300 Unterschriften innert weniger Tage: Gegen den Abbruch der Arboner «Wunderbar» formiert sich Widerstand

In Arbon formiert sich Protest. Einwohner und ehemalige Politiker machen Druck mit einer Petition.

Tanja von Arx
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Noch ist die «Wunderbar» geöffnet.

Noch ist die «Wunderbar» geöffnet.

(Bild: Max Eichenberger)

Der Unmut nimmt Gestalt an. Und zwar in Zusammenhang mit dem geplanten Abriss des Hotels und Restaurants «Wunderbar» am Arboner Quai. Wie jetzt bekannt wird, haben der Einwohner Andreas Blumer, die ehemalige Vize-Stadtpräsidentin Veronika Merz und «Wochenmarkt»-Mitinitiant Bernhard Miserez eine Petition gegen die entsprechende Bewilligung lanciert.

«Innert weniger Tage sind schon über 300 Unterschriften zusammengekommen», sagt Blumer. Durchschnittlich täglich etwa 50 Stück. «Leute aus Deutschland und der ganzen Schweiz haben unterzeichnet.» Zur Zeit liegen Unterschriftenbögen in der «Wunderbar» selbst sowie im Altstadt-Lädeli «Seelig und Meer» auf. «Anfang nächster Woche werden wir auch eine Facebook-Seite aufschalten.» Online könne man des Weiteren auf Twitter unter #notwithout@wunderbararbon respektive unter www.openpetition.eu in der entsprechenden Rubrik zeichnen. Ziel ist es laut den Initianten, ein paar Tausend Signaturen zusammenzubringen.

«Sinnfrei, einfach auf Vorrat abzureissen»

Andreas Blumer und den anderen Petitionären stösst vor allem auf, dass die Inhaber des betreffenden Areals die «Wunderbar» «einfach auf Vorrat» abreissen wollten. Das Gelände des früheren Saurer Werk 1 gehört der ZIK Immo AG, der entsprechende Mietvertrag läuft Ende Jahr aus. «Und dass sie das Areal danach zwei Jahre leerstehen lassen, bis ein geeignetes Bauprojekt vorliegt.» Seiner Ansicht nach müsste das Vorgehen umgekehrt sein, sagt Blumer.

Laut Blumer soll die Petition beim Stadtrat eingereicht werden, allenfalls auch bei der ZIK Immo AG. «Da Stadtpräsident Dominik Diezi sich kürzlich in einem Interview dahingehend geäussert hat, dass es sich bei dem Gelände um einen wichtigen Platz handle, hoffen wir auf eine lösungsorientierte Verhandlung.»

Ein schwieriges Unterfangen

Inwiefern der politische Druck Früchte tragen wird, ist allerdings weitgehend offen. In gewisser Weise sind dem Stadtrat die Hände gebunden, denn die «Wunderbar» steht auf privatem Grund, weshalb auch die Einspracheberechtigung gegen das Abbruchgesuch eingeschränkt ist . Ausserdem ist die «Wunderbar» nicht Teil des Arboner Schutzplanes.

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