Intrigen und Eifersucht hinter den Kulissen der «Zauberflöte» in Sommeri

Der «Comedy Express» eroberte mit seiner Eigenproduktion «Die Zauberflöte und andere Katastrophen» die Herzen des Publikums. Das Theaterensemble mit Schauspielern mit Handicap feierte Premiere.

Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
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Zum ersten Mal werden auch Masken für die unterschiedlichen Rollen eingesetzt. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Zum ersten Mal werden auch Masken für die unterschiedlichen Rollen eingesetzt. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Als Donald Trump ist er im Einkaufszentrum Amriville aufgetreten, und als Regierungsrat wollte er in Frauenfeld überall Tempo 30 einführen: Ein Hochstapler, der sich immer wieder als berühmte Persönlichkeit ausgegeben hat und deshalb im Gefängnis gelandet ist, ist ausgebrochen. Auf der Flucht vor der Polizei sucht er Unterschlupf im Opernhaus. Notgedrungen schlüpft er in verschiedenste Rollen.

Der «Comedy Express» der Bildungsstätte Sommeri sorgt mit seiner Theateraufführung für Heiterkeit. Die Premiere der Eigenproduktion «Die Zauberflöte und andere Katastrophen» hat am Freitagabend im Café der Bildungsstätte stattgefunden.

An der «Opera della Commedia» soll «Die Zauberflöte» von Wolfgang Amadeus Mozart aufgeführt werden. Die ausdrucksstarke frei interpretierte Eigenproduktion des «Comedy Express» spielt sich hinter den Kulissen des Theaters ab – im Backstage-Bereich, der sonst den Blicken des Publikums entzogen ist. Die «Romanze in Lach-Dur mit feurigen Untertönen», wie die Verantwortlichen das Stück bezeichnen, führt zu folgenschweren Verwechslungen sowie Intrigen, Eifersucht und Chaos. All dies und noch viel mehr lassen den Flötenzauber verblassen, und das Opernleben droht aus den Fugen zu geraten.

Die Akteure verkörpern 40 Rollen

Schauspieler des «Comedy Express» beeindrucken mit einem bunten Farbenreigen auf der Bühne. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Schauspieler des «Comedy Express» beeindrucken mit einem bunten Farbenreigen auf der Bühne. (Bild: Yvonne Aldrovandi-Schläpfer)

Bereits seit 15 Jahren bietet der «Comedy Express» der Bildungsstätte Sommeri seinem Publikum beste Unterhaltung. Das Ensemble vermag in seiner diesjährigen Frühlingsaufführung einmal mehr mit Comedy-Theater, Musik und erstmals auch mit Maskenspiel zu überzeugen. Schauspielerinnen und Schauspieler mit einer geistigen Beeinträchtigung sorgen zusammen mit den Theatermachern Peter Wenk und Ambrosia Weisser für ein beeindruckendes Bühnenerlebnis.

Die neun Akteure verkörpern insgesamt 40 Rollen. Benötigt werden etwa 90 Kostümteile, die grösstenteils von der Theaterleiterin und Co-Regisseurin Ambrosia Weisser genäht wurden. Die Schauspielerinnen und Schauspieler singen nicht selber. Die Musik kommt nicht nur ab Band, sondern auch von Julian Weisser, der als Keyboarder und Techniker den Takt angibt. Mit tosendem Applaus haben sich die Zuschauer beim «Comedy Express» für den rund zweistündigen Theaterabend am Freitag bedankt.

«Ich bin begeistert von dieser Aufführung und fasziniert, wie Theaterleiter und Regisseur Peter Wenk mit den Schauspielern arbeitet. Ambrosia und Peter verstehen es, mit Menschen umzugehen»

erzählte Conny Barthel aus Auenstein im Kanton Aargau, welche die beiden Theatermacher kennt. Und Carmen Würth aus Kreuzlingen sagte: «Mir hat es sehr gut gefallen. Ich kann diesen Anlass bestens weiterempfehlen.» Ihr Vater Bruno Würth ist Vorsitzender der Geschäftsleitung der Bildungsstätte und habe sie eingeladen.

Hinweis
Weitere Vorstellungen finden am 29. März, am 5. April und 6. April, jeweils um 20.15 Uhr im Café der Bildungsstätte Sommeri statt.