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«Irgendwann muss man loslassen können» – Toms Bar in Oberegg öffnet am Sonntag zum letzten Mal

Am nächsten Wochenende öffnen Tom und Nina Wenger ihr Lokal zum letzten Mal.
Georg Stelzner
Nina und Tom Wenger in ihrem Lokal in Oberegg. (Bild: Donato Caspari)

Nina und Tom Wenger in ihrem Lokal in Oberegg. (Bild: Donato Caspari)

Tom Wenger blickt einer markanten Zäsur entgegen: Über drei Jahrzehnte war er im Gastgewerbe tätig, 15 davon im Lokal, das seinen Namen trägt und in der Region Kultstatus geniesst. Damit ist in wenigen Tagen Schluss, denn Wenger hängt Kochlöffel und Küchenschürze an den Nagel und zieht sich ins Privatleben zurück.

Entschluss stand seit langem fest

Wenger, bis zum letzten Tag mit Leib und Seele Gastwirt, macht einen ruhigen, gefassten Eindruck. Keine Spur von Wehmut, die bei solchen Gelegenheiten gerne beschworen wird. Wenger sagt:

«Für mich war immer klar, dass ich mit 65 als Wirt aufhören werde. Irgendwann muss man loslassen können.»

Er macht denn auch kein Hehl daraus, dass er sich riesig auf den neuen Lebensabschnitt freut. Darauf, mehr Freizeit zu haben und ohne schlechtes Gewissen das tun zu können, worauf er gerade Lust hat.

Ehefrau Nina sieht es genauso: «Wir hören nicht auf, weil wir keinen Erfolg mehr haben, sondern weil für uns jetzt der richtige Zeitpunkt gekommen ist.»

Immer ein offenes Ohr für die Gäste

Toms Bar hat vieles, eines aber bestimmt nicht: einen vorteilhaften Standort. Sie befindet sich in einer kleinen Ortschaft abseits stark frequentierter Transitrouten.

Trotzdem wurde Toms Bar für viele Leute jeden Alters zum Stammlokal. Hier konnten sie nicht nur gut essen und Musik hören, sondern stets auch ihr Herz ausschütten. «Mir war immer bewusst, dass ich als Gastwirt auch eine wichtige soziale Funktion innehabe», sagt Tom Wenger. «Wir wollten den Gästen einen lässigen Abend bereiten, und ich hatte den Eindruck, dass sie das auch schätzten und uns mochten», sagt Tom Wenger und gibt damit ein Erfolgsgeheimnis preis. Es ist nicht das einzige.

Treffpunkt für Feinschmecker und Musikfans

Die Popularität des Lokals war auch dem Konzept geschuldet, Gastronomie mit Livemusik zu kombinieren. «Es gab hier legendäre Konzerte, meist mit Bluesbands», erinnert sich Tom Wenger, in dessen Stimme nun doch ein wenig Wehmut mitschwingt.

Nachdem er seine Tätigkeit im Amriswiler Pärkli Pub beendet hatte, hielt Wenger nach einer Gaststätte Ausschau, in welcher er seine Ideen verwirklichen konnte.

Das damalige Restaurant Schäfli in Oberegg eröffnete ihm 1997 diese Chance. Er habe alles nach seinen Vorstellungen umgebaut und das Obergeschoss zu einem kleinen Konzertsaal gemacht, erklärt Wenger.

Intermezzo am Ufer des Bodensees

Bis auf jene neun Jahre, in denen sie das Restaurant im Strandbad Uttwil führten, wirteten Tom und Nina Wenger im Dorf unweit der Sitter. Zwischenzeitlich vertraute Tom Wenger den Betrieb in Oberegg seinem Sohn Oliver an.

Den einstigen Wechsel an den Bodensee begründet er mit der Möglichkeit, mehr Zeit für Reisen zu haben, handelte es sich in Uttwil doch um einen auf den Sommer beschränkten Betrieb.

Verpachtung kommt nicht in Frage

Künftig werden Tom und Nina Wenger den Abend vermehrt in trauter Zweisamkeit und das Wochenende mit Freunden und Bekannten verbringen können. Dinge, die viele Jahre nur selten möglich waren.

In der Liegenschaft wird nun bald Ruhe einkehren, auch wenn das Lokal für private Anlässe und Feiern gemietet werden kann. Eine Verpachtung ist für Tom Wenger kein Thema: «Damit habe ich schlechte Erfahrungen gemacht.»

Am kommenden Sonntag, 1. September, wird sich das Wirtepaar ab 12 Uhr von seinen Gästen verabschieden.

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