Die Bischofszeller Stiftsamtei soll ein Kirchenzentrum werden

Im November stimmt die Katholische Kirchgemeinde Bischofszell über einen Kredit für die Sanierung der Liegenschaft Schottengasse 7 ab.

Barbara Hettich
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Die Stiftsamtei soll nach dem Umbau stufenlos zugänglich sein.

Die Stiftsamtei soll nach dem Umbau stufenlos zugänglich sein.

Bild: Andrea Stalder (Bischofszell, 31. August 2020)

Gravierende Vorbehalte gegenüber dem Sanierungsvorschlag zur Stiftsamtei gab es an der Informationsveranstaltung der Katholischen Kirchgemeinde Bischofszell nicht. Das altehrwürdige Haus in der Schottengasse entspricht nicht mehr den Anforderungen eines modernen Kirchgemeindehauses.

Im September 2019 hatte die Gemeinde bereits einem Projektierungskredit von 255'000 Franken zugestimmt. Am 19. November soll nun den Stimmberechtigten ein Baukredit in Höhe von 3,25 Millionen Franken zur Abstimmung vorgelegt werden.

«Ziel ist, dass wir ein modernes, zukunftsgerichtetes Kirchenzentrum bekommen, in dem Gemeinschaft gelebt werden kann», sagte Kirchenpräsident Thomas Diethelm.

Ein Lift erschliesst alle Stockwerke

Architekt Cyrill Bischof und Baukommissionspräsident Paul Würms stellten das Raumprogramm im Detail vor: ein Saal für bis zu 100 Personen mit kleinem Office und Garderobe im Erdgeschoss; sanitäre Anlagen, Sitzungs- und Besprechungsräume im 1. Obergeschoss; Büros für Sekretariat und Gemeindeleitung im 2. Obergeschoss; Gemeinschaftsraum für 30 Personen, Küche und Jugendräume im 3. Obergeschoss und eine Galerie im Estrich.

Die Stiftsamtei soll künftig für alle Menschen zugänglich sein. Ein zweiter Eingang beim seitlichen Durchgang von der Schottengasse zur Kirche wird stufenlos ins Erdgeschoss führen, und mit einem Lift sollen alle Etagen bis zum 3. Stock erschlossen werden.

Auch äusserlich wird es Anpassungen am Gebäude geben. «Wir hatten eine erspriessliche Zusammenarbeit mit Denkmalpflege und Ortsbildkommission», sagte der Architekt. Gauben im Dach werden mehr Licht in das 3. Obergeschoss bringen. Die Saalfenster im Erdgeschoss sollen vergrössert werden.

Kirchenbehörde will nachhaltige Energie

Die Ölheizung im Keller der Stiftsamtei ist in die Jahre gekommen. Damit wird nicht nur die Stiftsamtei, sondern auch die Pelagiuskirche geheizt. «Über kurz oder lang werden wir sie ersetzen müssen», erklärte Kirchenpräsident Thomas Diethelm einen Ausgabenposten über 200'000 Franken in der Baukostenrechnung.

Die Kirchenvorsteherschaft habe entschieden, künftig auf nachhaltige Energie zu setzen. Stiftsamtei und Kirche sollen an das Fernwärmenetz der Technischen Betriebe angeschlossen werden.

«Wenn man den Projektierungskredit mit einrechnet, werden wir für die geplante Sanierung rund 3,5 Millionen Franken ausgeben», sagte Thomas Diethelm. Die Kirchgemeinde könne sich dies bei den positiven Rechnungsabschlüssen der vergangenen zehn Jahre leisten. «Wir werden die solide finanzielle Basis der Kirchgemeinde nicht gefährden, aber schaffen einen Ort, an dem mehr Begegnungen möglich sind.»