Jetzt geht’s der Ermatinger Stedi an den Kragen

Mit dem Spatenstich beginnt die heisse Phase des Grossprojekts «Stedisanierung und Hafenausbau». Kosten: Rund sieben Millionen Franken. Nach zwei Jahren Bauzeit soll die Schifflände in Ermatingen fertig sein.

Margrith Pfister-Kübler
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Idyllischer Spatenstich an der Stedi: Trompeter Dani Felber, Architekt Andreas Hermann, Gemeindepräsident Martin Stuber und Projektleiter Reto Mästinger. Gemeinderat Hans-Ulrich Hug, der Präsident der Baukommission, sitzt im Bagger. (Bild: Andrea Stalder)

Idyllischer Spatenstich an der Stedi: Trompeter Dani Felber, Architekt Andreas Hermann, Gemeindepräsident Martin Stuber und Projektleiter Reto Mästinger. Gemeinderat Hans-Ulrich Hug, der Präsident der Baukommission, sitzt im Bagger. (Bild: Andrea Stalder)

Die Stedi liegt den Ermatingern am Herzen. Das bewies die Bevölkerung mit einem Grossaufmarsch beim feierlichen Spatenstich am Dienstagabend. Musikalisch begeisterte der Ermatinger Jazzmusiker Dani Felber das Publikum. Gemeindepräsident Martin Stuber sprach vom «Jahrhundertprojekt». Dann blickte er auf die zehn Jahre dauernde «Kopf- und politische Arbeit» zurück, eine lange Planungs- und Projektierungszeit.

Er erinnerte an den 2. März 2010 im Restaurant Seegarten, wo der erste «runde Tisch» mit Vertretern der Gemeinde und hochkarätigen Delegationen des Kantons darüber diskutierte, ob und zu welchen Bedingungen der Kanton den Stedihafen an die Gemeinde abtreten wolle, und ob Ermatingen den Hafen als Bootshafen nutzen dürfe. Das sei der effektive Startschuss für die Planung gewesen.

Deutliche Mehrheit hat das Sieben-Millionen-Projekt bewilligt

Aus dem reinen Hafenprojekt ist ein Gesamtprojekt geworden, in das auch die Sanierung der baufälligen Stedi und die Reorganisation der ganzen Bootsstationierung – inklusive Ersatz vom Bojenfeld Ost – hineingepackt sind. Dann sorgten die Stimmbürger mit ihrer Zustimmung dafür, dass die Gelder gesprochen wurden. Am 27. Februar 2018 wurde dem Baukredit von 6,9 Millionen mit überwältigendem Mehr zugestimmt.

«Das war der emotional schönste Moment meiner Amtszeit»

gestand Stuber. Am 29. Januar 2019 wurden vom Departement für Bau und Umwelt die Konzession und die Bewilligung zugestellt. Alle Beteiligten hätten nach pragmatischen Lösungen gesucht, lobte Stuber: «Es ist auch ein Projekt von der Bevölkerung von Ermatingen, die auf dem Nationalheiligtum ihr Dorfleben zelebriert.»

1. August 2020 soll auf der neuen Stedi gefeiert werden

«Wer in kleinen Dingen keine Geduld zeigt, wird den grossen Erfolg nicht erleben», sagte Reto Mästinger, Projektleiter Planimpuls AG Kreuzlingen. Laufe alles nach Plan, dann werde am 1. August 2020 die fertige Stedi zur Nationalfeier parat sein. Doch da gibt es Risiken: Wetter, Baugrund und der unberechenbare Wasserstand.

«Können wir mit dem Pegel von 3,9550 arbeiten bis April, sind wir auf Kurs»

sagte Mästinger. Er zählte technische Eckpunkte auf, wie 1200 Quadratmeter Spundwände, zwei Kilometer Baupfähle bis 2500 Kubikmeter Kies. Wehmut werde aufkommen, wenn die Pappeln und Platanen gefällt werden, sagte Mästinger. Aber es gehe nicht anders.

Mit einem Apéro und geselligem Zusammensein wurde das Grossbauwerk auf die Zielgerade losgeschickt. Die erwähnten Bäume wurden gestern gefällt.

Während der Bauzeit wird auf www.ermatingen.ch regelmässig über den Baufortschritt und allfällige Restriktionen informiert.

Schüler designen das neue Stedi-Logo

Auch die Jugend mischt beim Stediprojekt mit: 37 Entwürfe hat die Sekundarklasse E3 von Beni Lenzin für ein Erkennungslogo für den neuen Bootshafen entworfen. «Die Auswahl war schwierig», bekannte Gemeindepräsident Martin Stuber. Künftig wird das Logo von Noah Kihm alle offiziellen Dokumente und Bautafeln der Stedi Ermatingen zieren. Der 15-Jährige erklärte, dass er schon mit seinem Grossvater auf dem See immer die Sicht von Osten als die schönste empfand.

ERMATINGEN: In Ermatingen entsteht ein neuer Hotspot am Untersee

Die Gemeinde Ermatingen erhält ein neues Herzstück: Für 6,731 Millionen Franken wird die Stedi saniert und ausgebaut. Zudem gibt es einen neuen Hafen und einen verlängerten Bootssteg. Die Stimmbürger sprachen sich an der ausserordentlichen Germeindeversammlung klar für das Projekt aus.
Nicole D'orazio