch vieles an die NLA-Infrastruktur von Anfang der Nullerjahre erinnert. «Es fehlt hier an nichts», sagt Weber. Das Stadion mit 6600 Plätzen macht zusätzlich attraktiv. «Viele Spieler haben zu uns gewechselt, weil wir ihnen die Perspektive anbieten, in der Swiss League zu spielen.» Rund 70 Prozent der Spieler besitzen einen Anschlussvertrag. Im Fall einer Promotion bleiben sie beim EHC Basel. Das Aufstiegsprojekt lässt sich der Verein jährlich 700000 Franken kosten. So hoch ist gemäss Sportchef Schäublin das Budget der ersten Mannschaft. Beobachter gehen allerdings davon aus, dass die Kosten 2021/22 mindestens eine Million Franken betragen.

Thurgauer Vergangenheit prägte Christian Weber

Sicher ist: Der EHC Basel will in die Swiss League, um zu bleiben. Und wenn später nochmals ein Ligawechsel, dann nur nach oben. Solange Trainer Weber mitreden kann, dürfte das in kleinen Schritten geschehen. Auch, weil er damit beim HC Thurgau gute Erfahrungen gemacht hat. «Basels Situation ist ähnlich wie 2013 jene von Thurgau, als der HCT in der Swiss League praktisch am Boden war», sagt Weber. Und so wie er den HCT sportlich wieder flott gemacht hat, ist ihm das mit Basel zuzutrauen – auch wenn der Aufstieg kein Selbstläufer wird.

In der MySports League heisst es kommenden Winter «alle gegen Basel». Zuversicht gibt dem Favoriten, dass zwei Teams in die Swiss League aufsteigen könnten. «Und wenn wir das schaffen, geht hier die Post ab», prophezeit Christian Weber. Der HC Thurgau sollte sich also warm anziehen, will er künftig nicht von einem Aufsteiger abgehängt werden.

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