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In Weinfelden entsteht ein Wechselbad für die Fische im Bach

Die Mitglieder des Fischervereins renaturieren derzeit den Unterlauf des Giessens bei der Thurbrücke in Amlikon. Sie wollen damit bessere Bedingungen für Jungfische und Forellen schaffen.
Mario Testa
Einige Fischerverein-Mitglieder arbeiten im Wasser, andere bündeln Holz am Ufer des Giessens bei der Brücke in Amlikon. (Bilder: Mario Testa)

Einige Fischerverein-Mitglieder arbeiten im Wasser, andere bündeln Holz am Ufer des Giessens bei der Brücke in Amlikon. (Bilder: Mario Testa)

Drei Männer stehen im Wasser, fünf weitere bündeln Holz am Ufer des Giessens. Emsiges Treiben herrscht derzeit an den Abenden am Unterlauf des Giessens direkt vor der Thurbrücke in Amlikon. Die Mitglieder des Fischervereins Weinfelden renaturieren den Giessen auf einer Strecke von rund 300 Metern.

«Hier in diesem Abschnitt verläuft der Giessen schnurgerade und sehr einheitlich: überall die gleiche Strömung, überall etwa die gleiche Wassertiefe»

sagt Michael Guhl, Vorstandsmitglied des Fischervereins. «Diese Bedingungen passen vielen Fischen nicht. Den Forellen nicht, und auch nicht den Jungfischen. Deshalb wollen wir mit verschiedenen Massnahmen dem Bach wieder einen natürlichen Fluss geben.»

Nikola Filipovic und Michael Guhl fixieren einen Baumstamm im Giessen.

Nikola Filipovic und Michael Guhl fixieren einen Baumstamm im Giessen.

Holzstämme, Reisigbündel und andere Hindernisse setzen die Männer in den Bachlauf. So entstehen Bereiche im Bach, in denen das Wasser staut und langsam fliesst, gleichzeitig aber auch solche, in denen das Wasser schneller fliessen muss, um die Hindernisse zu überwinden.

«Forellen brauchen solche Bereiche mit grosser Strömung, die Jungfische hingegen ruhigere Bereiche, damit sie nicht davon geschwemmt werden»

sagt Nikola Filipovic, ebenfalls Vorstandsmitglied im Fischerverein. «In den Bereichen mit grosser Strömung spült das Wasser zudem Erde und Schlamm vom Kies am Bachgrund weg. So entstehen dort gute Laichgründe.»

Auch der Kanton arbeitet am Giessen

Möglich sind diese Arbeiten in diesen Wochen nur, weil gleichzeitig auch Mitarbeiter des Kantonalen Amts für Wasserbau Revitalisierungen am Giessen vornehmen, ein paar hundert Meter weiter den Bachlauf hinunter. «Diese Arbeiten am Gewässer führt der Kanton im Rahmen eines Bachunterhalts durch. Wir konnten sozusagen mit auf den Zug aufspringen, da der Kanton nun selber Arbeiten am Giessen vornimmt», sagt Michael Guhl.

Nebst den baulichen Massnahmen im Bach, pflanzen die Fischer auch Sträucher und kleine Bäume am Ufer. «Diese geben dann im Sommer Schatten und schützen die Fische auch vor Fressfeinden wie Vögeln.» Dass es im Bach trotz der jetzigen Bedingungen Fische hat, habe das Abfischen vor den Bauarbeiten gezeigt. «Wir haben 74 Alet, 22 Barben und unzählige Elritzen raus geholt – aber keine einzige Forelle», sagt Guhl.

Verband fördert Renaturierungen mit Kursen

Zum Baumaterial für die Renaturierung kamen die Fischer gratis. «Das Holz stammt von einer Aufräumaktion an der Thur, die Eisenstäbe sind bei einer Baustelle übrig geblieben und wir durften sie haben», sagt Guhl. Das Wissen, wie die Renaturierung vonstattengehen soll, haben sich zwei Vereinsmitglieder in einem Kurs des Schweizerischen Fischereiverbands im vergangenen Sommer angeeignet.

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