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«Jede Baumallee hat einen Nutzen»

Die Region ist eine der alleereichsten der Schweiz. Michel Brunner hat ein Buch über die doppelten Baumreihen geschrieben und leitet am Sonntag eine Velotour, die an einigen Beispielen vorbei führt.
Nicole D’Orazio
Die Lindenallee oberhalb von Schloss Castell in Tägerwilen. Sie ist laut Michel Brunner die älteste der Schweiz. (Bild: PD/Michel Brunner)

Die Lindenallee oberhalb von Schloss Castell in Tägerwilen. Sie ist laut Michel Brunner die älteste der Schweiz. (Bild: PD/Michel Brunner)

Herr Brunner, Sie leiten eine Velotour zum Thema Alleen durch die Region Kreuzlingen. Gibt es genügend anzuschauen?

Michel Brunner (Bild PD)

Michel Brunner (Bild PD)

Michel Brunner: Und ob. Die Region Kreuzlingen/Tägerwilen ist die alleenreichste der Schweiz und bietet einige Höhepunkte. Auf der Tour werden wir ungefähr ein Dutzend Beispiele sehen.

Welche Alleen gehören zu den Höhepunkten?

Oberhalb des Schlosses Castell in Tägerwilen steht die älteste Allee der Schweiz. Sie ist wahrscheinlich 1725 beim Umbau des Schlosses gepflanzt worden. Es ist eine Halballee mit prächtigen Linden. Die Dickste hat einen Durchmesser von gut 5,40 Metern. Wahrscheinlich hatte diese einen Repräsentationscharakter.

In Tägerwilen sind andere Alleen in den letzten Jahren im Mittelpunkt gestanden. Zum Beispiel die Pappeln in Tägermoos, die teilweise gefällt wurden, und die Kastanienallee unterhalb des Schlosses wegen der seltenen Schliessmundschnecke. Sind auch diese ein Thema?

Die Kastanienallee kenne ich. Von den Schnecken habe ich gehört, sie aber noch nie bewusst gesucht. Im Tägermoos war ich als Baumexperte engagiert worden, als eine Bürgerinitiative im Winter 2015/16 gegen die Fällung der Pappelalle gekämpft hat. Auf der Velotour soll das Politische aber nicht im Mittelpunkt stehen. Ich möchte den Teilnehmern die Schönheit der Bäume und auch deren Geschichten aufzeigen.

Wehren Sie sich, wenn eine Gemeinde bekannt gibt, dass Bäume gefällt werden?

Ich unterscheide immer zwischen Kultur- und Wirtschaftsbaum. Gerne berate ich Gemeinden. Es ist toll, wenn Bäume und Alleen geschützt werden. Wenn aber auf der Seite der Gemeinde oder des Landbesitzers keine Wertschätzung vorhanden ist, wird es schwierig. Denn die Pflege bedeutet immer einen grossen Aufwand.

Auf dem privaten Gelände von Schloss Ebersberg in Kreuzlingen steht eine alte Rosskastanien-Allee. (Bild PD)

Auf dem privaten Gelände von Schloss Ebersberg in Kreuzlingen steht eine alte Rosskastanien-Allee. (Bild PD)

Wie erklären Sie sich, dass es in der Region Kreuzlingen so viele Alleen gibt?

Mit Louis Napoleon wurden die Alleen hier wahrscheinlich aus dem französischen Kulturraum eingeführt. Es ist ja eine reiche Region mit vielen Schlössern. In der Renaissance wurden die Bäume als Repräsentationsmittel angepflanzt. Alleen hatten historisch gesehen jedoch auch einen praktischen Nutzen.

Welchen?

In den doppelten Baumreihen wurden oft Obstbäume angepflanzt. Diese dienten den Bauern und Reisenden als Nahrungsquellen, Schattenspender und Schutz vor dem Wind, wenn sie mit ihren Karren lange unterwegs waren. Zudem halten Bäume die Erde feucht und dienen der Markierung. Letzteres war speziell bei Schnee wichtig. Mit dem Aufkommen der Autos wurden die Strassen jedoch oft zu schmal und viele Bäume wurden gefällt.

Wie kommt es, dass Sie Bücher über Bäume und Alleen schreiben?

Als Autor beschäftige ich mich seit 20 Jahren mit ihnen und finde sie spannend. Zudem bin ich als Baumpflege-Spezialist und Gärtner tätig.

Im Tägermoos steht die Pappelallee. (Bild PD)

Im Tägermoos steht die Pappelallee. (Bild PD)

Dreistündige Velotour durch die schönsten Alleen der Region Kreuzlingen/Tägerwilen

Als Höhepunkt der diesjährigen städtischen Veranstaltungsreihe «Natur entdecken» leitet Michel Brunner am kommenden Sonntag, 27. Mai, die besondere Velotour durch die schönsten Alleen in der Region Kreuzlingen/Tägerwilen. Der Treffpunkt um 10 Uhr ist am Schloss Ebersberg an der Lohstrasse 22 in Kreuzlingen. Die Tour dauert drei Stunden. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Ein strassentaugliches Velo ist Voraussetzung. Die Route beträgt 15 km und führt teilweise über nicht befestigte Feldwege.

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