In Tägerwilen gibt's Schreckensszenarien im Gewächshaus

Bei den «Dark Nights» in Tägerwilen wagten sich am Wochenende nicht nur Horrorfreaks in die «Cave». Auch Menschen, die sich ihren Ängsten stellen wollten, wagen den Horrotrip.

Judith Schuck
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Eine der gruseligen Figuren in den Höhlen der «Dark Nights». (Bild: Andrea Stalder)

Eine der gruseligen Figuren in den Höhlen der «Dark Nights». (Bild: Andrea Stalder)

Allein der Schritt in die Dunkelheit kostete Überwindung. In ein finsteres Labyrinth, von dem man weiss, dass darin Ungeheuer lauern – wer tut sich das freiwillig an? Viele. Denn die «Dark Nights» ziehen ihr Publikum an, je furchteinflössender die sogenannte «Scare Zone» gestaltet ist, desto besser.

Eine weitere Gruselfigur in der Höhle. (Bild: Andrea Stalder)

Eine weitere Gruselfigur in der Höhle. (Bild: Andrea Stalder)

Bevor es in die Schreckenszone geht, erklärt einem der «Verrückte» noch die Spielregeln. Er ist bisher der Einzige, der die «Cave» lebend verlassen hat – das zerrissene Shirt und die blutigen Striemen, die sich von seinem Rücken über den ganzen Körper ziehen, zeugen vom Kampf mit den grausamen Wesen, die diese dunkle Höhle bewohnen.

Die Gäste bekommen ein Nachtsichtgerät umgehängt, damit sie das Grauen besser sehen können; ausserdem heisst es: Wenn du niemanden berührst, wird auch dich niemand berühren.

In fünf Minuten durch die Hölle

Okay, Zähne zusammenbeissen und rein. Zunächst ist es nur stockfinster. Doch was wären die «Dark Nights» ohne ihre Darsteller? In einer Ecke bewegt sich etwas – das Nachtsichtgerät benutzen nur Mutige, Menschen mit Fluchtinstinkt wollen gar nicht so genau sehen, was für ein Monster sich auf sie zubewegt.

Eine Mumie versperrt den Besuchern den Weg. (Bild: Andrea Stalder)

Eine Mumie versperrt den Besuchern den Weg. (Bild: Andrea Stalder)

Die Tunnel werden dunkler und enger, bis man kriechen muss – plötzlich verfolgt einen ein zischelndes, spuckendes Wesen. Zurück geht nicht. Also weiter. Da, lauter Leichen hängen von der Decke! Als sich eine davon bewegt, ist es aus. Nichts wie raus. Doch die zischelnden Wesen werden immer mehr und kommen gefährlich nah. Wie war das mit der Regel, wer niemanden anfasst, wird nicht angefasst? Kennen diese Monster überhaupt Regeln? Die Angst steigert sich. Die sollen weggehen!

Es wird heller und ja, endlich geschafft. Es ist vorbei. Da steht schon der Verrückte mit seinem hämischen Grinsen und fragt, wie es war. Es war gruselig! Wer schon Zuhause auf dem Sofa bei Horrorfilmen die Augen öfter schliessen muss, sollte sich nicht alleine in die «Cave» wagen. Der Schreckensfaktor ist aber sehr individuell. Was für manche ein cooles Erlebnis ist, kann für Angsthasen mal kurz zum Horrortrip werden.

30 Helfer sorgen für den Grusel

Pro Abend zieht die Gruselhöhle rund 70 Gäste an, die den Nervenkitzel suchen. Die «Dark Nights» werden 2019 zum fünften Mal vom Verein «After Dark Entertainment» organisiert. Die rund 30 Mitglieder denken sich Jahr für Jahr die Szenarien aus und bauen die «Scare Zone» in einer Tägerwiler Gemüsehalle selbst auf.

«Wir sind eigentlich keine Horrorfreaks, sondern ganz verschiedene Leute, von denen jeder irgendetwas in das Projekt einfliessen lässt»

sagt Laura Razzino, die seit zwei Jahren dabei ist. Die Idee: Es soll gruselig sein, aber die Gäste sollen sich auch schnell wieder beruhigen. «Albträume gibt es keine», versichert sie.