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Jackos Zombies sorgen in Amriswil für Lacher

Kürzlich wäre er 60 Jahre alt geworden. Ihn live zu sehen, ist nicht mehr möglich, aber die Michael Jackson Tribute Show machte am Sonntagabend Halt im Pentorama. Das Urteil der Besucher lag zwischen lautstarker Begeisterung und leiser Enttäuschung.
Manuel Nagel
Der Londoner Koffi Missah interpretiert den «King of Pop» auf der Pentoramabühne. (Bild: Manuel Nagel)

Der Londoner Koffi Missah interpretiert den «King of Pop» auf der Pentoramabühne. (Bild: Manuel Nagel)

Das Timing hätte für die Veranstalter nicht besser sein können: Am 29. August erst war Michael Jackson in sämtlichen Medien, da er seinen 60. Geburtstag gefeiert hätte. Doch bei der Tribute Show gab es noch einige freie Plätze in den hinteren Reihen. Rund 400 Besucher kamen am Sonntagabend ins Pentorama.

«Zuerst bin ich erschrocken, als der Hauptdarsteller auf die Bühne gekommen ist», meinte Katia Maurer aus Romanshorn, die mit ihrem Mann Florian und ihren Eltern das Musical besucht hatte. Sie habe irritiert, dass der Darsteller des «King of Pop» halt auf den ersten Blick schon nicht ganz wie das Original aussehe. «Aber nach ein paar Liedern haben sie das Publikum abgeholt», sagte Katia Maurer und irgendwie habe man dann vergessen, dass da nicht der echte Michael Jackson auf der Bühne stehe.

Kritik an Show und an fehlender Gastronomie

Spätestens bei «Smooth Criminal» sprang der Funke vom Ensemble auf das Publikum hinüber. Wie im Videoclip zu diesem Song kostümierte sich die Tanztruppe mit Kleidern aus den 20er und 30er Jahren, und auch Jackson Darsteller Koffi Missah trug einen weissen Anzug mit schwarzer Armbinde, um möglichst nahe ans Original zu kommen. Auch als Zombies bei «Thriller» waren die Tänzer für den einen oder anderen Lacher besorgt.

«Jackson zu imitieren ist immer schwierig. Es war auch nicht schlecht gesungen, aber ich hätte von der Show doch mehr Glamour erwartet.»Jeannine TraberBesucherin aus Bühler AR

«Jackson zu imitieren ist immer schwierig. Es war auch nicht schlecht gesungen, aber ich hätte von der Show doch mehr Glamour erwartet.»
Jeannine Traber
Besucherin aus Bühler AR

Doch diese Bemühungen kamen nicht bei allen Besuchern gleich gut an. «Ich hätte von der Show mehr Glamour erwartet», äusserte sich Jeannine Traber, die aus dem Appenzellischen nach Amriswil gefahren ist, um die Tribute Show zu sehen. Und auch ihre Begleiterin doppelte nach, dass für sie «die Kostüme irgendwie nicht so wertig» gewesen seien. Als ein wenig laienhaft empfanden es die beiden, wenn man bedenke, dass die teuersten Plätze rund hundert Franken gekostet hätten. Auch waren sie enttäuscht, dass es an diesem Abend keine Möglichkeit gab, Getränke zu kaufen.

«Erwartungshaltung bei einigen viel zu gross»

«Es war eindrücklich und schön, Jacksons Lieder wieder einmal zu hören. Für so eine kleine Truppe ist die Show professionell rüber gekommen.»Florian MaurerBesucher aus Romanshorn

«Es war eindrücklich und schön, Jacksons Lieder wieder einmal zu hören. Für so eine kleine Truppe ist die Show professionell rüber gekommen.»
Florian Maurer
Besucher aus Romanshorn

Nicht in diese Kritik miteinstimmen wollte Florian Maurer aus Romanshorn. «Dafür, dass es so eine kleine Truppe ist, ist es sehr professionell rübergekommen», sagte er. Nebst Koffi Missah standen noch ein Sänger und eine Sängerin, eine vierköpfige Liveband sowie vier Tänzer und Tänzerinnen auf der Bühne. «Ich denke, bei manchen Besuchern war auch die Erwartungshaltung an die Show viel zu gross», sagte Florian Maurer.

«Ich war erst gerade in einem Lager, in dem wir auch Lieder von Michael Jackson gesungen haben. Mein Lieblingssong ist ‹Heal the World›.»Alyssa MüllerBesucherin aus Sommeri

«Ich war erst gerade in einem Lager, in dem wir auch Lieder von Michael Jackson gesungen haben. Mein Lieblingssong ist ‹Heal the World›.»
Alyssa Müller
Besucherin aus Sommeri

Im Publikum waren auch auffällig viele Familien mit Kindern. Jacksons Todestag am 25. Juni 2009 bleibt besonders Sabrina Müller aus Sommeri in Erinnerung, da sie an jenem Tag das Geburtstagsfest für Tochter Alyssa vorbereitete. Für die mittlerweile Elfjährige war der Abend auch deshalb besonders, weil sie ein wenig länger aufbleiben durfte.

Moonwalk löst Gekreische aus

«Die Show hat mir gut gefallen. Wenn wir daheim Musik hören, ist oft Michael Jackson darunter. Ich tanze sehr gerne zu seinen Liedern.»Norah JenzerBesucherin aus Seuzach ZH

«Die Show hat mir gut gefallen. Wenn wir daheim Musik hören, ist oft Michael Jackson darunter. Ich tanze sehr gerne zu seinen Liedern.»
Norah Jenzer
Besucherin aus Seuzach ZH

Beinahe zwei Stunden dauerte die Show. Schon bei «Thriller» stimmten viele Besucher in den Refrain mit ein. Doch den Höhepunkt erreichte die Stimmung bei den Klassikern wie «Billie Jean», «Bad», «Dirty Diana» und «Beat It», als es viele nicht mehr auf ihren Sitzen hielt.

Und auch wenn Koffi Missah selbstverständlich nicht an das verstorbene Original herankommt, so schaffte er es dennoch, bei einem Grossteil des Publikums die Illusion hochzuhalten, die Erinnerungen an Michael Jackson zu wecken und die Besucher für dessen Musik zu begeistern. Als Missah den berühmten Moonwalk von «Jacko» zelebrierte, war das Gekreische in den Sitzreihen jedenfalls beinahe so gross, als wäre der «King of Pop» wieder auferstanden.

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