Jekami bei den Wahlen in Kesswil

Nach Daniel Fuchs und Katja Nobs hat sich nun auch Roger Simmen überraschenderweise aus dem Rennen genommen. Dafür will es jetzt der Vizegemeindepräsident Rolf Steiger wissen.

Natascha Arsic
Drucken
Teilen
Rolf Steiger kandidiert neu als Gemeindepräsident. (Bild: PD)

Rolf Steiger kandidiert neu als Gemeindepräsident. (Bild: PD)

Die Wahlen fürs Gemeindepräsidium werden immer kurioser. Da fällt es nicht leicht, den Überblick zu behalten. Zuletzt verzichtete der Weinfelder Roger Simmen auf seine öffentlich gemachte Kandidatur. Für eine Stellungnahme war er gestern nicht zu erreichen. Der Gemeinde sind die Bewerber nicht ausgegangen.

Roger Simmen hat seine Kandidatur zurückgezogen. (Bild: PD)

Roger Simmen hat seine Kandidatur zurückgezogen. (Bild: PD)

Kürzlich ist der aktuelle Vizegemeindepräsident Rolf Steiger als neuer Gemeindepräsident ins Rennen gestiegen. Er ist auch der Grund, warum sich Simmen zurückgezogen hat, sagt Christian Badertscher, Präsident des Gemeindevereins, auf Anfrage. Eigentlich hätte Kesswil mit Daniel Fuchs bereits einen neuen Gemeindepräsidenten. Er erhielt mit 256 Stimmen klar die absolute Mehrheit – konnte die Wahl am 25. November aber aus gesundheitlichen Gründen nicht annehmen.

Daniel Fuchs hätte die Wahl eigentlich gewonnen. (Bild: PD)

Daniel Fuchs hätte die Wahl eigentlich gewonnen. (Bild: PD)

Seine damalige Konkurrentin Katja Nobs bekam nur 100 Stimmen und wollte sich zunächst für einen zweiten Wahlgang zur Verfügung stellen. Aufgrund zu geringer Unterstützung der Bevölkerung und des neuen Konkurrenten Roger Simmen zog sich die Gemeinderätin letztlich zurück.

Katja Nobs nahm sich aus dem Rennen. (Bild: Donato Caspari)

Katja Nobs nahm sich aus dem Rennen. (Bild: Donato Caspari)

«Ich bin ein Machertyp, weniger ein Visionär»

Was wiederum Rolf Steiger auf den Plan rief, den amtierenden Vizegemeindepräsidenten von Kesswil. «Ich bin vom Entscheid von Katja Nobs regelrecht überrumpelt worden.» Und er ging nochmals über die Bücher, nachdem er in der Vergangenheit immer abgewinkt hatte, als er für eine Kandidatur als Gemeindepräsident angefragt worden war. Denn eigentlich hätte es der 58-jährige Steiger gut gefunden, wenn eine jüngere Person auf Kurt Henauer gefolgt wäre. Weil aber niemand in Aussicht stand, entschied er sich schliesslich, doch anzutreten. Auch wenn Steiger dafür im Fall der Wahl seinen heutigen Job beim HPV Rorschach aufgeben müsste.

«Ich will mich ganz auf die Arbeit als Gemeindepräsident konzentrieren können.»

Nebenbei noch etwas anderes zu machen, komme für ihn nicht in Frage – und auch nicht für seine Frau. So habe er künftig unter anderem mehr Zeit für das Präsidium der Elektra-Genossenschaft Kesswil. «Für mich wäre es eine Win-win-Situation.» Steiger will Kesswil nicht auf den Kopf stellen. «Ich bin ein Machertyp und weniger ein Visionär.» Der aktuelle Gemeindepräsident Kurt Henauer ist noch bis Ende Mai im Amt. Nach acht Jahren im Amt sehnt er sich zurück in die Vollerwerbslandwirtschaft. Obwohl ihm seine Gemeinde sehr am Herzen liegt, sei es für ihn doch auch nicht immer einfach gewesen, alle Herausforderungen zu meistern. Rolf Steiger scheint bis zur Wahl am 10. Februar der einzige Kandidat zu bleiben. Bei der Neujahresbegrüssung hat sich kein weiterer Bewerber gemeldet – so scheint Steiger also nun konkurrenzlos.

Hinweis: Am Freitag, 15. Januar, um 20 Uhr stellt sich Rolf Steiger bei der öffentlichen Wählerversammlung in der Mehrzweckhalle Kesswil vor.

Kuriose Situation in Kesswil

Bei den Wahlen fürs Gemeindepräsidium kommt es am 10. Februar zu einem zweiten Wahlgang. Obwohl Daniel Fuchs am Sonntag das Rennen machte.
Markus Schoch