NEUKIRCH A. D. THUR
Kradolf-Schönenberg investiert rund 1,5 Millionen Franken in die öffentliche Infrastruktur

An der Gemeindeversammlung in Neukirch an der Thur genehmigten die Stimmbürger vier Kreditanträge, die Rechnung 2019 und das Budget 2021. Gutgeheissen wurden auch zwei Einbürgerungsgesuche.

Georg Stelzner
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Auf diesem Grundstück an der Buhwilerstrasse in Schönenberg entsteht der Wohnpark Rigiblick; für die Überbauung wird eine neue Trafostation errichtet.

Auf diesem Grundstück an der Buhwilerstrasse in Schönenberg entsteht der Wohnpark Rigiblick; für die Überbauung wird eine neue Trafostation errichtet.

Bild: Georg Stelzner (Schönenberg, 30. November 2020)

Der Gemeinderat Kradolf-Schönenberg kann sich auf «seine» Stimmbürger verlassen. Einmal mehr genehmigten sie an der Gemeindeversammlung nicht nur die Rechnung und das Budget, sondern auch vier Kredit­begehren in einer Gesamthöhe von 1,475 Millionen Franken – notabene diskussionslos und einstimmig.

Einziger Wermutstropfen: Von den 2249 Stimmberechtigten fanden sich – vermutlich coronabedingt – am Dienstagabend nur deren 55 in der Neukircher Turnhalle ein, was einer unterdurchschnittlichen Beteiligung von lediglich 2,45 Prozent entspricht.

Gewinn statt Verlust in der Jahresrechnung

Zu Beginn konnte Gemein­depräsident Heinz Keller die im Plus abschliessende Rechnung 2019 zur Abstimmung vorlegen. Anstelle des budgetierten Verlusts von 226'000 Franken resultierte ein Ertragsüberschuss von 603'594 Franken. Hauptverantwortlich dafür ist ein höher Ertrag bei den Gemeindesteuern.

Heinz Keller, Gemeindepräsident von Kradolf-Schönenberg: «Die Gemeinde wird die in den nächsten Jahren zu erwartenden Defizite dank des vorhandenen Eigenkapitals gut verkraften können.»

Mit nur einer Gegenstimme genehmigte die Versammlung die Rechnung und die Verwendung des Gewinns. Dieser dient grossteils als Vor­finanzierung für die Sanierung der Weitenau-, der Thurbrugg- und der Buhwilerstrasse. Ein Restbetrag von 103'594 Franken wird dem Eigenkapital zugewiesen, welches damit auf 2,412 Millionen Franken anwächst.

Die wichtigsten Finanzziele des Gemeinderats

«Es war nicht leicht, das Budget für 2021 zu erstellen», gab der Gemeindepräsident zu bedenken. Basierend auf einem unveränderten Steuerfuss von 59 Prozent, rechnet der Voranschlag mit einem Verlust in Höhe von 369000 Franken. Das Budget der Investitionsrechnung sieht Nettoinvestitionen von 1,279 Millionen Franken vor.

Finanzpolitisch verfolgt der Gemeinderat nach den Worten Kellers einen Kurs, der die Beibehaltung eines regional attraktiven Steuerfusses, die Stabi­lisierung oder Reduktion der Verschuldung sowie den Aufbau von Eigenkapital bei den Werken zum Ziel hat. Überdies gelte es, weiterhin angemessen in die Infrastruktur zu investieren.

Bei der Abstimmung über das Budget und den Steuerfuss für das Jahr 2021 waren sich die Versammlungsteilnehmer einig: Sie sagten zum Antrag des Gemeinderates einstimmig Ja.

Augenmerk gilt der Versorgungssicherheit

Mit vier Bauvorhaben möchte der Gemeinderat Kradolf-Schönenberg die Bedingungen im Dorf Schönenberg verbessern. Es geht einerseits um die Sanierung der Weitenaustrasse und anderseits um die Erhöhung der Versorgungssicherheit bei Wasser und Strom. Die Gemeindeversammlung genehmigte die diesbezüglichen Anträge der Behörde oppositionslos. Es handelt sich im Einzelnen um fol­gende Kreditbegehren: 525'000 Franken für die Sanierung der Weitenaustrasse mit Gehweg und Brückensanierung, 255'000 Franken für die Sanierung und Netzverstärkung Wasserversorgung (Weitenaustrasse), 213'000 Franken für die Sanierung der Elektrizitätsversorgung (Weitenaustrasse) und 482'000 Franken für den Neubau einer Trafostation (Oberdorfstrasse) im Hinblick auf die Erschliessung des geplanten Wohnparks Rigiblick. Nicht einstimmig, aber mit jeweils grosser Mehrheit, hiess die Gemeindeversammlung die Einbürgerungsgesuche einer dreiköpfigen Familie sowie einer Einzelperson (alle nordmazedonische Staatsangehörige) gut. (st)