Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Intensive Zeiten auf dem Felde: Der Lohnunternehmer hilft den Bauern in der heissen Phase

Bauern nützen die heissen Tage, um ihr Getreide ins Trockene zu bringen. Dabei helfen ihnen Lohnunternehmer wie Daniel Haffa.
Janine Bollhalder
Stefan Pichel fährt mit seinem Traktor über ein abgeerntetes Getreidefeld und presst dabei Strohballen. (Bild: Mario Testa)

Stefan Pichel fährt mit seinem Traktor über ein abgeerntetes Getreidefeld und presst dabei Strohballen. (Bild: Mario Testa)

Draussen drückt die Hitze, in der Kabine des riesigen Traktors ist es angenehm kühl; der Klimaanlage sei Dank. Stefan Pichel steuert den Fendt 820 über ein abgeerntetes Getreidefeld. Im Anhänger wird das Stroh, das in langen Schwaden daliegt, währenddessen zu grossen Ballen gepresst. «Wenn das Stroh schön gebündelt daliegt, geht das wunderbar», sagt er und wirft einen Blickt auf ein grosses Display. Es zeigt ihm an, in welcher Phase des Pressprozesses sich die Quaderballenpresse befindet.

Es rumpelt.

«Die Wildsauen graben hier draussen Löcher, und die spüren wir auch in einem solch grossen Traktor.»

Auf dem Feld kann sich Pichel gut auf die Arbeit konzentrieren, niemand stört ihn – ganz im Gegensatz zu den Fahrten auf den Strassen. «Autofahrer überholen teilweise sehr riskant. Es hat auch schon vor meinen Augen geknallt», sagt der 25-Jährige. Auch den Mittelfinger bekomme oft gezeigt. Deshalb meide er stark befahrene Strassen und bevorzugt Feldwege und Nebenstrassen.

Sie pressen Ballen und führen Getreide ab

Daniel HaffaLohnunternehmer aus Andwil(Bild: Janine Bollhalder)

Daniel Haffa
Lohnunternehmer aus Andwil
(Bild: Janine Bollhalder)

Auch Pichels Chef, Lohnunternehmer Daniel Haffa, kennt das Problem der ungeduldigen Autolenker bei Landwirtschaftsfahrzeugen auf der Strasse: «Wir müssen arbeiten wenn das Getreide geerntet und das Stroh trocken ist. Warten wir bis es regnet, bedeutet das eine immense Qualitätseinbusse.»

«Ich wünsche mir von der Bevölkerung etwas mehr Verständnis für unsere Arbeit während der Erntezeit.»

Schliesslich profitieren die Leute ja von der guten Qualität des Brotes, welches sie auch der raschen und effizienten Arbeit der Verarbeiter zu verdanken haben.

Stefan Pichel fährt mit der Ballenpresse. (Bild: Mario Testa)

Stefan Pichel fährt mit der Ballenpresse. (Bild: Mario Testa)

Arbeit hat der Lohnunternehmer aus Andwil mit seinen Angestellten dieser Tage sehr viel. Er kann das Telefon kaum weglegen. «Wir pressen derzeit Ballen und führen Getreide ab», erklärt er. Und nimmt schon den nächsten Anruf entgegen. Auch seine Frau Heidi hat alle Hände voll zu tun. Sie nimmt Aufträge von Landwirten entgegen, koordiniert die Angestellten und Partnerbetriebe, weist Maschinen und Felder zu.

«Mein Arbeitstag beginnt zwischen vier und fünf Uhr morgens», sagt sie. 22 Angestellte im Alter von 19 bis 42 Jahren arbeiten in der Hochsaison für den Maschinenbetrieb der Haffas. Dazu gehören auch zwei Frauen, welche für Administration und Verpflegung zuständig sind. «Die Männer kommen abends wieder hierher zurück und wir essen alle gemeinsam», erklärt Daniel Haffa.

Das Ehepaar bietet ihren Mitarbeitern auch Übernachtungsmöglichkeiten an. «Dann müssen sie nicht so weit fahren und können genug schlafen», erklärt Heidi Haffa. So können Unfälle aus Übermüdung vermieden werden. «Derzeit arbeiten wir von Montag bis Samstag fast rund um die Uhr im Schichtbetrieb», sagt sie. «Wenn immer möglich, gönnen wir den Angestellten am Sonntag aber Ruhe.»

Familiäres Team und wahr gewordener Bubentraum

In diesem Moment kehrt Christian Schmid aus seiner Ruhepause an die Arbeit zurück. Er war fast die ganze Nacht mit seinem Traktor unterwegs. «Ich arbeite gerne bei Haffas», sagt er. «Für mich ist Traktorfahren ein wahr gewordener Bubentraum. Dazu herrscht eine gute, familiäre Atmosphäre hier im Team.» Dafür komme er gerne aus dem Appenzell, um im Thurgau zu arbeiten. Der sengenden Hitze trotzen Schmid und seine Kollegen nicht nur dank der Klimaanlagen in den Traktoren. Sie haben eigens einen Pool aus gepressten Ballen und einer Blache gebaut, um sich nach einem langen Tag zu erfrischen.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.