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«Jetzt brauchen wir Mut», sagt Claudia Schindler, Kirchenpräsidentin von Evangelisch Amriswil

Die evangelische Kirchgemeinde möchte ein neues Begegnungszentrum bauen. Dafür sollen auch Liegenschaften verkauft werden. Die Stimmung bei den Kirchbürgern ist geteilt.
Rita Kohn
Das alte Pfarrhaus steht unter Denkmalschutz. Es soll verkauft werden, wenn das Begegnungszentrum zustande kommt. (Bild: Manuel Nagel)

Das alte Pfarrhaus steht unter Denkmalschutz. Es soll verkauft werden, wenn das Begegnungszentrum zustande kommt. (Bild: Manuel Nagel)

Otto Seger stellt die Projekt-Studie vor. (Bild: Rita Kohn)

Otto Seger stellt die Projekt-Studie vor. (Bild: Rita Kohn)

Stehen bald das Kirchgemeindehaus und das alte Pfarrhaus von Amriswil zum Verkauf? Wenn es nach der Behörde geht, wird sich die Kirchgemeinde in den nächsten Jahren von drei Liegenschaften trennen. Geplant ist, das jetzt dezentral auf verschiedene Gebäude verteilte kirchliche Leben zusammenzuführen und dafür ein neues Begegnungszentrum zu bauen. Der Verkauf der Immobilien könnte einen wichtigen Beitrag zur Finanzierung leisten. Denn für das Zentrum muss mit Anlagekosten von rund 8,3 Millionen Franken gerechnet werden. Das gab Kirchenvorsteher Otto Seger am Donnerstag an der Versammlung bekannt.

Für Kirchenpräsidentin Claudia Schindler ist klar: «Jetzt brauchen wir Mut.» Es sei ihr bewusst, dass es nicht einfach sein werde, diesen Weg zu gehen. Aber es brauche einen zukunftsweisenden Entscheid. «Sonst werden unsere nachfolgenden Generationen zu Recht fragen, was für ein Erbe wir ihnen hinterlassen haben.» Noch weiter geht Fritz Wälchli, ehemaliges Behördenmitglied. Er gratulierte der Behörde zu ihrem Vorschlag und machte deutlich: «Ich bin total begeistert. Als eine der grössten Kirchgemeinden im Kanton ist es wichtig, dass wir in die Zukunft blicken. Sonst bin ich mir nicht sicher, dass es eine nächste Generation überhaupt noch gibt.»

Anders sieht es Hanspeter Klarer, ebenfalls ehemaliges Behördenmitglied. Er befürchtet, dass sich die Kirchgemeinde eine solch hohe Investitionssumme nicht leisten kann. Erst recht, da im Gespräch sei, dass die Steuereinnahmen der juristischen Personen wegbrechen könnten. Ähnliche Bedenken äusserte auch ein weiterer älterer Kirchbürger. Er wollte wissen, was denn ein Ausbau des bestehenden Kirchgemeindehauses kosten würde.

«Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht»

Präsidentin Claudia Schindler warb für Vertrauen. (Bild: Rita Kohn)

Präsidentin Claudia Schindler warb für Vertrauen. (Bild: Rita Kohn)

Claudia Schindler zeigte Verständnis für die Bedenken. «Sie habe alle diese Gedanken auch durchgedacht», sagt sie. Unter dem Strich ist die Erkenntnis geblieben, dass der Neubau die einzige sinnvolle Lösung ist. Zum Seitenhieb auf die inzwischen stillgelegten Pläne für einen Begegnungsraum in Oberaach sagte sie: «Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht.» Sie würden die Stimmberechtigten über jeden Schritt informieren und damit an der Entwicklung des Projektes teilhaben lassen.

Die Kirchenvorsteherschaft wolle Transparenz schaffen und die Meinung vieler einholen. Deshalb soll über einen Wettbewerbskredit für das neue Begegnungszentrum auch an der Urne und nicht an der Kirchgemeindeversammlung abgestimmt werden. Dafür musste die Kirchenvorsteherschaft die Erlaubnis der Stimmberechtigten einholen. Mit drei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen sagten die Anwesenden klar Ja zur Urnenabstimmung. Der Wettbewerbskredit für das Begegnungszentrum soll voraussichtlich im Herbst dieses Jahres eingeholt werden.

Parität von Sommeri auflösen

Evangelisch Amriswil-Sommeri möchte die Parität auflösen. Grund dafür ist vor allem der grosse personelle Aufwand, den die Parität mit sich bringt. Zudem werden schon seit 2017 keine evangelischen Gottesdienste mehr in der Kirche gefeiert. Schon seit einiger Zeit ist die Kirchenvorsteherschaft deshalb im Gespräch mit der Katholischen Kirche Sommeri, deren Behörde einer Auflösung der Parität positiv gegenübersteht.

Bereits 1975 hatte es einen Vorstoss aus Amriswil gegeben. Während die evangelische Kirchgemeinde der Auflösung zustimmte, wurde sie von katholischer Seite aus verworfen. Die Zeichen stehen nun anders. Denn inzwischen ist die Kirche innen und aussen in einem guten Zustand, es fallen in absehbarer Zeit keine grösseren Renovationskosten an. Damit sei der Unterhalt der Kirche für Sommeri tragbar, sagte Claudia Schindler.

Ein in Sommeri lebender Kirchbürger bedauerte die angestrebte Auflösung. Auch wenn damit kein Leistungsabbau für die evangelische Bevölkerung verbunden sei, stehe er dem Ansinnen ablehnend gegenüber.

Die Kirchbehörde bekam von der Versammlung die Erlaubnis, über die Auflösung der Parität am 19. Mai am ordentlichen Urnengang abzustimmen. (rk)

Unbestritten war das Budget 2019, das einen Überschuss von 15360 Franken vorsieht. Sowohl den Voranschlag wie auch den gleichbleibenden Steuerfuss von 22 Prozent hiessen die Anwesenden einstimmig gut.

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