Interview
«Dass der Kanton das Kult-X finanziell unterstützt, zeigt, dass er hinter dem Projekt steht»: Das Kreuzlinger Kulturzentrum erhält 170'000 Franken

Der Kanton hat beschlossen, das Kreuzlinger Kult-X mit einem Beitrag aus dem Lotteriefonds zu unterstützen. Das Geld soll vor allem in Künstlergagen und neue Formate fliessen, sagt Geschäftsführerin Christine Forster.

Rahel Haag
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Christine Forster, Geschäftsführerin des Kult-X, freut sich über die finanzielle Unterstützung des Kantons.

Christine Forster, Geschäftsführerin des Kult-X, freut sich über die finanzielle Unterstützung des Kantons.

Bild: Kevin Roth
(12. April 2021)

Was bedeutet es für das Kult-X, dass der Kanton das Projekt mit 170'000 Franken unterstützt?

Der Beitrag gibt uns eine positive Perspektive für die kommenden zwei Jahre. Somit haben wir eine gewisse Planungssicherheit. Für diese Unterstützung sind wir unendlich dankbar. Gerade auch im Hinblick auf die Abstimmung im September bedeutet er für uns einen Vorteil.

Inwiefern?

Dass der Kanton das Kult-X finanziell unterstützt, zeigt, dass er hinter dem Projekt steht. Das können wir jetzt auch in der Abstimmungsbotschaft so festhalten.

Wie bereiten Sie sich auf den Abstimmungskampf vor?

Aktuell sind wir dabei, ein Pro-Komitee zu gründen. In diesem Zusammenhang haben wir bereits viele Gespräche geführt. Zudem haben wir alle 20 Vereine, die sich dem Kult-X angeschlossen haben, zusammengetrommelt und damit begonnen, konkrete Aktionen zu planen.

Wie sehen diese aus?

Unter anderem bieten wir während der Sommerferien im Rahmen des Kreuzlinger Ferienpasses ein Programm für Schulkinder an. Weiter sind im Sommer in Kooperation mit dem Theater an der Grenze und Kultur worX drei Theaterkurse – zwei für Kinder, einer für Erwachsene – geplant. Auch das Tanzlager der Musikschule wird in unseren Räumen stattfinden. Im Rahmen des Sommerkinos zeigt das Filmforum KuK zudem durchgehend verschiedene Filme für alle Geschmäcker.

Ein Blick in die Ludothek.

Ein Blick in die Ludothek.

Bild: Kevin Roth (12. April 2021)

Apropos: Wie ist der Betrieb im Kult-X nach den Lockerungen angelaufen?

Die Gäste, die jetzt eine unserer Veranstaltungen besuchen, sind erleichtert und froh, dass endlich wieder etwas läuft, das spürt man ganz deutlich. Das Interesse ist gross. Unsere Veranstaltungen waren bis jetzt alle ausgebucht, viele haben auch unseren Newsletter neu abonniert. Wir haben ein dichtes und attraktives Programm, denn wir wollen die Möglichkeit, uns zeigen zu können, jetzt endlich auch nutzen. Sämtliche Veranstaltungen können neu auch auf unserem Youtube-Kanal mit- und nachverfolgt werden.

Zurück zum finanziellen Beitrag des Kantons: Wofür werden Sie das Geld einsetzen?

Die 170'000 Franken sind für die Kulturprogramme 2021 und 2022 bestimmt und wir werden das Geld vor allem für Künstlergagen, Referenten und veranstaltungsspezifischen Aufwand verwenden. Darüber hinaus haben wir verschiedene neue Formate entwickelt, die zum Teil ebenfalls mit diesem Beitrag finanzieren werden.

Welche sind dies?

Das sind unter anderem Konzertreihen wie «Saturday ClassiX», «X-Over» oder «X-Jazz». Im ersten Fall handelt es sich um klassische Konzerte mit jungen und aufstrebenden Künstlern, eine Erweiterung zum Programm der Gesellschaft für Musik und Literatur und der Musikschule. Im zweiten Fall geht es darum, verschiedene Stile oder Sparten miteinander zu verbinden. Beispielsweise sind zu einem bestimmten Thema ein Konzert, eine szenische Lesung sowie eine Tanzperformance geplant. Neue, noch nicht subventionierte Kooperationen und Extras wie ein Referat oder eine Podiumsdiskussion etwa im Rahmen einer Kinovorstellung werden ebenfalls unterstützt. Auch haben wir in Zusammenarbeit mit den HSL-Hörmedienproduzenten den neuen Zyklus «LiterNatur» entwickelt und gestartet.

Während das Kult-X vom Kanton unterstützt wird, ist es bei den TKB-Millionen leer ausgegangen.

Das stimmt, allerdings hat diesen Antrag nicht das Kult-X selbst, sondern die Stadt Kreuzlingen gestellt. Ziel war es bei der Einreichung vor einem Jahr, finanzielle Unterstützung für einen Teilumbau zu erhalten. Das Projekt hat zwar sämtliche Bedingungen erfüllt, aber am Ende nur Rang 23 von 95 belegt. Das letzte Wort ist hier aber noch nicht gesprochen, der Grosse Rat wird sich ja noch eingehend mit dieser Rangierung beschäftigen.