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Jetzt hat er die WM im Visier

Der Kradolfer Hans Nessensohn errang in Las Palmas die Goldmedaille an der Judo-Veteranen-EM.
Christof Lampart
Hans Nessensohn bestreitet gerne Wettkämpfe. (Bild: Christof Lampart)

Hans Nessensohn bestreitet gerne Wettkämpfe. (Bild: Christof Lampart)

Hans Nessensohn ist in der Schweizer Judo-Szene schon seit Jahren eine fixe Grösse. Obwohl er 1981 erst im Alter von 27 Jahren mit dem «sanften Weg» – das bedeutet das japanische Wort Judo – begann, entpuppte sich der Thurgauer rasch als grosses Talent. «Ich liebte schon von klein auf den Wettkampf. Dass ich als Kind und später auch als Jugendlicher gerne meine Kräfte mit anderen mass, hat sicherlich dazu beigetragen, dass ich mich sofort ins Judo verliebt habe. Ich ging damals zu einem Judo-Schnupperkurs – und bin gleich dabeigeblieben».

Fast 40 Jahre später räumt der mittlerweile 65-jährige Schreiner, dessen drei erwachsene Söhne auch Spitzen-Judokas waren, in seiner Kategorie auf der internationalen Ebene Gegner um Gegner beiseite. Als er in Spanien seinem altbekannten, russischen Kontrahenten gegenüberstand – nachdem er in den Runden zuvor je einen Georgier und Spanier eliminiert hatte – «zitterte seine Hand vor Nervosität», berichtet Nessensohn stolz. Und das, wie sich wenig später im Titelkampf zeigen sollte, zu Recht. Denn der Russe, welcher ein Jahr älter ist als sein Kontrahent aus Kradolf, kämpfte zuletzt ein Jahr lang in einer höheren Alterskategorie. «Das hat ihm jetzt gar nicht gepasst, dass ich ihn jetzt wieder eingeholt hatte, denn er wusste schon von vergangenen Wettkämpfen her, dass ich ein harter Gegner sein werde», schmunzelt Nessensohn. Und das wird er – die körperliche Gesundheit vorausgesetzt – auch in naher Zukunft bleiben, denn in der Kategorie bis 60 Kilo kämpfen die 65- bis 69-Jährigen zusammen.

Knie-Verletzung gefährdete EM-Teilnahme

Dabei hätte es jedoch durchaus sein können, dass der Mittelthurgauer für die kontinentalen Titelkämpfe Forfait hätte geben müssen, verletzte er sich doch im März beim Training am Knie, als er einen 100-Kilo-Mann auf die Matte warf. «Ich spürte schon beim Wurf, dass mit meinem Knie etwas nicht mehr stimmte», erinnert sich Nessensohn. Tatsächlich hatte er sich dabei den Meniskus eingerissen. Zwar verlief die Heilung gut, aber Ende Mai kam es zu einem Rückschlag. «Ich musste deshalb meine Art, zu kämpfen, umstellen, da ich nur unter grossen Schmerzen seitliche Bewegungen absolvieren konnte. Eigentlich war ich bis jetzt ein sehr aggressiver Kämpfer, der stets die schnelle Entscheidung suchte. Durch die Verletzung musste ich jedoch eine Taktik entwickeln, die es mir erlaubte, abwartender zur agieren.»

Und genau diese defensive Herangehensweise, deren Grundlage eine hervorragende konditionelle Verfassung ist, entpuppte sich als Erfolgsrezept. «Ich war im Finale ein paar Mal nahe daran, eine Wertung gutgeschrieben zu erhalten, während mein Gegner weit davon entfernt war. Ich wusste also, dass mir der Titel zugesprochen werden würde, wenn ich konditionell den Kampf gut durchstehen und ich keinen Fehler mehr machen würde», sagt Hans Nessensohn.

Nach dem Titelkampf ist aber vor dem nächsten Titelkampf. Und so hat sich der Kampfsportler mit dem grossen Herzen den Oktober im Kalender rot angestrichen: «Dann findet im marokkanischen Marrakesch die Veteranen-WM statt. Da möchte ich selbstverständlich auch antreten.» Die Vorfreude auf das Welt-Championat ist jetzt schon gross. Nur hofft der Kradolfer, dass dann weniger chaotische Zustände herrschen werden als an der EM. «Da wurde unser Wettkampf einfach ohne Kommentar um drei Stunden nach hinten geschoben. Und als wir dann an der Reihe waren, mussten wir alle zehn Minuten einen Kampf bestreiten; dabei ist eine Stunde Pause zwischen den Kämpfen normal.»

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