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Jetzt geht es den Amriswiler Alpakas an die Wolle

Werner Jörg lässt seine fünf Alpakas jedes Jahr scheren – kürzlich war es wieder so weit. Die Schur ist wichtig für die Gesundheit und das Wohlbefinden der Tiere.
Yvonne Aldrovandi
Alpaka-Halter Werner Jörg sowie Züchter und Scherer Adrian Brändle mit einem Huacaya. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Alpaka-Halter Werner Jörg sowie Züchter und Scherer Adrian Brändle mit einem Huacaya. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Büschelweise fallen die feinen Locken auf den Tisch und den Boden – beinahe wie beim Coiffeur sieht es aus. Bei Werner Jörg in Räuchlisberg werden an diesem Vormittag Alpakas geschoren. Nachdem das Tier auf dem Schertisch gestreckt liegt und fixiert wurde, schneidet ihm Adrian Brändle mit der Schere die Nägel. Anschliessend fährt er dem Alpaka mit der elektrischen Schermaschine über den Körper. Die Schur bezeichnet der Alpakazüchter und Scherer Adrian Brändle als Wellnessprogramm. «Es ist eine sanfte Methode, die Tiere haben grundsätzlich keine Angst.» Das Alpaka müsse er jedoch auf dem Tisch fixieren, damit sich weder Mensch noch Tier verletzen können.
Adrian Brändle empfiehlt, Alpakas jährlich zu scheren. «Schert man die Tiere nicht regelmässig, kann es zu Hautproblemen führen oder die Wolle verfilzen.» Adrian Brändle schert jährlich zwischen April bis Ende Juni etwa 800 Alpakas. Das Haar wachse jeden Monat ungefähr einen Zentimeter nach und biete bereits nach drei bis vier Monaten wieder einen Winterschutz. Bei Adrian Brändle auf dem Hof in Bichwil (SG) leben zur Zeit rund 150 Kleinkamele dieser Art. Seit bald 20 Jahren züchtet und verkauft er die Tiere. Er sei damals einer der ersten Züchter in der Gegend gewesen. «Mittlerweile ist die Haltung zu einer Passion geworden», erzählt er, während er einem Alpaka den Kopf streichelt.
Abgesehen von der Anschaffung eines Tieres seien die Kosten relativ niedrig. Alpakas seien genügsam und robust. Die Grundlage der Fütterung bildet Raufutter wie Heu und Gras. Ursprünglich kommen sie aus Südamerika, aus Gebieten mit sehr kargem Nahrungsangebot. Ein Alpaka ist etwas weniger als ein Jahr trächtig. Die lange Trächtigkeit sei der Grund, dass die Anschaffung relativ teuer sei.

Zwei unterschiedliche Alpaka-Typen

Für die Haltung sei mittlerweile ein Sachkundenachweis erforderlich. Adrian Brändle bietet einen Einsteigerkurs mit Sach-
kundenachweis an, der vom Bundesamt für Veterinärwesen anerkannt ist. Unterschieden wird zwischen zwei Alpaka-Typen – dem Huacaya und dem Suri. «Das Haar des Huacaya hat eine feine, gewellte Faser und liegt dicht am Körper. Das Suri hingegen weist eine starke Lockung auf und hängt strähnig herunter», erklärt Adrian Brändle. Er selber halte Huacaya- und Suri-Alpakas. Die fünf Tiere, die Werner Jörg besitzt, sind Huacayas. Werner Jörg könnte es sich derzeit ohne sie nicht vorstellen. «Alpakas strahlen eine enorme Ruhe aus, die sich auf den Menschen überträgt», schwärmt er.

Decke kühlt im Sommer und wärmt im Winter

Aus der Schurwolle können Duvets produziert werden. Pro Tier falle zwischen eineinhalb und fünf Kilogramm Wolle an, erzählt Adrian Brändle. Die beim Scheren eines Tieres gewonnene Wolle reicht zur Füllung von durchschnittlich einem Duvet. Eine Alpaka-Decke kühle im Sommer ohne nächtliches Frieren und wärme im Winter, weiss Werner Jörg aus eigener Erfahrung. «Dieses Jahr lassen wir aber keine Duvets machen», sagt der Alpakahalter und ergänzt, dass er momentan keinen Käufer dafür hätte. Es mache keinen Sinn, Decken auf Vorrat zu produzieren. Werner Jörg ist aber auf der Suche nach einem Abnehmer für die frisch geschorene Wolle.
Inzwischen ist ein Auto mit einem Anhänger vorgefahren. Zwei Mitarbeitende vom Arbeitsheim für Behinderte (ABA) in Amriswil bringen Mobia und Thaalia. Die beiden Alpakas vom ABA-Streichelzoo stolzieren über den Vorplatz und warten darauf, bis ihnen ebenfalls die Sommerfrisur verpasst wird.

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