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In Tägerwilen wird Grüngut bald zu Biogas

Mit dem Spatenstich konnte nach jahrelangen Planungen der Baubeginn der Biogasanlage bei der Kompostieranlage gefeiert werden. Das verwertete Grüngut wird als Biogas ins Kreuzlinger Netz eingespiesen.
Kurt Peter
Erläuterungen, bevor der Bagger auffährt: Markus Thalmann, Sabine Nowak, Verwaltungsrätin Bioenergie Tägerwilen, Karl-Heinz Restle und Guido Gross. (Bild: Kurt Peter)

Erläuterungen, bevor der Bagger auffährt: Markus Thalmann, Sabine Nowak, Verwaltungsrätin Bioenergie Tägerwilen, Karl-Heinz Restle und Guido Gross. (Bild: Kurt Peter)

«Es ist ein Meilenstein in der Geschichte unserer Firma», erklärte Karl-Heinz Restle, Präsident der Renergon International AG, anlässlich des Baubeginns. Bei der Anlage handle es sich um die erste dieser Art in der Schweiz, die Grüngut und biogene Reststoffe nach dem kantonalen Biomassenkonzept verwerte. «Ausserdem ist die Biogasanlage in Tägerwilen für uns ein Ausgangspunkt, um die Technologie und das Verfahren weltweit zu lancieren». Nicht nur weltweit: Laut Restle sind zwei weitere Standorte im Thurgau im Visier der Renergon.

Die Integration der bestehenden Kompostieranlage sei von grossem Vorteil. Einerseits sei die Menge an benötigtem Grüngut, nicht nur aus den Zweckverbandsgemeinden, vorhanden, andererseits sei auch das bereits ausgebildete Personal vor Ort.

«Das Potenzial an Biomasse wird ohnehin unterschätzt»

ergänzte Restle. Das Grüngut werde zunächst der energetischen Verwendung zugeführt, anschliessend bleibe die stoffliche Verwertung in Form von qualitativ hochstehendem Dünger.

Investitionen von sechs Millionen Franken

Die Anlage wird nach Inbetriebnahme zwischen fünf bis acht Prozent der benötigten Kreuzlinger Gasmenge produzieren. Der Verkauf dieser Energie deckt die Investitionen, die sich laut Karl-Heinz Restle auf sechs Millionen Franken belaufen und von der Bioenergie Tägerwilen AG aufgebracht wurden. Er rechnet mit einer Bauzeit von einem Jahr. Die Anlage benötigt aber erfahrungsgemäss noch Vorbereitungen und einen «Anfahrbetrieb», bis die geplanten Produktionsziele erreicht seien.

Der Tägerwiler Gemeindepräsident Markus Thalmann konnte auf eine lange Geschichte zurückblicken. Ein Antrag aus der Gemeindeversammlung an den Gemeinderat, sich mit dem Thema «Biogasanlage» zu beschäftigen, sei bereits 2007 eingereicht worden.

«Das erste Projekt mit Holzverstromung scheiterte»

erinnerte sich Thalmann. «Doch dank der Kontakte zu Karl-Heinz Restle konnte das neue Projekt in Angriff genommen werden». Nach Einsprachen und Beschwerden sei das Baugesuch im September 2017 endlich bewilligt worden.

Zuversichtlicher Blick in die Zukunft

Inzwischen ist der Baurechtsvertrag unterschrieben, der Zweckverband Kompostieranlage bleibt bestehen und «vermietet» das Personal. «Ich bin zuversichtlich, was die Zukunft der Anlage betrifft», meinte Thalmann.

Guido Gross, Direktor der Technischen Betriebe Kreuzlingen, nannte physikalische Gründe zur Einspeisung ins Kreuzlinger Netz. «Wir brauchen ein Netz mit genügend Verbrauch, aber wir sind mit den Konstanzer Stadtwerken im Gespräch, Gas auch Richtung Untersee einzuspeisen».

Ein Anschauungsmodell

Die Tägerwiler Biogasanlage wird für die Renergon ein Anschauungsbeispiel für die internationalen Märkte. Die Technologie ist in Indonesien und China bereits auf grosses Interesse gestossen und im Januar wurde in Indien ein zweijähriges Pilotprojekt gestartet. Dort soll eine Renergon-Anlage Rindermist und Reisstroh energetisch verwerten.

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