In Tägerwilen montieren und verpacken Klienten der Mansio fortan fleissig Produkte 

Die Stiftung hat ihre neue Produktionsstätte erfolgreich in Betrieb genommen.

Hannah Engeler
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Monika Gubser und Daniel Scheuermeier schätzen den neuen Arbeitsort in Tägerwilen. (Bild: Andrea Stalder)

Monika Gubser und Daniel Scheuermeier schätzen den neuen Arbeitsort in Tägerwilen. (Bild: Andrea Stalder)

«Unsere neue Strategie beinhaltet den Leitsatz ‹selbstbestimmt leben›», sagt Marcel Heuberger, Gesamtleiter der Stiftung Mansio. Die Stiftung wolle psychisch beeinträchtigte Menschen dabei unterstützen, sich wieder in den Sozialraum zu integrieren. Deshalb setzt Mansio vermehrt auf das Externe: Man will nicht mehr nur an den Standort Münsterlingen gebunden sein.

Das Projekt des externen Wohnens ist seit vielen Jahren erfolgreich. «Nun wünschen wir uns, dass auch das externe Arbeiten zum Erfolg wird», sagt Martin Gisler, der Präsident des Stiftungsrats.  

Mansio feiert die neue Produktionsstätte

Seit Anfang Juli ist das Projekt «externe Werkstatt» in Betrieb. Am Montag hat die Stiftung die Eröffnung ihrer neuen Produktionsstätte in Tägerwilen gefeiert.

«Als erstes externes Projekt im Bereich Arbeiten ist die Produktion Tägerwilen ein Meilenstein in der Geschichte der Mansio»

Die Räumlichkeiten im Zecchinel-Zentrum seien perfekt für die Verpackungs-, Montage- und Fertigungsarbeiten, welche die Mitarbeitenden täglich verrichten. Im Vergleich zur bisherigen Produktionsstätte in Münsterlingen habe man nun genügend Platz in den Werkstätten und gute Anlieferungsmöglichkeiten für Sattelschlepper. Pro Woche kommen zwischen 40 und 60 Palette im Lager an oder verlassen dieses wieder.

«Wir sind das letzte Glied. Da pressiert es meistens», erzählt Marcello Taddeo, Leiter der Verpackungsgruppe eins und zwei. In seinen Gruppen werden 80 bis 90 verschiedene Produkte verarbeitet. Der grösste Kunde, den die Stiftung beliefert, ist die Alu-Vertriebsstelle in Kreuzlingen. «Genau arbeiten zu müssen ist eine super Beschäftigung für die Leute. Und es ist gar nicht mal so einfach, wie man denkt», sagt Taddeo.

Ein Leben ausserhalb von Münsterlingen

Heute arbeiten bereits 37 Menschen in Tägerwilen. Eine davon ist Monika Gubser, die stets bei unterschiedlichen Produktionsschritten tätig ist. «Hier ist es nicht mehr so eng wie in Münsterlingen. Die neue Infrastruktur gefällt mir sehr», sagt sie.

Die Stiftung ist zuversichtlich, dass sie gute Erfahrungen mit dem externen Arbeiten machen wird. Der Begriff «geschützte Werkstatt» soll dabei in den Hintergrund treten, sagt Gisler. Es sei wichtig, hervorzuheben, dass in einem professionellen Betrieb gearbeitet wird.

Die Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen schätzten die Möglichkeit, einen Teil ihres Lebens ausserhalb von Münsterlingen führen zu können sehr. «Ich sehe bei jedem Besuch hier in Tägerwilen aufgestellte und zufriedene Mitarbeiter», erzählt Heuberger.