In Sulgen gehts unter der Bahnlinie durch

Das Elektrizitätswerk erweitert sein Netz. Die vierte Etappe führt unter den Geleisen durch. Spezielle Herausforderungen sind die Geologie sowie elektrische Störfelder.

Hannelore Bruderer
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Gemeindepräsident Andreas Opprecht lässt sich vom Fachmann Peter Schenk über die Arbeiten informieren. (Bild: Hannelore Bruderer)

Gemeindepräsident Andreas Opprecht lässt sich vom Fachmann Peter Schenk über die Arbeiten informieren. (Bild: Hannelore Bruderer)

Vor rund vier Wochen hat die Firma Schenk beidseitig der Sulger Bahnunterführung einen Bauplatz eingerichtet. Auf der südlichen Seite im Pärkli, auf der nördlichen Seite auf dem öffentlichen Parkplatz. Auf einer Länge von 170 Metern erfolgt zwischen diesen beiden Punkten eine Unterpressung mittels Spühlbohrung.

Verlegt werden Leerrohre für den weiteren Netzausbau des Elektrizitätswerks. Für dieses Projekt haben die Stimmbürger an der Gemeindeversammlung im November letzten Jahres einem Baukredit von 320000 Franken zugestimmt.

Eine neue Leitung im konventionellen Tiefbau zu verlegen, sei in diesem Bereich, wo sich die Unterführung der Kantonsstrasse befindet sowie zwei Bahnlinien zusammentreffen, nicht realisierbar gewesen, sagt Gemeindepräsident Andreas Opprecht. Der Gehwegbereich in der Unterführung ist mit anderen Werkleitungen bereits vollständig verbaut und in eine Verlegung von Leerrohren in der Fahrbahn hat das Kantonale Tiefbauamt nicht eingewilligt. Deshalb hat sich der Gemeinderat für eine Unterpressung entschieden.

Ungewöhnlich viele Störfelder

Die Firma Schenk ist im Bereich der Horizontalbohrtechnik das führende Unternehmen der Schweiz. Obwohl die Bohrspezialisten aus Heldswil auch wesentlich längere oder tiefere Unterbohrungen ausführen, so stellt die Baustelle in Sulgen doch eine besondere Herausforderung dar. Das sei zum einen durch die Geologie bedingt, erklärt Geschäftsführer Peter Schenk, zum anderen befänden sich in diesem Gebiet, bedingt durch die Steuerungen und Stromfelder der Bahnlinie und Strassenunterführung, ungewöhnlich viele elektrische Störfelder. Damit die Ortungstechnik trotz dieser Felder störungsarm funktionieren kann, musste erst weiträumig um die Baustelle herum ein Frequenzfeld aufgebaut werden.

Pilotbohrung war erfolgreich

Über das Ortungssystem gesteuert, erfolgte in einem ersten Schritt vom Pärkli bis zum Parkplatz eine Pilotbohrung. Diese hat ihren Bestimmungsort beim Parkplatz erreicht. Dort ist ein grösserer Bohrkopf von rund 65 Zentimetern Durchmesser montiert worden, der das Loch Richtung Pärkli auf die gewünschte Grösse aufweitet.

Erreicht die Bohrung wieder das Pärkli, so tritt sie eine dritte und letzte Reise durch den Untergrund an, bei der die fünf Leerrohre für den Leitungsbau eingezogen werden. Das letzte Stück der vierten Etappe des EW-Netzausbaus wird im konventionellen Tiefbau ausgeführt und sollte, sofern alles nach Plan verläuft, in rund fünf Wochen abgeschlossen sein.