In Weinfelden hat sich die Koordination der Hilfe gut eingependelt 

Die Stadt hat eine Koordinationsstelle während der Coronakrise eingerichtet. Es läuft gut, nach einem anfänglichen Ansturm ist es ruhiger geworden.

Sabrina Bächi
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Bernadette Götsch ist Leiterin der Anlaufstelle für Altersfragen in Weinfelden. Sie koordiniert die Corona-Hilfe in der Stadt.

Bernadette Götsch ist Leiterin der Anlaufstelle für Altersfragen in Weinfelden. Sie koordiniert die Corona-Hilfe in der Stadt.

(Bild: Reto Martin)

Am Montag flatterte bei allen Weinfelderinnen und Weinfeldern ein Informationsflyer der Stadt in den Briefkasten. Auf drei Seiten wird aufgezeigt, was es während der Coronakrise für Angebote gibt. Hauptaugenmerk liegt auf der neu eingerichteten Koordinationsstelle. Bernadette Götsch, welche die Anlaufstelle für Altersfragen betreut, hat die Aufgabe übernommen, die Anfragen von Hilfesuchenden und die Dienstleistungen der Freiwilligen zu koordinieren.

«Am Anfang haben sich sehr viele gemeldet, jetzt hat es sich wieder gelegt.»

Rund 132 Personen haben sich bisher als Freiwillige gemeldet. Mehr, als es derzeit braucht. «Aber wir sind um alle Helfer froh», sagt Götsch. Als Person einer Risikogruppe könne man sich weiterhin ungeniert melden, wenn man Hilfe oder Unterstützung benötige. «Wenn jemand anfragt für einen Einkaufsdienst, dann suche ich eine freiwillige Person aus der näheren Umgebung. Sofern der Freiwillige noch Kapazitäten hat, gebe ich beiden Beteiligten die Kontaktdaten.»

Grosse Solidarität auch bei den Kirchen

Götsch ist sehr erfreut über die grosse Solidarität für die Menschen der Risikogruppe. Dies bestätigen auch die Verantwortlichen beider Landeskirchen, die auf dem Flyer ebenfalls als Anlaufstelle genannt werden. Pfarrerin Esther Baumgartner als Zuständige für die Senioren versucht, so gut es geht, übers Telefon oder per Brief für die Menschen da zu sein.

Die evangelische Pfarrerin Esther Baumgartner verteilt ausgedruckte Predigten per Velo.

Die evangelische Pfarrerin Esther Baumgartner verteilt ausgedruckte Predigten per Velo.

(Bild: Mario Testa)
«Wir haben uns viele Angebote überlegt. Ich habe per Brief alle angeschrieben und sie informiert.»

Ein besonderes Angebot erwähnt die Pfarrerin: «Am Sonntag fahre ich mit dem Velo durch Weinfelden und verteile die Predigten in die Briefkästen von allen, die es wünschen», sagt sie.

Armin Ruf, Gemeindeleiter der katholischen Kirche, schätzt das grosse Netzwerk, welches bereits vor der Coronakrise bestand. Es helfe nun, dass sich Menschen, die Hilfe benötigen, auch melden. Er selbst sei häufig am Telefon, erzählt er. «Etwa zehn Telefonate führe ich täglich», sagt er. «Das ist nicht schlecht – im Gegenteil, es ist schön, dass es so gut funktioniert.»

Freiwillige springen für den Mahlzeitendienst ein

Der grosse Pool an Freiwilligen hat auch schon Engpässe entschärfen können. Etwa beim Mahlzeitendienst. «Normalerweise macht das der Gemeinnützige Frauenverein. Die machen das super, die Stadt schätzt dieses Angebot sehr», sagt Stadtschreiber Reto Marty. Aber: Da fast alle der ehrenamtlichen Helferinnen für den Mahlzeitendienst in der Risikogruppe sind, hat die Stadt den Vorschlag gemacht, dieses Angebot temporär zu übernehmen.

Nun wird es über die Einwohnerdienste geregelt, erklärt Marty. Die Freiwilligen dafür konnte die Koordinationsstelle ausfindig machen. Alle Verantwortlichen berichten dazu unisono: Was besonders auffalle, sei die gut funktionierende Nachbarschaftshilfe.

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