Interview

Interview mit Loco Escrito vor seinem Auftritt in Amriswil: «Mama ist meine grösste Kritikerin»

Trotz Einschränkungen wegen des Corona-Virus tritt der Sänger Loco Escrito am Donnerstag im Pentorama auf.

Pascal Moser
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Loco Escrito heisst mit bürgerlichem Namen Nicolas Herzig.

Loco Escrito heisst mit bürgerlichem Namen Nicolas Herzig.

Bild: PD

Loco Escrito, wer war der grösste Kritiker, den Sie in Ihrem Umfeld hatten?

Ich würde sagen, mein grösster Kritiker und gleichzeitig mein grösster Fan ist meine Mutter. Wie man Mütter kennt, machen sie sich Sorgen und wollen, dass es einem immer gut geht, darum ist sie zum Teil mein grösster Kritiker.

War die Gesangskarriere schon immer so geplant oder wollten Sie erst etwas anderes machen? Wie kam es schliesslich dazu, dass Sie Sänger geworden sind?

Schon sehr früh habe ich den Drang gespürt, auf der Bühne zu stehen. Zuerst hat es mit Rap angefangen, bis ich meine Stimme entdeckt habe. Dass ich Sänger werde, habe ich am Anfang so nicht gespürt, aber ich habe gemerkt, dass ich mit Gesang viel mehr Emotionen weitergeben kann. Darum geht es ja auch im Leben: um Emotionen, Gefühle und Beziehungen.

Gibt es etwas, das Sie den Amriswilern vor Ihrem Auftritt im Pentorama sagen wollen? Worauf dürfen sie sich freuen und worauf freuen Sie sich?

Amriswil darf sich auf eine Show voller Gefühle und Power freuen. Es ist eine Show voller Überraschungen, Bewegungen und Tanz, ein Feuerwerk von Emotionen und positiver Vibes, auf das wir uns alle freuen können. Genau aus diesem Grund freue ich mich auf jeden Auftritt und deshalb freue ich mich auch auf Amriswil und darauf, die Bühne des Pentorama zu rocken.

Wie wichtig sind Ihnen Auftritte in kleineren Städten, jetzt wo Sie auch bei grossen Open Airs auftreten?

Mir sind alle Auftritte gleich wichtig. Bei kleineren Auftritten schätze ich die familiäre Atmosphäre sehr. Man schafft es, fast jedem einmal in die Augen zu sehen. Bei 2000 Leuten oder mehr wird das eher schwierig.

Was machen Sie vor und nach einem Auftritt?

Vor dem Auftritt bin ich mit dem Team zusammen und gehe noch ein paar Schritte mit den Tänzerinnen durch. Mit meinen Brüdern von der Band gibt es vielleicht noch eins zwei stimmliche Sachen, ich trinke viel Ingwertee, wärme meine Stimme auf und freue mich auf den Auftritt.

Gibt es etwas, was Sie mit Amriswil verbindet?

Nicht viel.

«Ich war noch nie in Amriswil, aber darum freue ich mich immer auf neue Dinge.»

Wie kommt es überhaupt dazu, dass Sie in Amriswil spielen? Sie sind ja doch schon eine ziemlich grosse Nummer im Musikgeschäft.

Wir haben bewusst entschieden, nochmals eine kleinere Tour zu machen. Deshalb haben wir auch Locations ausgesucht, die nicht jeder kennt. Vielleicht ein Risiko, aber der Vorverkauf läuft sehr gut. Es hat jedoch immer noch Tickets für jene, die noch keines haben. Ich finde, man ist nie zu gross für etwas, egal wie viel Geld man verdient oder wie berühmt man ist.

Sind Sie überhaupt noch nervös bei so viel Erfahrung, die Sie bereits haben?

Ich bin nie nervös. Aber ich war auch nie nervös in der Schule. Das ist etwas, was mir fremd ist. Manchmal würde ich aber gerne mal diese Nervosität erleben.

Wie haben Sie sich seit Ihrem Erfolg verändert?

Der Erfolg hat mich nicht verändert. Ich bin noch immer derselbe Mensch. Mir sind noch immer die gleichen Werte wichtig und jetzt kann ich noch besser sehen, wie wichtig die einfachen Dinge im Leben sind. Das heisst: Familie und Freunde. Man kann Glück nicht suchen, sondern muss die Fühler entwickeln, um es zu spüren.

Wie gestaltet sich die Planung und Durchführung eines Konzerts zur Zeit der Corona Epidemie?

Genau gleich. Ich hoffe einfach, dass das Konzert nicht in letzter Sekunde abgesagt wird. Natürlich rechnet man auch damit, dass ein paar Besucher weniger kommen. Man versucht, den Leuten Mut zu machen und ich bin immer noch der Meinung, dass wir auch jetzt zusammenhalten sollten, aufeinander schauen und uns nicht abgrenzen sollten. Als Gruppe sind wir stark und wir sollten nun mehr denn je auf die Schwachen und Alten achten, trotzdem sollten wir uns nicht die schönen Dinge im Leben nehmen lassen.

Konzert
Loco Escrito (Estoy Bien Tour),
Donnerstag, 12. März, 20 Uhr, Pentorama, Amriswil

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