In Weinfelden juchzen schon die Kleinsten an der Jodler-Unterhaltung

An seiner Unterhaltung servierte der Jodelklub am Samstagabend nebst einem feinen Menu eine breite Palette an traditionellem Liedgut und Tänzen. Das Nachwuchs-Chörli erwärmte die Herzen der vielen Besucher.

Monika Wick
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Den Kindern des Nachwuchs-Chörlis ist die Freude am Jodeln während ihres Auftritts anzusehen. (Bild: Monika Wick)

Den Kindern des Nachwuchs-Chörlis ist die Freude am Jodeln während ihres Auftritts anzusehen. (Bild: Monika Wick)

Wenn der Jodlerklub Weinfelden zur Unterhaltung einlädt, lassen sich die Gäste nicht lange bitten. Kurz vor Beginn der Vorstellung einen Platz im grossen Saal des Thurgauerhofs zu ergattern, erweist sich als schier unmögliches Unterfangen. An den Tischen wird bereits gelacht, diskutiert, gegessen und das gesellige Beisammensein zelebriert. Ruhig wird es erst, als der Jodlerklub Weinfelden unter der Leitung von Ferdy Barmettler Mathias Zoggs «Summermorge» anstimmt. Dann geht es Schlag auf Schlag und ein Höhepunkt jagt den nächsten.

«D Präsidentin jammert immer, es gäbi kei Nachwuchs. Aber do hets doch so viel Goofe»

sagt Lydia Rechsteiner, die humorvoll und charmant durch das Programm führt. Mit ihren Darbietungen verzaubern die kleinen Jodlerinnen und Jodlern des Nachwuchs-Chörlis das Publikum auf Anhieb. Die Leute im Saal fordern mit tosendem Applaus eine Zugabe. Auch den zehnjährigen Samuel lässt das Publikum nicht ohne Zugabe ziehen. Während der Junge seinem Schwyzerörgeli scheinbar mühelos lüpfige Melodien entlockt, vergisst er das Strahlen nie.

Flamenco aus dem Toggenburg

Nichtalltägliches zeigt im Anschluss eine Bödelergruppe aus dem Toggenburg, die vom Ländlertrio Chüeisgruess begleitet wird. Neben dem normalen Tanz stampfen die Bödeler, vergleichbar mit dem Flamenco, mit lautem Gepolter auf den Boden auf. «Das Bödele ist Ausdruck von Freude», erklärt Marlene Roth, Mitglied der Gruppe. Das anschliessend präsentierte «Gäuerle» dient den Männern der Umwerbung der Herzensdamen.

Ein Jodler-Paar beim «Gäuerle». (Bild: Monika Wick)

Ein Jodler-Paar beim «Gäuerle». (Bild: Monika Wick)

«Das isch so luschtig», kommentieren einige Zuschauer den humorvollen Balztanz und wollten ihn prompt noch einmal sehen. «Ich habe die Gruppe auf Youtube entdeckt und sie, da dieser traditionelle Tanz hier nicht so bekannt ist, zur Unterhaltung eingeladen», erklärt Elisabeth Steuble, Präsidentin des Jodlerklubs Weinfelden.

Auch in Australien wird gejodelt

Für eher bedächtige Momente sorgen die Jodelduette Annemarie und Ferdy sowie Andrea und Daniela. Sie besingen, begleitet von Akkordeonistin Christina Appert, das Landleben, die Natur und die Liebe.
Einer, der seit vierzig Jahren im Jodelklub Weinfelden singt, ist Beni Kuhn. Obwohl der 78-Jährige schon lange in Wetzikon lebt, hat er seine Toggenburger Wurzeln nie vergessen. «Er wollte schon lange das Lied <Mis Toggeburg> singen. Nun erfüllen wir ihm diesen Wunsch», sagt Elisabeth Steuble.

Der Jodlerklub Weinfelden beim Auftritt im «Thurgauerhof»-Saal. (Bild: Monika Wick)

Der Jodlerklub Weinfelden beim Auftritt im «Thurgauerhof»-Saal. (Bild: Monika Wick)

Der Zuschauer mit der längsten Anreise dürfte Beat Stuber sein. Der Mann lebt seit 25 Jahren in Australien und singt selber im Jodelchor Melbourne. Während seines Heimurlaubs hat er von der Unterhaltung des Jodlerklubs Weinfelden erfahren und sich spontan für einen Besuch entschieden. Bereut hat er seinen Entscheid nicht.