JAHRHUNDERTBAUWERK
Die ersten Stege schwimmen schon im Hafen: Die Erneuerung der Ermatinger Stedi ist bald abgeschlossen – nur bis zum Einweihungsfest dauert es noch

Ein Kran hievt derzeit die Schwimmelemente ins Wasser. In den nächsten Wochen folgt zum Abschluss der Arbeiten die Montage eines markanten Unterstands und die neuen Bäume werden gepflanzt.

Urs Brüschweiler
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Gemeindepräsident Urs Tobler und Baukommissionspräsident Hans-Ulrich Hug auf der Stedi, wo gerade die Schwimmstege für den neuen Hafen eingewassert werden.

Gemeindepräsident Urs Tobler und Baukommissionspräsident Hans-Ulrich Hug auf der Stedi, wo gerade die Schwimmstege für den neuen Hafen eingewassert werden.

Bild: Kevin Roth
«Es macht schon Freude, das zu sehen.»

Baukommissionspräsident Hans-Ulrich Hug und Gemeindepräsident Urs Tobler stehen auf der neuen Stedi und betrachten die Arbeiten. Mit einem Kran werden die Schwimmstege von der Hafenmauer ins Wasser gehoben. Einer nach dem anderen. «Wir haben ein wenig gezittert, ob die Sattelschlepper aus Frankreich wirklich hier ankommen.» Doch das Material ist letztlich trotz Schwierigkeiten mit Grenzübertritten und Corona alles sicher in Ermatingen angekommen. «Es ist ein gutes Gefühl, dass die Stege jetzt da sind. Und die zweite Lieferung kommt am Freitag, das sollte auch klappen», sagt Hug. Die Monteure des Lieferanten konnten wegen drohender Quarantäne allerdings nicht einreisen. «Wir haben aber zum Glück erfahrene Fachkräfte aus der Nähe rekrutieren können.»

Der Spatenstich erfolgte vor genau zwei Jahren

Hug und Tobler sind beide sichtlich stolz, dass mit der Stedibaustelle alles im grünen Bereich liegt. Im Februar 2019 feierte die Gemeinde den Spatenstich für das «Jahrhundertbauwerk für Ermatingen», wie es der Gemeindepräsident nennt. Das Hochwasser im anschliessenden Sommer hätte den Fortgang zwar ein wenig verzögert, doch sei man mit den nun gut zwei Jahren Bauzeit immer noch sehr zufrieden.

Die Schiffsanlegestelle vor der Stedi ist bereit für die Kursschiffe.

Die Schiffsanlegestelle vor der Stedi ist bereit für die Kursschiffe.

Bild: Kevin Roth

Das Mustermöbel hat sich bewährt

Ein erstes, noch einzelnes Sitzbänklein aus Holz steht bereits an der Hafenmauer. Es hat den Winter gut überstanden und sieht immer noch genau gleich neu aus wie im letzten Herbst, berichtet Hug. «Wir haben gut ausgewählt», meint der Baukommissionspräsident. Das öffentliche WC im Zollhaus ist gerade im Entstehen begriffen. Das Eckhaus im Südosten der Stedi wird bald zum Hafenmeisterbüro umgebaut sein. Der Steg im Osten für die kleinen Boote ist fertig und bereits von Möwen in Beschlag genommen worden.

Hans-Ulrich HugBaukommissionspräsident Stedi

Hans-Ulrich Hug
Baukommissionspräsident Stedi

Bild: Kevin Roth

In wenigen Wochen folgen noch das Wartehäuschen und die Pflanzung der Bäume. Beides soll dem Ermatinger Vorzeigeort eine markante Prägung verleihen. Hug betont:

«Der neue Unterstand wird das i-Pünktchen für das Projekt.»

Und auch Tobler freut sich besonders auf diesen speziellen Meilenstein, ein zwölf Meter langes und vier Meter breites Dach auf vier Stahlstützen und Glaswänden. «Wenn das erledigt ist, dann ist das Gröbste durch.» Mit der Bepflanzung mit Platanen und Pappeln werde die Stedi wieder ähnlich aussehen wie vorher. «Das ist wichtig, dass die Boote spätabends auch den Heimweg wieder finden», meint Tobler mit einem Augenzwinkern.

So soll die Stedi aussehen, wenn sie fertig ist.

So soll die Stedi aussehen, wenn sie fertig ist.

Bild: PD

Die Vorfreude der Bevölkerung

Die Freude über die neue Stedi sei auch im Dorf bereits spürbar. «Ich habe bisher ausschliesslich positive Rückmeldungen erhalten», sagt Hug. Auch Tobler nimmt das so wahr und stellt fest, dass schon viele Leute den für den Ermatinger Tourismus so wichtigen Ort nutzten. Und der Baukommissionspräsident stellt fest:

«Wir haben das Projekt gebaut, dass geplant und von den Bürgern bewilligt wurde.»

Zur Einhaltung der bewilligten Kosten von rund sieben Millionen Franken wollen beide noch nichts sagen. Aber man habe trotz einiger negativer Überraschungen beim Ersatz der alten Mole den Kreditrahmen «fest im Auge».

Einweihung erst im nächsten Jahr

Urs ToblerGemeindepräsident Ermatingen

Urs Tobler
Gemeindepräsident Ermatingen

Bild: Kevin Roth

Einen Wermutstropfen gibt es aber doch noch. Das Eröffnungsfest, eigentlich geplant für Ende Mai, wird nicht stattfinden. «Wir mussten es leider auf 2022 verschieben», sagt Tobler. Der Hauptgrund sei Corona, ein unbeschwertes Fest sei wohl noch nicht möglich. Hinzu kommt, dass die Gemeinde derzeit ohne bewilligtes Budget da steht und keine ungebundenen Ausgaben tätigen darf.

«Wir dürfen im Moment nicht einmal ein Festzelt bestellen.»

Vielleicht könne man aber den 1. August bereits auf der neuen Stedi feiern.

Die Visualisierung zeigt eine Luftansicht der fertigen Schifflände.

Die Visualisierung zeigt eine Luftansicht der fertigen Schifflände.

Bild: PD